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Innovation

Krones schließt den Kunststoffkreislauf

Peter Mörtl

Ende Januar sorgte Krones mit der geplanten Übernahme von Netstal für große Aufmerksamkeit in der Fach- und Wirtschaftspresse. Denn das Schweizer Unternehmen gilt als einer der führenden Anbieter von Spritzgießmaschinen für den Getränkemarkt sowie für medizinische Anwendungen und Dünnwandverpackungen aus Kunststoff.

Doch wissen Sie, was genau sich hinter dem Spritzgießverfahren verbirgt? Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Einstieg in die Thematik – und lernen, warum die Akquisition für Krones eine wichtige Rolle spielt, gleich in zweierlei Hinsicht.

Was ist die Spritzgießtechnologie?

Das Spritzgießverfahren läuft, vereinfacht gesagt, wie folgt ab: Granulat, zum Beispiel aus Kunststoff, wird auf 200 bis 300 Grad Celsius erhitzt und dadurch verflüssigt. Im nächsten Schritt wird diese Masse unter Druck in eine Form, das sogenannte Spritzgießwerkzeug, gespritzt. Da das Spritzgießwerkzeug mit etwa 20 bis 120 Grad Celsius deutlich kälter ist als die eingespritzte Masse, kühlt sich die Schmelze in der Form ab und verfestigt sich. Durch die Wärmeabgabe beim Abkühlen „schrumpft“ die Masse jedoch. Dieses „Schrumpfen“ wird durch Nachpressen von Material ausgeglichen. Nach Beendigung des Spritzgießprozesses öffnet sich das Werkzeug und das hergestellte Produkt fällt entweder als Schüttgut in einen Auffangbehälter oder wird von Handling-Geräten entnommen.

Auf diese Weise werden nicht nur die Preforms für Getränkeflaschen hergestellt, sondern unter anderem auch Verschlüsse, Kunststoffbehälter für beispielsweise Margarine oder Joghurt sowie Petrischalen und Pipettenspitzen für den medizinischen Anwendungsbereich. 

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Eine Technologie, viele Schreibweisen

Selbst in der Fachsprache gibt es manchmal unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dasselbe. Bestes Beispiel sind „Spritzguss-“ beziehungsweise „Spritzgießverfahren“: Beide Begriffe beschreiben die gleiche Technologie.

Aus Gründen der Einheitlichkeit haben wir uns bei Krones auf „Spritzgießen“ geeinigt. Wir sprechen also zum Beispiel von Spritzgießmaschinen, Spritzgießteilen oder Spritzgießtechnik. Hintergrund für diese Entscheidung war, dass „Spritzgießen“ einen Vorgang beschreibt und damit terminologisch zutreffender ist.

Spritzgießen oder Spritzgiessen, das ist hier die Frage

Auch bei der Rechtschreibung gibt es einen feinen Unterschied: Auf der Netstal Website findet sich die „Spritzgiesstechnologie“ mit Doppel-s, bei Krones das Pendant mit „ß“. Doch was davon ist richtig? Die Antwort: beides. Allerdings hängt es davon ab, in welchem Land wir uns befinden. In Deutschland sieht das amtliche Regelwerk für Rechtschreibung in diesem Fall ein „ß“ vor. In der Schweiz gibt es diesen Buchstaben allerdings nicht (mehr). Daher gilt dort die Schreibweise mit Doppel-s.

Krones diversifiziert sich – in vielen Richtungen

Zu den Kunden von Netstal gehören nicht nur Getränke- und Lebensmittelhersteller. Auch in der Pharmaindustrie überzeugen die Lösungen des Unternehmens.

Pharma und Home and Personal Care im Fokus

Hierin liegt auch einer der Gründe für die Akquisition. Denn Krones möchte in den kommenden Jahren im medizinisch-pharmazeutischen Markt sowie im Bereich Home and Personal Care (kurz HPC) wachsen. Mit der Spritzgießtechnologie für medizinische Anwendungen und Dünnwandverpackungen unterstützt Netstal diese Strategie.

Den Kunststoffkreislauf vervollständigen

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Grund für den Kauf: Netstal ergänzt das Krones Portfolio in der Kunststofftechnik um einen wichtigen Baustein.

 

Ein traditionsreiches Unternehmen

Der Name Netstal geht auf die gleichnamige Gemeinde im schweizerischen Kanton Glarus zurück. Dort gründete Ulrich Rietmann 1857 sein Unternehmen „Maschinenfabrik, Eisen- & Messinggiesserei Ulrich Rietmann & Cie“, das 1922 in die Maschinenfabrik und Gießerei Netstal AG umbenannt wurde. Seit 1976 heißt das Unternehmen Netstal Maschinenfabrik AG oder kurz: Netstal.

 

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