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Geschäftsbericht Konzern 2016
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Geschäftsbericht Konzern 2016

    Highlights 2016

    • Krones hat sein Wachstums- und Ergebnisziel für 2016 erreicht.
    • Umsatz legt um 6,9 % auf 3,39 Mrd. € zu, der Auftragseingang steigt um 7,9 %.
    • Ertragskraft bleibt stabil. EBT-Marge liegt erneut bei 7,0 %.
    • Krones will Dividende für 2016 auf 1,55 € je Aktie (Vorjahr: 1,45 €) erhöhen.
        2016 2015 Veränderung
    Umsatz Mio. € 3.391,3 3.173,5 + 6,9 %
    Auftragseingang Mio. € 3.441,3 3.189,0 + 7,9 %
    Auftragsbestand zum 31.12. Mio. € 1.144,7 1.094,6 + 4,6 %
             
    EBITDA Mio. € 320,8 305,3 + 5,1 %
    EBIT Mio. € 228,0 216,9 + 5,1 %
    EBT Mio. € 237,6 223,3 + 6,4 %
    EBT-Marge % 7,0 7,0
    Konzernergebnis Mio. € 169,1 156,3 + 8,2 %
    Ergebnis je Aktie 5,40 4,98 + 8,4 %
    Dividende je Aktie 1,55* 1,45 + 6,9 %
             
    Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € 111,3 102,6 + 8,7 Mio. €
    Free Cashflow Mio. € 49,2 70,7 – 21,5 Mio. €
    Nettoliquidität** zum 31.12. Mio. € 368,9 364,6 + 4,3 Mio. €
    ROCE % 17,0 17,7
             
    Beschäftigte am 31.12.        
    Weltweit   14.443 13.346 + 1.097
    Inland   10.061 9.767 + 294
    Ausland   4.382 3.579 + 803

    * gemäß Gewinnverwendungsvorschlag
    ** liquide Mittel abzüglich Finanzschulden

    Brief des Vorstands

    Sehr geehrte Aktionäre und Geschäftsfreunde,

    2016 konnten wir uns nicht über mangelnde Herausforderungen beschweren. Politische Unruhen im Mittleren Osten, niedrige Rohstoff- und Energiepreise sowie das Brexit-Votum der Briten sind nur einige der Faktoren, die immer wieder für globale Verunsicherung sorgten. Das machte auch die Geschäfte von Krones nicht einfacher. Auf unseren Märkten herrschte intensiver Wettbewerb und die Kunden waren preissensibel.

    Krones auch in schwierigem Umfeld erfolgreich

    Mit dem 2011 gestarteten Strategieprogramm Value hat sich Krones frühzeitig auf schwierige Märkte eingestellt. Hauptsächlich dank Value konnten wir 2016 unser Wachstums- und Ergebnisziel erreichen. Der Umsatz stieg um 6,9 % auf 3,39 Mrd. €. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich um 6,4 % auf 237,6 Mio. €. Mit 7,0 % lag die EBT-Marge bei dem von uns prognostizierten Wert. Wir werden alles dafür tun, dass wir auch künftig unseren Kunden Mehrwert bieten und dadurch erfolgreich bleiben.

    So stellt Krones beispielsweise die »Prozesstechnik« besser auf. Das zweitgrößte Unternehmenssegment erwirtschaftete 2016 mit 1,5 Mio. € wie erwartet ein leicht positives Ergebnis vor Steuern. Um die Ertragskraft nachhaltig zu stärken, setzt Krones seit Ende 2015 eine Reihe struktureller Maßnahmen um. Wir wickeln beispielsweise verstärkt Teile des Engineerings und des Einkaufs in den Regionen vor Ort ab. Im Kernsegment »Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung« ist Krones mit der Internationalisierung schon weiter. Wir haben 2016 den internationalen Service gestärkt und bieten lokale Produkte an, die technologisch an die regionalen Bedürfnisse unserer Kunden angepasst sind. Gut vorangekommen ist unser kleinstes Segment »Maschinen und Anlagen für die Compact Class«, in dem die Aktivitäten von Kosme und Gernep gebündelt sind. Mit einer EBT-Marge von 5,2 % übertraf das Segment die für 2016 prognostizierte Rendite leicht.

    Kontinuität als solides Fundament

    Mit der Wahl von Volker Kronseder zum Aufsichtsratsvorsitzenden im Juni 2016 bleibt die Kontinuität bei Krones gewahrt. Dies ist für die nachhaltige Unternehmensentwicklung enorm wichtig. Unser langjähriger Vorstandsvorsitzender verfügt über wertvolle fachliche Qualifikationen und jahrzehntelange Markterfahrung. Darüber hinaus besitzt Volker Kronseder die Fähigkeit, dem Vorstand als Aufsichtsratsvorsitzender wichtige Anregungen zu geben und dabei gleichzeitig die nötige Distanz zum operativen Geschäft zu wahren. Eine Eigenschaft, die auch seinen Vorgänger Ernst Baumann auszeichnete. Bei Ernst Baumann möchte ich mich an dieser Stelle, auch im Namen meiner Vorstandskollegen, noch einmal ganz herzlich für die sehr gute und erfolgreiche Zusammenarbeit bedanken.

    Kompetenzen weltweit ausbauen

    Krones will den Kunden künftig noch mehr und weiter verbesserte Produkte und Dienstleistungen mit klarem Mehrwert bieten. Hierzu werden wir unsere »Kompetenzen weltweit ausbauen«. Einige Beispiele hierfür zeigen wir Ihnen auf den Seiten 36 bis 67 des Geschäftsberichts. Bei allen Innovationen verfolgen wir den Nachhaltigkeitsgedanken. Unser Nachhaltigkeitsprogramm enviro hat sich zur Benchmark für die gesamte Branche entwickelt.

    Einen Teil neuer Kompetenzen kauft Krones zu. So haben wir vergangenes Jahr 60 % an System Logistics erworben. Das norditalienische Unternehmen ist ein führender Anbieter von innovativen Lösungen für die Intralogistik, Materialflusstechnik sowie Lagerhaltung im Bereich der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie. Mit der Beteiligung an System Logistics machten wir einen großen Schritt, um die wichtigen Material- und Datenströme entlang der kompletten Wertschöpfungskette der Kunden zu erfassen und auszuwerten. Damit verfügt Krones über eine gute Basis, um bei der Digitalisierung von Getränkefabriken in vorderster Reihe zu stehen. Wir werden unsere Software-Kompetenz ausbauen und neue »digitale« Geschäftsmodelle entwickeln. Die Fäden hierfür laufen bei unserer Tochter Syskron zusammen, die darauf fokussiert ist, unseren Kunden ideale Lösungen für die intelligente Fabrik der Zukunft zu bieten.

    Mit der Akquisition von 80 % des Geschäfts des US-amerikanischen Unternehmens Trans-Market hat Krones das Prozesstechnik-Geschäft in den USA erheblich gestärkt. Durch die Transaktion konnten wir unsere lokalen Kapazitäten für das Engineering und den Einkauf ausbauen.

    Auch in bestehende Strukturen investierten wir 2016 kräftig. Hier möchte ich die Freigabe der Mittel hervorheben, mit denen wir den Produktionsstandort Raubling nahe Rosenheim 2017 deutlich erweitern. Der Standort Deutschland bleibt für Krones wichtig. Der größte Teil des geplanten Mitarbeiteraufbaus wird aber an unseren internationalen Standorten stattfinden, um noch näher am Kunden zu sein. Eine große Herausforderung ist dabei, qualifiziertes Personal zu gewinnen und dauerhaft zu binden. Wir investieren deshalb nicht nur im Inland, sondern auch an den internationalen Standorten viel in die Belegschaft. Unsere Mitarbeiter sind es, die für den Erfolg von Krones stehen. Im Namen des kompletten Vorstands bedanke ich mich herzlich bei der ganzen Mannschaft für ihren motivierten Einsatz.

    Ehrgeizige Wachstumsziele

    Wir werden auch künftig gemeinsam an einem Strang ziehen, um unsere gute Marktposition zu behaupten. Aus heutiger Sicht dürften sich die Marktbedingungen zumindest kurzfristig nicht bessern. Dennoch haben wir uns für 2017 und darüber hinaus viel vorgenommen. Umsatz und Ergebnis von Krones sollen weiter steigen. Beim Umsatz planen wir für 2017 mit einem Zuwachs von 4 %. Die EBT-Marge wollen wir bei 7,0 % stabil halten. Bis 2020 peilen wir im Rahmen unserer Mittelfristplanung jährlich ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 7 % an. Die EBT-Marge soll bis dahin auf 8 % steigen. Näheres zur Mittelfristplanung finden Sie auf den Seiten 30 bis 35. Angesichts des Wettbewerbsumfeldes wird es nicht einfach, die Ziele zu erreichen. Doch ich bin überzeugt, dass wir die Erfolgsgeschichte von Krones mit vereinten Kräften fortschreiben.

     

    Christoph Klenk
    CEO

    Strategie

    Krones ist auf dem Markt für Maschinen und Anlagen tätig, mit denen Getränke und andere flüssige Lebensmittel (Liquid Food) hergestellt, abgefüllt und verpackt werden. Der Markt wächst relativ stabil mit jährlich rund 4 bis 5 %. Wachstumstreiber sind Megatrends, wie die stetig wachsende Bevölkerung, der zunehmende Wohlstand in den aufstrebenden Ländern sowie die Abwanderung vieler Menschen vom Land in die Stadt. Zudem nimmt die Zahl der Verpackungsformen und Getränkesorten deutlich zu.

    Krones positioniert sich als Komplettanbieter auf diesem Markt. Wir bieten den Kunden aus der Liquid-Food-Industrie alles aus einer Hand an, von Produkten für die Getränkeherstellung über die Abfüllung bis hin zur Verpackung. Darüber hinaus komplettieren die Bereiche Intralogistik sowie ein weltweiter Service das Portfolio. Unser Angebotsspektrum reicht von »einfach« bis »höchst anspruchsvoll«.

    Neben den großen europäischen Wettbewerbern gibt es viele kleine Anbieter, verstärkt auch aus China, die auf unserem Markt tätig sind. Die meisten Wettbewerber bieten entweder bestimmte Teile für die Getränkefabrik an, oder sind in bestimmten Regionen tätig. Krones ist mit seinem Komplettangebot sehr gut positioniert und will diese gute Marktstellung im Kernsegment verteidigen und in den beiden kleineren Segmenten deutlich ausbauen.

    Neben den Chancen, die der Markt bietet, gibt es auch viele Herausforderungen zu bewältigen. Starke Schwankungen der Weltwirtschaft und teils heftige Krisen in einzelnen Ländern und Regionen werden nahezu Standard. Dies alles zwingt uns flexibler, schneller und regionaler zu werden. Das Strategie-Programm Value, das wir seit 2011 umsetzen, half uns auch 2016, die auftretenden Nachfrageschwankungen gut auszugleichen und unsere Prognosen für Umsatz und Ergebnis zu erreichen. Hierzu haben alle drei Segmente ihren Beitrag geleistet.

    7/8/22 ist unser neues mittelfristiges Ziel bis 2020

    Um das Unternehmen nachhaltig voranzubringen, hat sich das Krones Team neue mittelfristige Ziele gesetzt. 7/8/22 steht für

    • 7 % durchschnittliches Umsatzwachstum pro Jahr
    • 8 % Umsatzrendite vor Steuern (EBT-Marge)
    • 22 % bei der Kennzahl Working Capital im Verhältnis zum Umsatz

    Die Kennzahl Working Capital im Verhältnis zum Umsatz ist ab 2017 die neue dritte Zielgröße von Krones. Sie tritt an Stelle des ROCE. Der wesentliche Grund hierfür ist, dass wir mit der neuen Zielgröße die Transparenz erhöhen. Darüber hinaus lassen sich die einzelnen Bestandteile, aus der sich die Kennzahl berechnet, gut und direkt zuordnen.

    00 - Article 8249 bild 1

    Diese Ziele sind aufgrund der Marktherausforderungen durchaus ehrgeizig. Der Kampf um Aufträge bleibt intensiv. Auf der Kundenseite führen Übernahmen und Fusionen zu Investitionsverzögerungen und stärkerer Einkaufsmacht. Für die Absatzpreise ist daher kurz- und mittelfristig keine Besserung in Sicht. Außerdem werden die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung der Produktion unseren Markt und die Geschäftsmodelle nachhaltig verändern und Investitionen erfordern.

    Wachstumschancen nutzen

    00 - Article 8250 bild 2

    Der Markt, den Krones mit seinen Produkten adressiert, wächst nach eigenen Schätzungen um 3 %. Um die angestrebten durchschnittlich 7 % Umsatzwachstum jährlich zu erreichen, müssen wir die Chancen, die der Markt bietet, konsequent nutzen. Krones strebt daher in den Märkten, in denen der Getränkekonsum stark wächst, ein über dem Konzerndurchschnitt liegendes Wachstum an. Deshalb werden wir in den Regionen Afrika/Mittlerer Osten, Asien-Pazifik sowie in China unser Geschäft deutlich ausweiten.

    Ein weiterer Wachstumstreiber ist die stark zunehmende Vielfalt an abgefüllten Produkten und Produktverpackungen. Dies erfordert Maschinen und Anlagen, die extrem flexibel einsetzbar sind. Mit technologisch führenden Produkten wie der Verpackungsstraße Varioline oder dem Contiform AseptBloc will Krones von diesem Trend profitieren.

    Auch Firmenzukäufe werden das Wachstum in Zukunft stützen. 2016 hat Krones die Mehrheit an der weltweit agierenden italienischen SYSTEM LOGISTICS übernommen. Damit haben wir das Produktportfolio im wichtigen Bereich Intralogistik erheblich ausgebaut. Durch die mehrheitliche Übernahme des Geschäfts von TRANS-MARKET stärkten wir in der Prozesstechnik die Präsenz und das Engineering-Know-how in Nordamerika. Krones will auch künftig den Fokus auf profitable Unternehmen mit einem Umsatz in der Größenordnung von 20 bis 70 Mio. € legen. Rund 2 % des jährlichen Umsatzwachstums sollen bis 2020 aus Akquisitionen kommen.

    Ausbau des eigenen Produktportfolios

    Unser Geschäftsmodell ist genau auf die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt.

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    Um deren Zufriedenheit weiter zu steigern, wird Krones die Kernbereiche (Getränkeherstellung, Abfüllung und Verpackung, Intralogistik, IT-Solutions und Service) mit neuen Produkten und Lösungen stärken. Diese sollen ebenfalls einen Beitrag zum geplanten Wachstum leisten. In der Säule Getränkeherstellung/Prozesstechnik werden wir die Ende 2015 eingeleiteten Maßnahmen für zusätzliches Wachstum weiter umsetzen. Der Fokus liegt dabei auf dem Aus- und Aufbau internationaler Hubs. So können wir noch schneller und kostengünstiger auf die Wünsche der Kunden reagieren. Aus den gut vernetzten internationalen Hubs heraus wird Krones die Lieferantenstruktur vor Ort sowie das After-Sales-Geschäft ausbauen und verstärkt auch kleinere Projekte realisieren.

    In der Abfüll- und Verpackungstechnik sehen wir im Midrange-Geschäft, also bei weniger komplexen Anlagen mit hoher Leistung, noch gute Wachstumschancen. Krones deckt mit seinen Produkten bislang die komplexen Anforderungen der Kunden bestens ab, sowohl im hohen als auch im niedrigen Leistungsbereich. Um im Kernsegment weiteres Wachstum zu erzielen, wird Krones verstärkt kostenoptimierte einfache Produkte und Lösungen entwickeln. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Ergobloc LC, den wir speziell für die Anforderungen auf Schwellenmärkten entwickelt und erfolgreich eingeführt haben. Er ist eine stark reduzierte Variante unseres erfolgreichen »All-in One-Systems« ErgoBloc L.

    Der Bereich Intralogistik ist für die Kunden und somit auch für Krones von hoher Bedeutung. Unsere Kompetenz über die komplette Wertschöpfungskette macht Krones zum besten Partner für Intralogistik-Lösungen. Durch die Übernahme von SYSTEM LOGISTICS und den Ausbau von SYSKRON ist Krones bereits gut positioniert, um die hohen Wachstumschancen des Marktes zu nutzen. Wir wollen die Position im Intralogistikbereich in den kommenden Jahren sowohl regional als auch produkttechnisch weiter stärken.

    Die Digitalisierung in der Getränkefabrik eröffnet mittel- bis langfristig gute Wachstumschancen. Krones ist in der Lage, alle Material- und Datenflüsse entlang des gesamten Produktionsprozesses beim Kunden zu erfassen und auszuwerten. Dies ist die Basis für neue Geschäftsmodelle. Krones arbeitet an vielen verschiedenen Produkten und Lösungen, die dem Kunden Mehrwert schaffen. Mit dem SitePilot bieten wir beispielsweise unseren Kunden eine Software, mit der sie alle Produktionsabläufe planen, kontrollieren, analysieren und dokumentieren können. Zudem haben wir 2015 mit TRIACOS einen erfahrenen SAP-Integrator gekauft, der mit seinem SAP-Know-how unsere IT-Kompetenzen beim Kunden deutlich erweitert und eine geeignete Plattform für neue Produkte bietet.

    Profitabilität steigern

    Um die Ertragskraft in allen drei Segmenten weiter zu verbessern, wird Krones seine weltweite Präsenz vergrößern. Hierzu planen wir einen größeren Teil des Einkaufs, des Engineerings sowie Teile der Produktion zunehmend in den Regionen aufzubauen, in denen unsere Kunden ihre Fabriken betreiben. Dadurch können wir in den aufstrebenden Märkten regionen-spezifische Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen schnell und kompetent anbieten. Hierbei spielt eine kostenoptimierte Lieferantenstruktur in den jeweiligen Regionen eine wichtige Rolle.

    Ein wesentlicher Kostenfaktor bei Krones sind die Einkaufspreise für Material. In der nächsten Stufe der Modularisierung werden wir die Module dahingehend optimieren, dass sie einfacher werden. So können mehr Lieferanten, auch aus Niedrig-Kosten-Ländern, unsere Anforderungen erfüllen. Das erhöht den Wettbewerb und führt zu besseren Einkaufspreisen.

    Der weitere Ausbau unseres Service-Geschäfts soll die Ertragskraft von Krones nachhaltig stärken. Entscheidend hierfür ist es, genügend qualifizierte Mitarbeiter aus der Region zu gewinnen. Um die vergleichsweise hohe Fluktuation in den Emerging Markets zu verringern, investieren wir stark in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter vor Ort. Auch durch andere personalpolitische Maßnahmen wollen wir die Bindung unserer Service-Mitarbeiter vor Ort steigern. Nur so kann Krones die Chancen im ertragsstarken After-Sales-Geschäft nutzen.

    Working Capital optimieren

    Die Verbreiterung des Global Footprint, lokaler Einkauf und Modularisierung werden auch das Working Capital straffen. Geringere Vorratshaltung sowie kürzere Liefer- und Durchlaufzeiten entlasten das betriebsnotwendige Kapital ebenso wie besseres Forderungsmanagement und schnellere Fertigstellung in der Außenmontage. Nur wenn wir jeden Tag daran arbeiten, werden wir unser Working Capital im Verhältnis zum Umsatz in den kommenden Jahren reduzieren und somit unser mittelfristiges Ziel für diese Kennzahl von 22 % erreichen.

    Gesunde Finanz- und Kapitalstruktur gibt Spielraum für Investitionen

    Mit einer Nettoliquidität von knapp 370 Mio. € und einer Eigenkapitalquote von rund 40 % stehen wir auf finanziell sehr gesunden Füßen. Das gibt uns den nötigen Freiraum, um unabhängig von Fremdkapitalgebern Investitionsentscheidungen schnell und unkompliziert zu treffen. Den Free Cashflow will Krones in den kommenden Jahren – nach dem schwachen Jahr 2016 – deutlich steigern, damit wir weiterhin ausreichend Geld für Wachstumsinvestitionen, Firmenzukäufe und Dividendenausschüttungen erwirtschaften. Unsere Cash-Verwendungsstrategie sieht vor, dass wir 25 bis 30 % des erzielten Gewinns den Anteilseignern als Dividende ausschütten.

    Einen großen Teil der freien Mittel werden wir weiter in unser künftiges internes Wachstum investieren. Hierzu zählen neben dem Ausbau deutscher Standorte auch der Aus- und Aufbau internationaler Standorte. In neue Produkte und Technologien – vor allem in die Digitalisierung – werden wir ebenfalls investieren. Für den geplanten Mitarbeiteraufbau in den Wachstumsregionen wird auch Geld verwendet.

    Unsere Mitarbeiter sind die Basis für nachhaltigen Erfolg

    Hinter jedem Euro Umsatz, den Krones erwirtschaftet, steckt die Arbeit der Krones Mitarbeiter. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Kunden mit unseren Produkten und Services zufrieden sind. Um das geplante Wachstum zu stemmen, wollen wir neue Mitarbeiter für Krones begeistern. Nur als attraktiver Arbeitgeber können wir im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter erfolgreich sein. Daher wird Krones auch künftig stark in unsere Belegschaft investieren und sie kontinuierlich aus- und weiterbilden. Vor allem an unseren internationalen Standorten werden wir unsere Anstrengungen deutlich forcieren und die Ausbildungscenter in Afrika, China, Südamerika und den USA weiter ausbauen.

     

    Christoph Klenk
    CEO

     

    Das Steuerungssystem von Krones

    Das Management von Krones steuert den Konzern und die drei Segmente vorrangig anhand folgender finanzieller Leistungsindikatoren:

    • Umsatz
    • Ergebnis vor Steuern (EBT)
    • EBT-Marge (Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Umsatz)
    • Working Capital im Verhältnis zum Umsatz

    Um unsere Marktposition zu festigen und Größenvorteile zu nutzen, streben wir grundsätzlich ein Umsatzwachstum über dem Marktdurchschnitt an.

    Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ist eine wichtige Ertragskennziffer. Aus dem EBT muss der Konzern die Steuern und Dividenden zahlen sowie die Investitionen tätigen.

    Die Profitabilität, gemessen an der EBT-Marge, ist eine der zentralen Ziel- und Messgrößen. Sie gibt an, wie hoch die Ertragskraft des Unternehmens bezogen auf den Umsatz ist. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der drei Segmente.

    Unsere neue Steuerungsgröße ist das Working Capital im Verhältnis zum Umsatz. Das Working Capital, also das betriebsnotwendige Kapital, errechnet sich wie folgt: (Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen + geleistete Anzahlungen) – (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen + erhaltene Anzahlungen). Diese Kennzahl gibt an, wie viel Kapital zur Finanzierung des Umsatzes eingesetzt werden muss. Je niedriger diese Kennzahl, um so weniger Kapital ist gebunden und um so mehr finanzieller Spielraum besteht für eine anderweitige Verwendung der liquiden Mittel.

    Zusätzlich zu den Steuerungsgrößen orientieren wir uns darüber hinaus am Free Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Cashflow aus der Investitionstätigkeit).

    Prognosebericht
    • Wachstum der Weltwirtschaft soll sich 2017 beschleunigen
    • Insgesamt gute gesamtwirtschaftliche Bedingungen für Krones
    • Krones prognostiziert bei Umsatz und Ergebnis Zuwächse für 2017

    IWF erwartet für 2017 ein globales Wachstum von 3,4 %

    Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Januar 2017 seine Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum aktualisiert. Sowohl in den reifen Industriestaaten als auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern soll die Wirtschaft dieses Jahr stärker wachsen als 2016. Unterm Strich prognostiziert der IWF für 2017 ein globales Wachstum von 3,4 % (2016: 3,1 %). Die Konjunkturexperten weisen aber darauf hin, dass diese Prognose mit Unsicherheiten behaftet ist. So könnte zum Beispiel die neue Wirtschaftspolitik der Trump-Regierung zu Protektionismus führen.

    Kräftig beleben soll sich die Wirtschaftstätigkeit 2017 in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Insgesamt rechnet der IWF für die Emerging Markets mit einem Wachstum von 4,5 % (Vorjahr: 4,1 %). Die großen Volkswirtschaften Russland und Brasilien sollen 2017 aus der Rezession kommen. In China hat sich die wirtschaftliche Lage nach Ansicht des IWF stabilisiert. Für zusätzlichen Rückenwind sorgen dort politische Impulse. 2017 dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in China um 6,5 % (Vorjahr: 6,7 %) wachsen. Die IWF-Wachstumsprognose 2017 für die indische Wirtschaft liegt bei 7,2 % (Vorjahr: 6,6 %). Leicht zurückgenommen haben die Konjunkturexperten im Januar ihre Erwartungen für die Region Naher Osten/Afrika. Dies liegt hauptsächlich an der Kürzung der Ölförderquoten, was sich negativ auf die Wirtschaft in Saudi-Arabien auswirken dürfte. Der IWF rechnet damit, dass das BIP in der Region Naher Osten/Afrika 2017 um 3,1 % (Vorjahr: 3,8 %) steigt.

    Die Wachstumsaussichten für die entwickelten Industrienationen beurteilte der IWF im Januar 2017 ein wenig optimistischer als zuvor und erhöhte die Gesamtprognose von 1,8 % auf 1,9 % (2016: 1,6 %). Um 2,3 % (Vorjahr: 1,6 %) soll dabei das BIP 2017 in den USA zulegen. Der IWF geht davon aus, dass die US-Wirtschaft von staatlichen Konjunkturprogrammen der neuen Regierung profitiert. Für den Euro-Raum prognostiziert der IWF ein Wachstum von 1,6 % (Vorjahr: 1,7 %). Die deutsche Wirtschaft dürfte dabei leicht unterproportional um 1,5 % expandieren (Vorjahr: 1,7 %). Für Japan liegt die IWF-Wachstumsprognose 2017 bei 0,8 % (Vorjahr: 0,9 %).

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    Niedrige Arbeitslosenzahlen und Inflationsraten stärken Kaufkraft und Konsum

    Die Investitionsbereitschaft der Krones Kunden und damit die Nachfrage nach Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen ist abhängig von der Ausgabefreudigkeit der Konsumenten. Eine niedrige Arbeitslosenquote und geringe Inflationsraten wirken sich positiv auf die Kaufkraft der Konsumenten aus und stützen damit die Nachfrage nach abgepackten Getränken und Lebensmitteln. Arbeitslosenquote und Inflation beeinflussen somit indirekt die Nachfrage nach Krones Produkten. Für 2017 erwarten wir, dass beide Faktoren insgesamt keine negativen Effekte auf die Geschäfte von Krones haben.

    Deutsche Maschinenbaubranche blickt verhalten optimistisch auf 2017

    Trotz einer Reihe ungelöster geopolitischer Krisen rechnet der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) für 2017 mit leichten Zuwächsen für die Branche. Der Verband geht davon aus, dass die Talsohle in den Krisenländern Russland und Brasilien erreicht ist und die Nachfrage aus China wieder anzieht. Nach einem Nullwachstum 2016 soll der Wert der produzierten Maschinen und Anlagen 2017 im Vergleich zum Vorjahr um real 1 % steigen.

    Besser sind die Aussichten für den Fachbereich Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, dem auch Krones angehört. Der VDMA rechnet damit, dass dieses Segment 2017 um 3 % bis 4 % wächst.

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    Krones startet zuversichtlich in das Jahr 2017

    Für das Geschäftsjahr 2017 ist Krones, trotz vieler politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten, optimistisch. Der Markt für Verpackungsmaschinen wächst relativ stabil. Wachstumstreiber sind Megatrends, wie die stetig wachsende Mittelschichten in den aufstrebenden Volkswirtschaften und die zunehmende Abwanderung der Menschen in den Emerging Markets vom Land in die Stadt. Beides führt zu einer höheren Nachfrage nach abgepackten Lebensmitteln und Getränken. Zudem müssen sich die Lebensmittel- und Getränkehersteller verstärkt über innovative Verpackungslösungen von den Wettbewerbern differenzieren. Somit sind die Voraussetzungen für eine stabil wachsende Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen von Krones 2017 insgesamt gut.

    Krones will 2017 Ergebnis und Umsatz in allen drei Segmenten verbessern

    Neben den Chancen bringt der Markt aber auch Herausforderungen mit sich. Die Einkaufsmacht der Kunden nimmt durch Übernahmen zu. Wettbewerber sorgen dafür, dass der Kampf um Aufträge intensiv bleibt. Für die Absatzpreise erwartet Krones 2017 daher keine Besserung.

    Neue Produkte und Services sowie weitere Kostensenkungen bleiben wichtige Themen, um 2017 in allen drei Segmenten weiter zu wachsen und das Ergebnis vor Steuern zu steigern. Außerdem will Krones die weltweite Präsenz deutlich ausbauen und noch näher an die Kunden rücken. Künftig sollen größere Teile des Einkaufs, des Engineerings und Teile der Produktion in den Regionen aufgebaut werden, in denen unsere Kunden ihre Fabriken betreiben. So können wir sie schneller mit regionen-spezifischen Produkten zu wettbewerbsfähigen Preisen beliefern.

    Im Kernsegment »Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung« wird Krones 2017 darüber hinaus die Modularisierung weiter vorantreiben. In der nächsten Stufe werden wir die Bauweise der Module stark vereinfachen, so dass wir bessere Einkaufskonditionen erzielen. Um weiter zu wachsen, werden wir zudem unsere internationalen Servicestrukturen und LCS Center ausbauen. Außerdem stärken wir das Mid-Range-Geschäft, also weniger komplexe Anlagen mit hoher Leistung. Hierfür gibt es vor allem in den Schwellenländern starke Nachfrage.

    Krones erwartet für das Kernsegment 2017 einen leicht unterdurchschnittlichen Umsatzanstieg von 3 %, da wir bewusst auf margenschwache Aufträge verzichten. Die EBT-Marge sollte erneut bei etwa 8 % liegen.

    Im Segment »Prozesstechnik« werden wir das Ende 2015 beschlossene Maßnahmenpaket weiter umsetzen und 2017 zu großen Teilen abschließen. Damit wollen wir die Ertragskraft des Segments und das Wachstum nachhaltig stärken. Nach dem Kauf der Mehrheit des Geschäfts von TRANS-MARKET werden wir 2017 auf dem nordamerikanischen Markt deutlich mehr Projekte realisieren.

    Im Bereich Intralogistik, der auch im Segment Prozesstechnik angesiedelt ist, wollen wir im laufenden Geschäftsjahr die hohen Wachstumschancen nutzen. Durch die Übernahme der Mehrheit von SYSTEM LOGISTICS und dem Ausbau von SYSKRON sind wir für unsere Kunden der ideale Partner für Intralogistik-Lösungen. Diese Position werden wir mittelfristig regional als auch produkttechnisch weiter stärken.

    Insgesamt prognostizieren wir für das Segment Prozesstechnik für 2017 einen um rund 10 % höheren Umsatz bei einer EBT-Marge von 2 bis 3 Prozent.

    Im kleinsten Segment »Maschinen und Anlagen für die Compact Class«, in dem wir das Geschäft von KOSME und GERNEP gebündelt haben, wollen wir weiterhin von der guten Nachfrage nach Maschinen und Anlagen für den unteren Leistungsbereich profitieren. Wir prognostizieren für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von etwa 5 % bei einer EBT-Marge von mindestens 5 %.

    Auf Grundlage der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Aussichten und der erwarteten Entwicklung der für Krones relevanten Märkte streben wir für 2017 im Konzern ein Umsatzwachstum – ohne Akquisitionen – von 4 % an. Die regionale Umsatzaufteilung dürfte 2017 nicht stark vom Vorjahr abweichen.

    Die Ertragskraft des Unternehmens soll im laufenden Jahr stabil bleiben. Krones prognostiziert, dass 2017 die EBT-Marge bei 7,0 % liegen wird. Unsere Prognose für die dritte Zielgröße, das Working Capital im Verhältnis zum Umsatz, für das laufende Jahr beträgt 27 %. Mittelfristig streben wir für unsere neue Zielgröße einen Wert von 22 % an.

      Prognose für 2017* Ist-Wert 2016
    Umsatzwachstum + 4 % + 6,9 %
    EBT-Marge 7,0 % 7,0 %
    ROCE 27 % 26,7 %

    * ohne Akquisitionen

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