
Bereits zweite Hochleistungsanlage für Bügelverschluss-Flaschen
Eine Linie für Bügelverschluss-Flaschen ist an sich schon nicht alltäglich, speziell im Hochleistungsbereich. Die Kulmbacher Brauerei hat jetzt bald zwei davon.
Erst 2017 hatte die Kulmbacher Brauerei eine neue Abfüllanlage für Bügelverschluss-Flaschen von Krones in Betrieb genommen. Sie erbrachte eine bis dato in dieser Kategorie noch nicht dagewesene Leistung von 50.000 Flaschen pro Stunde – ein Weltrekord. Doch die Nachfrage nach den Biersorten Mönchshof BrauSpezialitäten und Kapuziner Weißbier in der 0,5-Liter-Bügelverschluss-Flasche, die auf dieser Speziallinie zur Abfüllung kommen, ist nicht nur ungebrochen, sondern steigt überproportional. Deshalb installiert die Brauerei jetzt die gleiche Anlage noch einmal.
Lag die Kapazität für Bügelverschluss-Flaschen mit der ersten Neu-Anlage von Krones sowie mit einer bestehenden Kombilinie für NRW- und Bügelverschluss-Flaschen noch bei einer Million Hektoliter pro Jahr, so plant die Kulmbacher Brauerei jetzt mit einer Jahresabsatzmenge von 1,5 Millionen Hektolitern. Klar, dass das nicht ohne weitere Abfüllkapazitäten geht. Deshalb gab die Brauerei bei Krones eine identische Linie in Auftrag, erneut mit einer Leistung von 50.000 Flaschen pro Stunde.
Dass die Kulmbacher Brauerei mit der ersten Linie also vollauf zufrieden war, darf man dabei voraussetzen. „Wir konnten mit gewissen Vorschusslorbeeren in die Verhandlungen gehen“, verrät Krones Vertriebsingenieur Berthold Stock. Und Stefan Simon, Leiter Produktion & Technik und gleichzeitig Projektleiter bei der Kulmbacher Brauerei, ergänzt: „Nach dem Motto ‚never change a winning team‘ war uns Kulmbacher Technikern klar, dass die neue Herausforderung in diesem Leistungsbereich nur mit Krones realisiert werden kann.“
| Projekt: | Hochleistungs-Bügelverschlussanlage |
| Kunde: | Kulmbacher Brauerei |
| Standort: | Kulmbach, Deutschland |
| Inbetriebnahme: | März 2023 |
| Umfang: | Linie mit einer Leistung von 50.000 0,5-Liter-Bügelverschluss-Flaschen, bestehend aus folgenden Maschinen:
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Maschinen in zwei Hallen verteilt
Während die erste Bügelverschluss-Anlage 2017 sehr aufwendig in fünf Bauabschnitten die damals vorhandene Linie Stück für Stück ersetzte, ist es nun einfacher: Die Hochleistungslinie kommt nämlich in eine neu gebaute Halle. Hier kann sie in einem Zug aufgebaut werden.
Ganz ohne Besonderheiten geht es aber auch diesmal nicht: Denn sowohl die Leergut-Einspeisung als auch Vollgut-Abgabe müssen in einem bestehenden Betriebsgebäude aufgestellt werden, das durch eine Straße von der zukünftigen Abfüllhalle getrennt ist. Je zwei Palettenheber werden dazu auf jeder Seite der Straße eingesetzt. Diese heben die Paletten auf rund sechs Meter Höhe, damit sie die Straße in einer geschlossenen Brücke überqueren können. Parallel soll auch die Möglichkeit gegeben sein, Leer- und Vollgut direkt an der Abfüllhalle auf- und abzugeben, um eine autarke Versorgung zu sichern. Entsprechend umfangreicher ist auch der Palettentransport.
Die Kurzzeiterhitzungsanlage VarioFlash wird ebenfalls im bestehenden Betriebsgebäude untergebracht. Eine mehr als 200 Meter lange Leitung versorgt von dort den Füller.
Umfangreiche Kontrollmöglichkeiten
- Leergut-Kontrolle von verschlossenen und geöffneten Flaschen sowie Fremdflaschen im Kasten vor einem Selektivauspacker
- Feinsortierung von Fremdflaschen sowie verschlossenen Flaschen mittels Sekamat nach dem Selektivauspacker
- Inspektionsmaschine Linatronic der neuesten Generation mit verschiedenen Kameras: Infrarot- und Hochfrequenz-Erkennung sowie Restlaugen-Erkennung vor dem Füller
- Außerdem Inspektion der Dichtgummi-Scheiben in der Linatronic
- Füllhöhen-Kontrolle mittels Gamma-Strahlen am Füllerauslauf
- Bottle-burst-Erkennung mit einer zusätzlichen Bruchsimulation
- Verschlusssitz-Kontrolle nach den Verschließern
- Füllhöhen-Kontrolle mit Gammastrahlen und Schaumdetektion nach dem Ultraschallbad
- Kontrolle des Bauch-, Verschlusssicherungs- und Rückenetiketts mit MHD-Laserung sowie Erkennen von undichten Flaschen und ausgewölbten Dichtgummis in der Etikettiermaschine
- Vollkasten-Kontrolle
Im Gegensatz zur ersten Anlage wird in der zweiten Bügelverschluss-Linie das Kontrollgerät Checkmat FEM-G vor der Etikettiermaschine mit Schwarz-Weiß-Kameras und einer größeren CPU-Steuerung für die Schaumerkennung ausgerüstet. Dabei wird ein eventueller Schaumaustritt am Dichtgummi überprüft.
Ziel: ein neuer Leistungsrekord
Das Sortieren von verschlossenen Leerflaschen nach dem Prinzip des selektiven Auspackens wird wieder genauso wie in der ersten Anlage angewandt. Einzeln ansteuerbare Packtulpen setzen verschlossene Flaschen und Fremdflaschen auf ein Band, die unverschlossenen Behälter hingegen auf ein anderes. Die noch verschlossenen Bügelverschluss-Flaschen werden anschließend von zwei Spezialmaschinen geöffnet. Neu ist, dass bereits vorher nicht auspackbare Kästen ausgeschleust werden können.
Die Flaschenreinigungsmaschine Lavatec E3 wird diesmal etwas breiter gebaut, um mehr Leistungsreserven zu haben. Sie wird ausgelegt auf einen Durchsatz von 62.000 Flaschen pro Stunde. Denn erklärtes Ziel aller Beteiligten, wenn auch nicht vertraglich festgelegt, ist es, die Leistung der Gesamtlinie auf 52.000 Flaschen pro Stunde hochzuschrauben – und damit den Rekord aus dem Jahr 2017 mit 50.000 Bügelverschluss-Flaschen pro Stunde noch mal zu toppen.
Konzept für Medienversorgung durch die Krones Fabrikplanung
Zusätzlich zum Auftrag für die Linie erstellt Krones, genauer gesagt das Team der Fabrikplanung, ein Konzept, wie Strom, Luft, Wasser und sonstige Medien für die zukünftige Linie an die bestehende Versorgung angebunden werden können. Hierzu wurde bereits eine Ausschreibung erstellt.
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Manfred Kaiser

