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    Geschäftsbericht Konzern 2017
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    Geschäftsbericht Konzern 2017

      Highlights 2017

      • Krones setzt Wachstum bei stabiler Ertragskraft fort.
      • Der Umsatz steigt um 8,8 % auf 3,69 Mrd. €. Bereinigt um Zukäufe beträgt das Wachstum 7,2 %.
      • Krones hält die Ertragskraft stabil. Die EBT-Marge liegt erneut bei 7,0 %.
      • Die Dividende je Aktie will Krones auf 1,70 € (Vorjahr: 1,55 €) erhöhen.
          2017 2016 Veränderung
      Umsatz Mio. € 3.691,4 3.391,3 + 8,8 %
      Auftragseingang Mio. € 3.786,8 3.441,3 + 10,0 %
      Auftragsbestand zum 31.12. Mio. € 1.240,1 1.144,7 + 8,3 %
               
      EBITDA Mio. € 340,2 320,8 + 6,0 %
      EBIT Mio. € 245,5 228,0 + 7,7 %
      EBT Mio. € 258,8 237,6 + 8,9 %
      EBT-Marge % 7,0 7,0 ± 0,0 PP*
      Konzernergebnis Mio. € 187,1 169,1 + 10,7 %
      Ergebnis je Aktie 5,97 5,40 + 10,6 %
      Dividende je Aktie 1,70** 1,55 + 9,7 %
               
      Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € 133,5 111,3 + 22,2 Mio. €
      Free Cashflow Mio. € ‑150,7 49,2 – 199,9 Mio. €
      Nettoliquidität zum 31.12.*** Mio. € 157,4 368,9 – 211,5 Mio. €
      Working Capital/Umsatz**** % 27,3 26,7 + 0,6 PP*
      ROCE % 16,6 17,0 – 0,4 PP*
               
      Beschäftigte am 31.12.        
      Weltweit   15.299 14.443 + 856
      Inland   10.366 10.061 + 305
      Ausland   4.933 4.382 + 551

      *PP = Prozentpunkte **gemäß Gewinnverwendungsvorschlag
      ***liquide Mittel abzüglich Bankschulden ****Durchschnitt der vergangenen 4 Quartale

      Brief des Vorstands

      Sehr geehrte Aktionäre und Geschäftsfreunde,

      2017 war für Krones insgesamt ein erfolgreiches Jahr. Trotz der nicht ganz einfachen Markt- und Wettbewerbsbedingungen liefen die Geschäfte gut, die Zahlen lagen im Plan. Außerdem hat Krones im Berichtsjahr wichtige Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

      drinktec 2017 war für Krones ein Riesen-Erfolg

      Das absolute Highlight 2017 war natürlich die drinktec. Sie ist der »Weltwirtschaftsgipfel« der Getränke- und Verpackungsindustrie und findet nur alle vier Jahre statt. Die Messe war für Krones ein voller Erfolg. Das Feedback der Besucher auf unsere Innovationen war sehr positiv und die Orderbereitschaft der Kunden mehr als zufriedenstellend. Einige unserer Messe-Highlights stellen wir Ihnen auf den Seiten 41 bis 45 genauer vor. Ein Thema, das die drinktec beherrschte wie kein anderes, war die Digitalisierung. Das zeigt, dass die ganze Branche in Aufbruchstimmung ist – und wir auf dem richtigen Weg sind.

      Digitalisierung – eine große Wachstumschance

      Für Krones birgt die Digitalisierung der Getränkefabrik großes Potenzial. Als Komplettanbieter sind wir in der Lage, alle Prozesse und Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu vernetzen. Durch die intelligente Analyse und Verknüpfung der Daten mit dem Wissen von Mensch und Maschine wollen wir die Effizienz der Anlagen unserer Kunden deutlich steigern. Damit schaffen wir für unsere Kunden echten Mehrwert. Das Gute daran: Für Krones ist das keineswegs Neuland. Wir unterstützen unsere Kunden bereits mit IT-Produkten und Services und werden auch in Zukunft bei allen Neu- und Weiterentwicklungen auf deren digitale Intelligenz achten.

      Geschäftliche Entwicklung insgesamt zufriedenstellend

      Obwohl auch 2017 von den Absatzpreisen keine Unterstützung kam, konnten wir den gestiegenen Kosten für Personal und Material erfolgreich entgegenwirken, so dass wir im Berichtsjahr unser Wachstums- und Ergebnisziel erreichten. Der Umsatz stieg um 8,8 % auf 3,69 Mrd. €. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich um 8,9 % auf 259 Mio. €. Mit 7,0 % lag die EBT-Marge bei dem von uns prognostizierten Wert. Während sich unser Hauptsegment Abfüll- und Verpackungstechnik leicht besser als erwartet entwickelte, hat das Segment Prozesstechnik die Gewinnziele nicht erreicht. Hier wollen wir 2018 die Ertragsstärke deutlich verbessern und die in den Vorjahren getätigten Akquisitionen weiterentwickeln. In der Compact Class, dem kleinsten Segment, lagen die Zahlen im Rahmen der Planungen.

      Hohe Investitionen in Standorte im In- und Ausland

      Mit mehr als 10.000 Mitarbeitern sind rund zwei Drittel unserer Mannschaft in Deutschland beschäftigt. Der Standort Deutschland bietet uns viele Vorteile wie zum Beispiel gut ausgebildete Fachkräfte und eine hervorragende Infrastruktur. Krones steht auch in Zukunft zum Standort Deutschland und hat dies mit einer Beschäftigungs- und Standortgarantie bis Ende 2022 untermauert. Wir werden in den kommenden fünf Jahren rund 200 Mio. € in unsere deutschen Standorte investieren. So wird beispielsweise am Stammsitz in Neutraubling die Fabrik der Zukunft mit modernsten Logistik- und Digitalisierungslösungen entstehen.

      Krones erzielt aber rund 90 Prozent des Umsatzes auf ausländischen Märkten rund um den Globus. Deshalb wird Krones weiter viel Geld investieren, um den Global Footprint auszubauen. Für uns ist es strategisch sehr wichtig, so nah wie möglich an unseren Kunden zu sein. Dies gilt besonders für den Service, aber auch für die Produktion.

      Weil wir unsere internationale Wertschöpfung auch im Kernsegment erweitern müssen, werden wir ein neues Werk in Ungarn aufbauen. Anfang 2019 soll die neue Produktionsstätte in Betrieb gehen. 500 neue Arbeitsplätze sind geplant. Am Standort in Debrecen wird Krones Komponenten sowie Module fertigen.

      Veränderungen im Vorstands-Team

      Rainulf Diepold, seit dem Jahr 2000 Krones Vorstand für Vertrieb und Marketing, schied Ende 2017 nach den internen Regelungen für Vorstände bezüglich der Altersgrenze aus dem Führungsgremium aus. Das gesamte Vorstands-Team bedankt sich ganz herzlich bei Rainulf Diepold für die jahrelange und sehr erfolgreiche Arbeit bei Krones. Nachfolger von Rainulf Diepold ist Thomas Ricker. Er war seit 2012 als Vorstand für die Abfüll- und Verpackungstechnik verantwortlich und wechselte zum 01.01.2018 das Ressort.

      Ambitionierte Wachstumsziele für 2018

      Trotz der Chancen, die unser Markt bietet, dürften sich die Marktbedingungen zumindest kurzfristig nicht bessern. Für 2018 haben wir uns dennoch wieder einiges vorgenommen. Umsatz und Ergebnis von Krones sollen weiter steigen. Beim Umsatz planen wir für 2018 mit einem Zuwachs von 6 %. Die EBT-Marge wollen wir trotz der Anlaufkosten in Ungarn bei 7,0 % halten.

      Mitarbeiter sind Basis für den Erfolg von Krones

      Damit wir unsere kurz- und mittelfristigen Ziele erreichen, sind qualifizierte und motivierte Mitarbeiter von größter Bedeutung. Neue Mitarbeiter von Krones als attraktiven Arbeitgeber zu begeistern ist hierfür genauso wichtig, wie die bestehende Belegschaft kontinuierlich aus- und weiterzubilden. Der Erfolg von Krones steht und fällt mit den Mitarbeitern. Deshalb möchte ich mich im Namen des kompletten Vorstands herzlich beim gesamten Krones Team für den engagierten und qualifizierten Einsatz bedanken. Es ist das Team, das Krones in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft führen wird.

       

      Christoph Klenk
      CEO

      Strategie

      Krones bietet Maschinen und Anlagen an, mit denen Getränke und andere flüssige Lebensmittel (Liquid Food) hergestellt, abgefüllt und verpackt werden. Der Markt wächst relativ stabil mit jährlich rund 4 bis 5 %. Er profitiert von Megatrends, wie der stetig wachsenden Bevölkerung, dem zunehmenden Wohlstand in den aufstrebenden Ländern sowie der Abwanderung vieler Menschen vom Land in die Stadt. Zudem nimmt die Zahl der Verpackungsformen und Getränkesorten deutlich zu. Gemeinsam mit dem Trend zur Digitalisierung der Getränkefabriken sind das die Wachstumstreiber, die dem Markt langfristig Steigerungsraten oberhalb des BIP bescheren.

      Wir bieten unseren Kunden alles aus einer Hand, von Produkten für die Getränkeherstellung über die Abfüllung bis hin zur Verpackung. Darüber hinaus komplettieren die Bereiche Intralogistik, Digitalisierung sowie ein hochwertiger Service das Portfolio. Unser Angebotsspektrum reicht von »einfach« bis »höchst anspruchsvoll«. Damit hat sich Krones als einer der wenigen Komplettanbieter auf diesem Markt positioniert.

      Neben den großen europäischen Wettbewerbern konkurrieren viele kleine Anbieter um Aufträge. Die meisten Wettbewerber bieten aber nur Produkte für einen Teilbereich der Getränkeproduktion an oder sind nur in bestimmten Regionen tätig. Krones ist mit dem weltweiten Komplettangebot sowie Servicenetzwerk sehr gut positioniert und will diese gute Marktstellung im Kernsegment verteidigen und in den beiden kleineren Segmenten deutlich verbessern.

      Neben den Chancen, die der Markt bietet, gibt es für Krones auch einige Herausforderungen zu bewältigen. Politische Unsicherheiten, protektionistische Tendenzen und teils heftige wirtschaftliche Krisen in einzelnen Ländern und Regionen gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft. Dies zwingt uns flexibler, schneller und regionaler zu werden. Unsere ausgewogene Aufstellung half uns auch 2017, die im Jahresverlauf auftretenden Nachfrageschwankungen gut auszugleichen und so unsere Prognosen für Umsatz und Ergebnis zu erreichen.

      Der Kampf um Aufträge wird intensiv bleiben, da der Wettbewerbsdruck nicht nachlässt. Auf der Kundenseite führen Übernahmen und Fusionen zu stärkerer Einkaufsmacht und teilweise zu Investitionsverschiebungen. Außerdem wird die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung der Produktion unseren Markt und seine Geschäftsmodelle nachhaltig verändern und Investitionen erfordern.

      Mittelfristiges Ziel bis 2020 – 7/8/22

      Um das Unternehmen nachhaltig voranzubringen, hat sich das Krones Team  mittelfristige Ziele gesetzt. 7/8/22 steht für

      • 7 % durchschnittliches Umsatzwachstum pro Jahr
      • 8 % Umsatzrendite vor Steuern (EBT-Marge)
      • 22 % bei der Kennzahl Working Capital im Verhältnis zum Umsatz
      00 - Article 14674 Bild 1

      Wachstumschancen nutzen

      Krones will den Umsatz bis 2020 jährlich um durchschnittlich 7 % steigern.  Damit wir dieses Ziel erreichen, müssen wir die Chancen, die der Markt bietet, gezielt nutzen. Krones strebt daher in den Regionen, in denen der Getränkekonsum überdurchschnittlich stark wächst, ein über dem Konzern liegendes Wachstum an. Vor allem in Afrika und Asien, wo die Bevölkerungszahl und die Mittelschicht stark zunimmt, wollen wir unser Geschäft deutlich ausweiten.

      Ein weiterer Wachstumstreiber ist die stark zunehmende Vielfalt an abgefüllten Produkten und Produktverpackungen sowie der Trend zu kleineren Verpackungseinheiten. Die Kunden fordern verstärkt Maschinen und Anlagen, die extrem flexibel einsetzbar sind. Von diesem kräftig wachsenden Marktsegment will sich Krones mit technologisch führenden Produkten ein großes Stück abschneiden. Ein Beispiel hierfür ist LineXpress. Mit dieser Lösung von Krones können Anlagen bei Produktwechsel größtenteils vollautomatisch und damit deutlich schneller umgerüstet werden. Auf der drinktec haben wir erstmals unsere Konzeptstudie »Bottling on demand«, also die Produktion kleinster Chargen bis hin zu Losgröße 1, vorgestellt.

      Auch Firmenzukäufe werden künftig ihren Wachstumsbeitrag leisten. Neben der Intralogistik und der Prozesstechnik ist auch die Informationstechnik ein Bereich, für den Akquisitionen interessant sind. Zudem liegt der Fokus darauf, die in der jüngsten Vergangenheit getätigten Zukäufe wie System Logistics weiter zu entwickeln und so das »eingekaufte« interne Wachstum zu beschleunigen. Rund 2 %  des jährlichen Umsatzwachstums sollen bis 2020 aus Akquisitionen kommen.

      Mit dem eigenen Produktportfolio und Innovationen wachsen

      Grundsätzlich müssen alle unsere Produkte und Lösungen beim Kunden Mehrwert schaffen. Auf der drinktec hat Krones mit seinen vorgestellten Innovationen  bewiesen, dass der Kundennutzen bei allen Neuentwicklungen im Vordergrund steht. Innovationen in allen Bereichen bleiben bei Krones die Basis für nachhaltiges Wachstum. Hierin werden wir nicht nur die drei Säulen Getränkeherstellung, Abfüllung und Verpackung sowie Intralogistik stärken. Auch unsere Service-Dienstleistungen sowie die IT- und Digitalisierungs-Lösungen werden ebenfalls zum geplanten Wachstum beitragen.

      Krones hat sein Geschäftsmodell mit dem »House of Krones« genau auf die  Kundenbedürfnisse und die moderne Getränkefabrik abgestimmt.

      00 - Article 14675 Bild 2

      Das Kernsegment Abfüll- und Verpackungstechnik soll weiter wachsen. Weil wir unsere internationale Wertschöpfung auch im Kernsegment erweitern müssen, werden wir ein neues Werk in Ungarn aufbauen. Hier werden wir ab 2019 mit rund 500 Mitarbeitern Komponenten und Module fertigen. In unserem Kernsegment sehen wir zum einen bei weniger komplexen Anlagen mit hoher und mittlerer Leistung noch gute Wachstumschancen. Hierfür wird Krones verstärkt kostenoptimierte einfache Produkte und Lösungen entwickeln. Zum anderen wollen wir im Kernsegment auch mit technologisch führenden Produkten im High-End-Bereich weiter wachsen und von den stetig steigenden Anforderungen der Kunden profitieren.

      Das Segment Getränkeherstellung/Prozesstechnik umfasst alle Produktionsprozesse vor und nach dem Abfüllen und Verpacken. Es beinhaltet sowohl die Getränkeherstellung und behandlung als auch die Intralogistik. Um in diesem Segment die mittelfristig angestrebten Wachstums- und Profitabilitätsziele zu erreichen, werden wir weiter hart arbeiten. Die hierfür Ende 2015 eingeleiteten Maßnahmen greifen zwar, allerdings nicht in dem angestrebten Maße und in der erhofften Schnelligkeit. Wir sind aber weiterhin überzeugt, dass der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg dieses Segments im Ausbau der regionalen Struktur und Aufbau internationaler Hubs liegt. Von dort aus können wir schnell und kostengünstig auf die Wünsche der Kunden reagieren und so die Kundenbindung stärken. Helfen werden uns beim Ausbau der internationalen Struktur auch Zukäufe der letzten beiden Geschäftsjahre in bestimmten Regionen wie Trans-Market und Javlyn in den USA. Diese werden  wir jetzt weiter ausbauen und von den Marktkenntnissen der Mitarbeiter vor Ort profitieren.

      Der Bereich Intralogistik ist sowohl für die Kunden als auch für Krones als Komplettanbieter sehr wichtig. Kurze Wege, schlanke Prozesse und Materialflüsse, die sich flexibel an Produktion und Versand anpassen lassen, sind von hoher Bedeutung. Wir liefern für jede Aufgabe maßgeschneiderte Systeme. Mit der 2016 mehrheitlich übernommenen System Logistics und Syskron, unserem konzerneigenen Spezialisten für anspuchsvolle Intralogistik-Projekte, sind wir also gut positioniert, um die hohen Wachstumschancen des Marktes zu nutzen. Künftig wird sich Krones in diesem Bereich noch stärker internationalisieren und das Produktportfolio weiter ausbauen.

      Digitalisierung der Getränkefabrik birgt großes Potenzial

      Für Krones eröffnet die Digitalisierung in der Getränkefabrik mittel- bis langfristig hohe Wachstumschancen. Das Unternehmen ist als Komplettanbieter in der Lage, alle Material- und Datenflüsse entlang des gesamten Produktionsprozesses beim Kunden zu erfassen und diese intelligent zu vernetzen. Technologien wie Cloud-Computing, Big Data, Smart Data und das Internet der Dinge bilden das Fundament für neue Geschäftsmodelle. Dafür werden wir die Potenziale entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Kunden heben. Ziel ist es, für unsere Kunden zusätzlichen Mehrwert zu schaffen.

      Um das Thema Digitalisierung gemeinsam mit unseren Kunden erfolgreich umzusetzen, hat Krones diesen Bereich klar strukturiert und in fünf Schwerpunkte unterteilt.

      • Integration
      • Digitalised Supply Chain
      • Collaboration
      • Analytics
      • Total Productive Management

      Digitalisierung ist bei Krones aber keineswegs nur ein Zukunftsthema. Das Unternehmen unterstützt seine Kunden im Bereich Digitalisierung bereits mit smarten Maschinen und maßgeschneiderten IT-Lösungen aus zwei verschiedenen Portfolios – den Krones Software-Applikationen und SAP-Modulen.

      Krones wird weiterhin stark in die Digitalisierungs-Kapazitäten investieren und  die IT-Belegschaft weiter aufstocken. Mit einer agilen Organisation bei unserem Software-Inkubator Syskron sowie unserem Innovation Lab werden wir kreative digitale Geschäftsmodelle entwickeln und diese auch schnell zur Marktreife führen.

      Ertragskraft soll weiter steigen

      Krones will bei der Profitabilität, nach einer Konsolidierung auf hohem Niveau, den nächsten Schritt machen. Ein wichtiger Baustein hierfür ist, dass wir die weltweite Präsenz, also den Global Footprint, vergrößern. Bislang erzielen wir nur einen geringen Teil der Wertschöpfung im Ausland und das obwohl wir fast 90 % des Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaften. Dieses ungesunde und mit Risiken behaftete Verhältnis wollen wir künftig verbessern. Einen wichtigen Schritt hierzu haben wir bereits mit der Gründung von weiteren internationalen Töchtern sowie dem Zukauf von Unternehmen im Ausland unternommen. Wir werden die Lokalisierung weiter vorantreiben und zunehmend mehr Wertschöpfung in den Regionen erzielen. Auch Teile neuer Produktionskapazitäten werden wir in der Nähe unserer internationalen Kunden aufbauen. So können wir die Personal- und Materialkosten senken und in den aufstrebenden Märkten regionen-spezifische Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten.

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      Mit dem nächsten Schritt in der Modularisierung unserer Produkte wollen wir den steigenden Einkaufspreisen für Material entgegenwirken. Zum einen werden wir den Modularisierungsgrad unserer Maschinen und Anlagen weiter vorantreiben und somit die Komplexität verringern. Zum anderen werden wir die Bauweise unserer Module vereinfachen. So können vermehrt auch Lieferanten in den Regionen vor Ort unsere Anforderungen erfüllen. Das erhöht den Wettbewerb und führt zu besseren Einkaufspreisen.

      Um die Ertragskraft von Krones nachhaltig zu stärken, werden wir zudem unser Service-Geschäft weiter ausbauen. Entscheidend für den Erfolg von Krones im After-Sales-Geschäft ist die Nähe zum Kunden. Daher werden wir die Zahl der Service- und Vertriebsniederlassungen weiter vergrößern. Hierfür müssen wir genügend qualifizierte Mitarbeiter aus den Regionen für Krones gewinnen und an das Unternehmen binden. Um die vergleichsweise hohe Fluktuation in den Emerging Markets zu verringern, investieren wir deshalb stark in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter vor Ort.

      Working Capital verringern – Kapital freisetzen

      Bei unserer dritten Zielgröße, dem Working Capital im Verhältnis zum Umsatz, sind wir mit 27,3 % noch ein gutes Stück von unserer Zielgröße 22 % entfernt. Um die zu erreichen und das gebundene Kapital zu entlasten, haben wir kurz- und mittelfristige Maßnahmen festgelegt. Hierzu zählen kürzere Durchlaufzeiten, eine schnellere Inbetriebnahme der Anlagen beim Kunden vor Ort sowie geringere Vorratshaltung. In dem Maße, wie wir unser Working Capital im Verhältnis zum Umsatz in den kommenden Jahren reduzieren, wird das Unternehmen Kapital freisetzen, das für Investitionen zur Verfügung steht.

      Solide Bilanz ermöglicht Wachstumsinvestitionen im In- und Ausland

      Krones steht mit einer Nettoliquidität von rund 157 Mio. € und einer Eigen­kapitalquote von 43,8 % weiterhin auf finanziell sehr gesunden Füßen. Gemeinsam mit den erzielten Gewinnen aus dem operativen Geschäft verfügt das Unternehmen über ausreichend Geld für Wachstumsinvestitionen, Firmenzukäufe und Dividendenausschüttungen. Unsere Dividendenstrategie sieht vor, dass wir 25 bis 30 % des erzielten Gewinns an die Anteilseigner ausschütten.

      Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben muss Krones investieren – in seine deutschen Standorte genauso wie in die internationale Präsenz. Im Inland werden wir in den kommenden Jahren rund 200 Mio. € investieren. Ein großer Teil hiervon fließt in die »Fabrik der Zukunft«. Mit ihr wollen wir – wie bei unseren Kunden – die internen Produktionsschritte und Prozesse so weit wie möglich digitalisieren und dadurch die Produktivität und Effizienz im eigenen Haus deutlich steigern. Deutschland bleibt zentraler Entwicklungs- und Innovationsstandort für Krones Maschinen und Anlagen. Wir werden aber auch im Ausland kräftig investieren. Neben dem Auf- und Ausbau der internationalen Service-Center und Engineering-Hubs werden wir auch in Produktionsstätten investieren. Neben der schon erwähnten neuen Fabrik in Ungarn bauen wir auch den lokalen Standort Taicang deutlich aus. Wir werden dort Maschinen speziell für den lokalen Markt fertigen, vor allem für die Abfüllung und Verpackung von Wasser. Das US-Werk in Franklin werden wir ebenfalls erweitern und dort Etikettiermaschinen herstellen, deren Grundkomponenten aus Deutschland kommen. Wichtig ist, dass durch die Auslandsinvestitionen keine Arbeitsplätze der Stammbelegschaft in Deutschland verlorengehen, sondern – im Gegenteil – Arbeitsplätze im Inland erhalten und geschaffen werden.

      Mitarbeiter sorgen für Wachstum und nachhaltigen Erfolg

      Jeder einzelne Mitarbeiter ist wichtig für unser Unternehmen. Denn jede Strategie ist nur so gut, wie die Menschen, die sie umsetzen. Unsere rund 15.300 Mitarbeiter bringen Krones mit ihrem Einsatz täglich ein Stück weiter voran. Sie sind die Basis für eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung von Krones. Um das geplante Wachstum zu stemmen, müssen wir unsere Belegschaft weiter aufstocken. Daher ist es wichtig, dass sich Krones als attraktiver Arbeitgeber positioniert – weltweit. Vor allem an unseren internationalen Standorten werden wir unsere Anstrengungen deutlich forcieren und die Ausbildungscenter in Afrika, China, Südostasien und Südamerika weiter ausbauen. So bauen wir Kompetenz und Know-how im internationalen Wertschöpfungsverbund auf. Insgesamt bringt uns diese Nähe ein besseres Verständnis für Kunde, Markt, Trends und Entwicklungen und steigert die Kundenzufriedenheit. In Deutschland und Westeuropa wird der Mitarbeiteraufbau zurückhaltender sein. Aber auch hier werden wir künftig in unsere Belegschaft investieren und sie kontinuierlich aus- und weiterbilden.

      Christoph Klenk
      CEO

       

      Das Steuerungssystem von Krones

      Das Management von Krones steuert den Konzern und die drei Segmente  vorrangig anhand folgender finanzieller Leistungsindikatoren:

      • Umsatz
      • EBT-Marge (Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Umsatz)
      • Working Capital im Verhältnis zum Umsatz (auf Konzernebene)

      Um unsere Marktposition zu festigen und Größenvorteile zu nutzen, streben wir grundsätzlich ein Umsatzwachstum über dem Marktdurchschnitt an.

      Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ist eine wichtige Ertragskennziffer. Aus dem EBT muss der Konzern die Steuern und Dividenden zahlen sowie die Investitionen tätigen.

      Die Profitabilität, gemessen an der EBT-Marge, ist eine der zentralen Ziel- und Messgrößen. Sie gibt an, wie hoch das Ergebnis vor Steuern des Unternehmens bezogen auf den Umsatz ist. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der drei Segmente.

      Unsere weitere Steuerungsgröße ist das Working Capital im Verhältnis zum Umsatz, die auf Konzernebene ermittelt wird. Das Working Capital, also das betriebsnotwendige Kapital, errechnet sich wie folgt: (Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen + geleistete Anzahlungen) – (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen + erhaltene Anzahlungen). Diese Kennzahl gibt an, wie viel Kapital zur Finanzierung des Umsatzes eingesetzt werden muss. Je niedriger diese Kennzahl, um so weniger Kapital ist gebunden und um so mehr finanzieller Spielraum besteht für eine anderweitige Verwendung der liquiden Mittel.

      Zusätzlich zu den Steuerungsgrößen orientieren wir uns darüber hinaus am  Free Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Cashflow aus  der Investitionstätigkeit) und am Roce (Return on Capital Employed) = Verhältnis von EBIT zur durchschnittlichen Nettokapitalbindung.

      Prognosebericht
      • Positive Aussichten für die weltweite Konjunktur
      • Insgesamt gute Wachstumsbedingungen für Krones
      • Vorstand rechnet mit Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis vor Steuern 

      Weltwirtschaft soll 2018 um 3,9 % wachsen

      Im Januar 2018 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum nach oben revidiert. Die Experten rechnen damit, dass sich der Aufschwung der globalen Wirtschafstätigkeit 2018 hauptsächlich wegen der Steuerreform in den USA weiter beschleunigt. Neben den USA sollten auch die internationalen Handelspartner von der Reform profitieren. Getragen wird die globale Konjunktur laut IWF auch von der positiven Entwicklung in Europa. Insgesamt prognostizieren die Experten für 2018 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,9 % (2017: 3,7 %).

      Die Schwellen- und Entwicklungsländer dürften aufgrund der dynamischen Aufwärtsbewegung der Wirtschaft im asiatischen Raum 2018 überproportional wachsen. Einen großen Beitrag hierzu wird wieder China leisten. Für die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft prognostiziert der IWF für 2018 eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6,6 % (Vorjahr: plus 6,8 %). Noch stärker dürfte  die Wirtschaft in Indien expandieren. Für dieses Land rechnet der IWF mit einem BIP-Anstieg von 7,4 % (Vorjahr: plus 6,7 %). Deutlich beschleunigen soll sich der ­Aufschwung in der Region Naher Osten/Afrika 2018. Für diesen Wirtschaftsraum erwartet der IWF ein Plus beim BIP von 3,6 % (Vorjahr: plus 2,5 %). Insgesamt rechnet der IWF für die Schwellen- und Entwicklungsländer für 2018 mit einem Wachstum von 4,9 % (Vorjahr: 4,7 %).

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      Gestiegen ist die Zuversicht des IWF für die Wachstumsaussichten in den entwickelten Industrienationen. Grund hierfür ist vor allem die Steuerreform in den USA. Das BIP in der weltweit größten Volkswirtschaft soll 2018 um 2,7 % (Vorjahr: 2,3 %) steigen. Im Oktober 2017, also vor der Steuerreform, lag die IWF Prognose bei nur 2,3 %. Auch für den Euro-Raum, insbesondere für Deutschland, erhöhte der IWF die Wachstumsprognose im Januar 2018. Für den gemeinsamen Währungsraum rechnen die Ex­perten nun mit einem BIP-Anstieg von 2,2 % (Vorjahr: 2,4 %), nach vorher 1,9 %. In Deutschland soll die Wirtschaft 2018 um 2,3 % wachsen (Vorjahr: 2,5 %). Im Herbst 2017 lag die Prognose bei lediglich 1,8 %. Für Japan liegt die IWF-Wachstumsprognose 2018 bei 1,2 % (Vorjahr: 1,8 %). Insgesamt prognostiziert der IWF für die entwickelten Industrieländer für 2018 einen Anstieg des BIP von 2,3 % (Vorjahr: 2,3 %). Dies ist um 0,3 Prozentpunkte mehr als im Oktober 2017.

      Gute Beschäftigungszahlen und moderate Inflationsraten stützen den Konsum

      Die Investitionsbereitschaft der Krones Kunden und damit die Nachfrage nach Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen ist abhängig von der Konsumfreude der Endverbraucher. Eine niedrige Arbeitslosenquote und geringe Inflationsraten wirken sich positiv auf die Kaufkraft der Konsumenten aus und stützen damit die Nachfrage nach abgepackten Getränken und Lebensmitteln. Arbeitslosenquote und Inflation beeinflussen somit indirekt die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen von Krones. Für 2018 erwarten wir, dass beide Faktoren insgesamt keine negativen Effekte auf die Geschäfte von Krones haben.

      Positive Aussichten für den Deutschen Maschinen- und Anlagenbau

      Die weltweit guten Konjunkturaussichten dürften sich auch auf den deutschen Maschinenbau positiv auswirken. Deshalb ist der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) für 2018 verhalten optimistisch und rechnet mit weiteren Zuwächsen für die Branche. Der VDMA rechnet damit, dass der Wert der produzierten Maschinen und Anlagen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3 % zunimmt.

      Der Fachbereich Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, dem auch Krones angehört, dürfte überproportional zulegen. Für diesen Bereich erwartet der VDMA für 2018 einen Umsatzanstieg von 4 %.

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      Krones geht optimistisch in das Jahr 2018

      Nachdem die gesamtwirtschaftlichen Prognosen für das laufende Jahr positiv sind, startet Krones, trotz einiger politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten, zuversichtlich in das Geschäftsjahr 2018. Der Markt für Verpackungsmaschinen wächst relativ stabil, weil die Nachfrage nach abgepackten Getränken und Lebensmittel zunimmt. Trotz der guten Voraussetzungen bleibt unser Markt herausfordernd. Die Einkaufsmacht der Kunden nimmt durch Fusionen und Übernahmen zu, der Kampf um Aufträge bleibt intensiv. Von den Absatzpreisen erwarten wir auch 2018 keine Unterstützung.

      Umsatz und Ergebnis sollen 2018 weiter steigen

      Krones will den Schwung der erfolgreichen drinktec 2017 ins laufende Jahr mitnehmen. Neue Produkte und Services sowie weitere Kostensenkungen bleiben wichtige Themen, um 2018 im Krones Konzern weiter zu wachsen und das Ergebnis zu steigern. Außerdem wird Krones die weltweite Präsenz ausbauen und noch näher an die Kunden rücken. Teile des Einkaufs, des Engineerings und der Produktion sollen in den Regionen aufgebaut werden, in denen unsere Kunden ihre Fabriken betreiben. So können wir sie schneller mit regionen-spezifischen Produkten zu wettbewerbsfähigen Preisen beliefern.

      Im Kernsegment »Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und ausstattung«, werden wir ab 2018 auch die Maschinen und Anlagen für die Compact Class, also Kosme und Gernep, abbilden. Innovationen und der weitere Ausbau der internationalen Servicecenter werden im neu formierten Kernsegment 2018 zum Wachstum beitragen. In den Schwellenländern wollen wir mit weniger komplexen Anlagen mit hoher Leistung unsere Marktstellung verbessern. Zudem wird Krones im Hauptsegment die Modularisierung weiter vorantreiben und den Global Footprint vergrößern. Hierdurch erzielen wir bessere Einkaufskonditionen und steigern die Effizienz im Unternehmen.

      Krones erwartet für das Kernsegment 2018 aufgrund des guten Auftragseingangs und des attraktiven Produktportfolios einen Umsatzanstieg von 4 %. Die ausgewiesene EBT-Marge sollte trotz hoher Investitionen bei 8,3 % liegen.

      Im Segment »Maschinen und Anlagen zur Getränkeproduktion/Prozesstechnik« wollen wir bei der Ertragskraft 2018 deutliche Fortschritte machen. Bislang haben die eingeleiteten Maßnahmen noch nicht ihre volle Wirkung gezeigt. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir im laufenden Geschäftsjahr mit dem weiteren Ausbau des Global Footprint und der vollen Integration der Zukäufe in diesem Segment Umsatz- und Ertragspotenziale heben können.

      Der Bereich Intralogistik, der im Segment »Prozesstechnik« angesiedelt ist, sollte im laufenden Geschäftsjahr ebenfalls von den positiven Impulsen der drinktec profitieren. Wir wollen die hohen Wachstumschancen des Marktes nutzen, indem wir unsere Töchter System Logistics und Syskron sowohl regional als auch produkttechnisch weiterentwickeln.

      Insgesamt prognostizieren wir für das Segment Prozesstechnik für 2018 einen um 15 % höheren Umsatz bei einer ausgewiesenen EBT-Marge von 1,0 %.

      Auf Grundlage der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Aussichten und der erwarteten Entwicklung der für Krones relevanten Märkte streben wir für 2018 im Konzern ein Umsatzwachstum von 6 % an. Die regionale Umsatzaufteilung dürfte 2018 nicht stark vom Vorjahr abweichen.

      Trotz Investitionen in die Digitalisierung und Anlaufkosten für den Global Footprint – besonders für den neuen Standort in Ungarn – soll die Ertragskraft stabil bleiben. Das Unternehmen prognostiziert, dass 2018 die ausgewiesene EBT-Marge bei 7,0 % liegen wird. Unsere dritte Zielgröße, das Working Capital im Verhältnis zum Umsatz, wollen wir auf 26 % verbessern.

        Prognose für 2018 Ist-Wert 2017
      Umsatzwachstum +6% +8,8%
      EBT-Marge 7,0% 7,0%
      Working Capital/Umsatz 26% 27,3%
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