
KIC Krones führt intelligentes Hygienekonzept bei Starzinger ein
Die österreichische Getränkegruppe Starzinger hat gemeinsam mit KIC Krones in ihren Abfüllanlagen ein völlig neues Hygienekonzept umgesetzt.
Hygiene während der Getränkeabfüllung steht bei Starzinger über allem: Aus gutem Grund, denn die privat geführte österreichische Getränkegruppe ist sehr breit aufgestellt und will nicht nur für die eigenen Marken, sondern auch für alle Fremdabfüllungen höchste mikrobiologische Sicherheit gewährleisten. Deshalb hat Starzinger jetzt mit KIC Krones ein progressives Hygienekonzept für alle Maschinen und Anlagen umgesetzt.
Victor Starzinger, der gemeinsam mit seiner Mutter Ludmilla das Unternehmen in fünfter beziehungsweise vierter Generation führt, beschreibt die Firmenphilosophie wie folgt: „Wir sehen uns als innovatives, modernes und motiviertes Familienunternehmen. Die Anforderungen am Markt wandeln sich sehr schnell – und mit diesen müssen wir mitwachsen. Wir bedienen über 1.000 Lohnkunden und haben 2020 mehr als 1.200 SKUs (Stock Keeping Units, Anm. d. Red.) gefüllt. Um dies stemmen zu können, brauchen wir einen starken Partner, der uns sowohl technologisch als auch reinigungstechnisch berät.“
Um die Anforderungen am Markt stemmen zu können, brauchen wir einen starken Partner, der uns sowohl technologisch als auch reinigungstechnisch berät.

Produktionsleiter Johannes Hauser ergänzt: „Uns zeichnet auch aus, dass wir über die Jahre hinweg immer wieder neueste Trendprodukte in unser Portfolio aufgenommen haben, zum Beispiel Coldbrew Coffee, die aminosäurehaltigen BCAA-Getränke oder jetzt Hard Seltzer. Aber für eine reine Aseptik-Anlage sind es fast zu wenige sensible Getränke. Denn so schnell wie Trends kommen, so schnell gehen sie auch“, weiß er. „Und weil es ja nicht nur die Investition in eine Aseptik-Anlage ist, sondern auch Unterhalt und Betrieb dieser dazugehören, haben wir uns dazu entschlossen, stattdessen in Lösungen zu investieren, um bei unseren konventionellen Anlagen höchste Hygieneansprüche erfüllen zu können“, so Hauser.
Deshalb entschied sich Starzinger, ein Hygienekonzept einzuführen, das den hohen Ansprüchen gerecht wird und dabei für alle Anlagen gleich sein sollte.
Erfolgreiches Familienunternehmen
Einerseits produziert Starzinger mit vier Mineralbrunnen und zwei Brauereien ein umfangreiches Getränkeportfolio, darunter die traditionelle Marken-Limonade Schartner Bombe. Andererseits ist der Traditionsbetrieb ein professioneller Abfüller von Private-Label-Produkten, der diese nicht nur abfüllt, sondern die Kunden auch hinsichtlich Behälterauswahl und Gestaltung berät.
Bei Starzinger arbeiten rund 250 Mitarbeiter an fünf österreichischen Standorten und produzieren auf vier PET-, drei Glas- und drei Dosenanlagen circa 180.000 Einheiten pro Stunde. Damit ist die Getränkegruppe heute einer der größten Produzenten von alkoholfreien Getränken in Österreich und als Abfüller auch auf dem internationalen Markt aktiv.
Mit Krones verbindet Starzinger eine längere Geschichte. Am oberösterreichischen Firmenstandort Frankenmarkt hat Krones alle drei Dosenlinien installiert, eine davon erhielt erst kürzlich einen neuen Füller und Packer, außerdem wurde der Pasteur erweitert. In der einzigen Glaslinie kommen Krones Maschinen zum Einsatz und eine der beiden PET-Anlagen ist ebenfalls komplett von Krones: Diese hochmoderne PET-Abfüllanlage hat das Unternehmen erst 2017 in Betrieb genommen und sie war die erste Krones Linie überhaupt, die komplett mit LineXpress ausgestattet ist, einem System, das den Umstellprozess in der Linie weitgehend automatisiert.


„Je höher der Anspruch an uns, desto stärker muss unser Partner sein“
Dass Starzinger hierzu KIC Krones(öffnet externen Link in neuem Tab) ins Boot holte, lag – wie schon bei der Anlagentechnik von Krones – an der langjährigen guten Zusammenarbeit. Zunächst war KIC Krones „nur“ Lieferant für Klebstoffe, seit 2019 kamen Reinigungsmittel dazu – und so kam man ins Gespräch, als es darum ging, das Hygienekonzept der Linien zu überarbeiten.
Wir haben festgestellt, dass die Kompetenz von KIC Krones sehr hoch ist: Sie haben ein Interesse daran, uns in die richtige Richtung zu bringen.

Die KIC Krones(öffnet externen Link in neuem Tab) Außendienst-Mitarbeiterin Simone Weiherer führte auf Wunsch von Starzinger zunächst eine Betriebsabnahme durch, erstellte daraus einen Überblick über den Ist-Zustand und entwickelte auf dieser Basis ein Gesamtkonzept. Damit konnte sich KIC Krones als kompetenter Systempartner profilieren. „Je höher der Anspruch an uns selbst ist, desto stärker muss unser Partner sein. Deshalb ist es wichtig, dass Reinigungskonzept und Maschinen übereinstimmen. Wir arbeiten schon lange Jahre mit Krones zusammen, fast unser gesamter Maschinenpark für die Abfüllung besteht aus Krones Anlagen“, erklärt Johannes Hauser. „Wir haben dann festgestellt, dass auch die Kompetenz von KIC Krones sehr hoch ist: Sie wollen uns nicht nur etwas verkaufen, sondern haben ein Interesse daran, uns auch wirklich langfristig zu helfen und uns in die richtige Richtung zu bringen.“
So optimierte KIC Krones zunächst 2019 und 2020 jeweils die Reinigungstechnik einer PET- und einer Glaslinie (hier allerdings ohne Pasteur) in der Starzinger Betriebsstätte Deutschkreutz an der österreichisch-ungarischen Grenze. Anschließend war das Hygienekonzept für das Stammwerk in Frankenmarkt an der Reihe.

„Keine einzige Reklamation“
Das Gesamtkonzept ist einfach erklärt: So viel Reinigen wie nötig – aber nicht unnötig Reinigungsmittel verbrauchen. Und: so maschinenschonend wie möglich arbeiten. Denn durch die Vielzahl der Produkte steigt natürlich auch die Frequenz der Zwischenreinigungen.
„Je kürzer und effektiver also die CIP-Reinigung, umso kürzer ist der Produktionsstillstand und umso weniger Kosten entstehen“, betont Johannes Hauser und Nadine Prehofer, Leiterin der Qualitätssicherung bei Starzinger, ergänzt: „Die mikrobiologische Situation hat sich seit der Zusammenarbeit mit KIC Krones sehr verbessert. Wir haben sinkende Kosten für Reinigungsmittel und konnten die Produktqualität trotzdem ständig optimieren. So hatten wir im vergangenen Jahr von unseren Kunden keine einzige Reklamation in mikrobiologischer Hinsicht.“


Im Sommer 2021 waren bereits eine Dosen- und eine PET-Anlage sowie die Glaslinie bis zur Flaschenreinigungsmaschine auf das neue Hygienekonzept umgestellt. Für die beiden anderen Dosenlinien orderte Starzinger bei KIC Krones Chlordioxid-Anlagen(öffnet externen Link in neuem Tab), die Anfang 2022 in Betrieb gehen.
Synergieeffekt von Krones und KIC Krones als Königsweg
„Für uns sind das Monitoring und das ständige Hinterfragen, was noch besser gemacht werden könnte, sehr wichtig,“ sagt Nadine Prehofer. „Es ist ja auch eine Vorgabe der IFS-Zertifizierung, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu leben. Gleichzeitig ist für uns entscheidend, dass immer jemand von extern auf unsere Prozesse schaut, damit sich keine Fehler einschleichen, die schlimmstenfalls die Produktqualität beeinträchtigen könnten. Hier unterstützt uns KIC Krones aktiv und macht Lösungsvorschläge.“
Johannes Hauser fügt augenzwinkernd hinzu: „Und KIC Krones kann ja ab und zu auch was von uns lernen, weil wir manchmal als einer der allerersten neue Produkte platzieren, mit denen noch nicht mal Krones Erfahrung hat.“
Wir schätzen den Synergieeffekt, der für uns durch die Zusammenarbeit mit Krones und KIC Krones auftritt.

Zusammenfassend sieht der Produktionsleiter das neue Hygienekonzept als Königsweg: „Das war de facto der richtige Weg. Es gilt, sich stetig zu verbessern – das erwarten unsere Kunden von uns und das ist auch unser Anspruch. Mit dieser Umstellung sind wir definitiv in die absolut richtige Richtung unterwegs“, so Hauser. „Außerdem schätzen wir den Synergieeffekt, der für uns durch die Zusammenarbeit mit Krones und KIC Krones auftritt. Denn wer kennt die Maschinen besser als der Maschinenhersteller selbst? Langfristiges, schonendes, aber immer wieder notwendiges Reinigen, und das bei gleichzeitiger Ressourcenschonung und Kostensenkung: Diesen goldenen Mittelweg zu finden, gelingt eigentlich nur in einer solchen Konstellation.“
Das Hygienekonzept, das KIC Krones für das Starzinger-Werk Frankenmarkt ausgearbeitet und umgesetzt hat, umfasst vier Bausteine:
Diese werden im Folgenden genauer erklärt.
1. Schaumreinigung mit drei Komponenten
Die Optimierungen bei Schaumreinigung(öffnet externen Link in neuem Tab) und Bandschmierung(öffnet externen Link in neuem Tab) wurden von KIC Krones zunächst auf der Dosenlinie 2 umgesetzt. Während vorher bei der Schaumreinigung nur alkalische und saure Reiniger im Einsatz waren, werden nun für bessere Hygiene-Ergebnisse drei Komponenten verwendet:
- Alkalischer Schaumreiniger zum Entfernen von organischer Belastung
- Saurer Schaumreiniger zum Entfernen von mineralischen Belastungen, um mineralische Beläge sicher abzutragen
- Desinfektionsschaum zum Desinfizieren der gereinigten Oberflächen
Durch die gezielte Reinigung der Oberflächen zunächst mit saurem und alkalischem Medium kann die nachfolgende Desinfektion nun auf der sauberen Fläche ausgezeichnet wirken.
Die Schaumreinigung erfolgt am Füller automatisch, außerdem können mit einer Lanze auch andere Maschinen oder der Fußboden gereinigt werden.



2. Bandschmierung
Bei der Bandschmierung handelt es sich um ein klassisches Nassverfahren. Dieses wurde im Rahmen des Hygienekonzepts auf Bandschmiermittel von KIC Krones umgestellt, wodurch Starzinger auch Pluspunkte in Sachen Umweltschutz sammelte, wie Nadine Prehofer erklärt: „Bei der Bandschmierung haben wir auf den neuen Anlagen gleichzeitig mit der entsprechenden Ventilsteuerung eine wasserreduzierte, ressourcenschonende und abwassergerechte Arbeitsweise eingeführt.“


3. Verkürztes, intelligentes CIP-Verfahren
Eigentlich sind in der Branche folgende CIP-Verfahren üblich:
- Lauge, Säure und Desinfektionsmittel werden jeweils in einem eigenen Tank vorgehalten, wodurch das Desinfektionsmittel selbst logischerweise einen separaten Tank benötigt. Außerdem ist das Verfahren zeitaufwändig, die gestapelte Säure muss mehrmals im Jahr gewechselt werden, damit sich darin keine mikrobiologischen Verunreinigungen ausbreiten, und der Säurebehälter benötigt zusätzliche Reinigungszyklen.
- Alternativ können Lauge und Säure jeweils auch aus einem Tank entnommen und das Desinfektionsmittel kann in der Rohrleitung zudosiert werden. Hierbei wird das Desinfektionsmittel aber möglicherweise nur mäßig durchmischt bzw. schlecht verteilt, außerdem landet es anschließend im Kanal. Zudem ist dieses Verfahren auch zeitaufwändig, die gestapelte Säure muss ebenfalls häufig gewechselt werden.
KIC Krones: Prinzip der getakteten Dosierung
Das neue CIP-Verfahren, das KIC Krones entwickelt hat, arbeitet hingegen nach dem Prinzip einer getakteten Dosierung in den Säuretank. Hier wird Desinfektionsmittel etwa zehn bis 15 Minuten nach der Säurereinigung zugegeben. So findet zunächst eine eigenständige Säurereinigung statt, wobei gezielt Härtebeläge entfernt werden, anschließend kann das Desinfektionsmittel auf der bereits sauberen Oberfläche perfekt wirken.


Bei der getakteten Zugabe wird das Desinfektionsmittel auf drei gleiche Teile aufgeteilt. Dadurch lässt sich immer wieder frisches, unverbrauchtes Desinfektionsmittel einbringen und eine Versorgung mit Desinfektionsmittel über den kompletten vorgesehenen Zeitraum der Desinfektion sicherstellen. Pausenzeiten von circa 30 Sekunden zwischen den einzelnen Dosage-Schritten sorgen zudem für eine gute Durchmischung des Mittels.
Das neue CIP-Verfahren wird bei Starzinger momentan nur auf der modernisierten Dosenlinie 2 angewandt. In Zukunft soll es aber auf allen Anlagen umgesetzt werden.
CIP-Verfahren von KIC Krones mit einer ganzen Reihe von Vorteilen
- Gute Durchmischung des Desinfektionsmittels durch getaktete Dosierung mit Pausenzeiten in den Säuretank
- Präzise Dosierung einer definierten Menge an Desinfektionsmittel über Massedurchflussmesser
- Wegfall des Tanks für die Desinfektion
- Geringerer Zeitaufwand
- Desinfektion der Säure, wodurch längere Standzeiten möglich sind
- Geringere Reinigungszyklen des Säuretanks
- Ein-Phasen-Reinigung mit vorheriger Entfernung von Härtebelägen
4. Desinfektion im Tunnelpasteur mit Chlordioxid
Ein wesentlicher Aspekt des neuen Hygienekonzepts war die Neudefinition der Wasserbehandlung mit Chlordioxid im Tunnelpasteur. „Von allen technischen Neuerungen war für uns die Chlordioxid-Anlage besonders wichtig, um die Problematik der Pasteurhygiene in den Griff zu bekommen. In der Vergangenheit wurde diese von anderen Reinigungsmittel-Herstellern mit sehr aggressiven Chemikalien angegangen. Mit der Lösung von KIC Krones, eine Chlordioxid-Anlage einzusetzen, sehen wir schon jetzt nach kurzer Zeit eine nachhaltige Verbesserung“, so Nadine Prehofer.
Übliche Verfahren und ihre Schwachstellen
Im Tunnelpasteur wird Wasser in einem Kreislauf eingesetzt. Um dieses Wasser zu behandeln, stehen generell – je nach Betriebsbedingungen und Anforderungen des Abfüllers – unterschiedliche Methoden zur Auswahl. Zu den gängigen chemischen Desinfektionsmitteln gehören beispielsweise Oxidationsmittel. Trotz Desinfizieren kann es hier aber zu einer erhöhten Keimzahl im Kreislaufwasser sowie zu Biofilm- und Geruchsbildung kommen. Als Gegenmaßnahme wird häufig eine größere Menge des Mittels eingesetzt, was jedoch die Lebensdauer der Materialien stark herabsetzen kann und häufig zu Korrosion aufgrund von Überdosierung führt.
Bisher setzte Starzinger im Pasteur kein Chlordioxid als Biozid ein, da bei dessen herkömmlicher Herstellung mit Salzsäure korrosive Nebenprodukte entstehen, die den Edelstahl der Anlage angreifen und schädigen. KIC Krones gewinnt sein Chlordioxid jedoch nicht mit Salzsäure, sondern mit einem speziellen schwefelsäurebasierten Produkt, wodurch die korrosiven Nebenprodukte entfallen – und zwar, ohne dass die Desinfektionswirkung negativ beeinflusst wird.
Chlordioxid ist allerdings wegen seines instabilen Charakters nicht lagerfähig und muss deshalb vor Ort mit Hilfe eines Generators hergestellt werden. In diesem wird das Natriumchlorit der Krones colclean Reihe mit einem dafür eigens optimierten Schwefelsäure-Produkt gemischt. Das erhöht zwar zunächst mal die initialen Kosten, da ja in einen Generator investiert wird, macht sich jedoch dank der günstigeren Chemiekosten auf Dauer bezahlt.


Anbindung des Chlordioxid-Generators an den Pasteur
Für eine Anbindung an den Pasteur gibt es ebenfalls verschiedene, an den Pasteurprozess angepasste Varianten:
- Entweder über nur eine Dosierstelle mit Chlordioxid-Erzeuger und Mengenüberwachung
- Oder über mehrere Dosierstellen mit Chlordioxid-Erzeuger, Mengenüberwachung und Verteilung
Bei letzterer Variante, die KIC Krones auch bei Starzinger umsetzte, werden das Natriumchlorit Krones colclean und das Schwefelsäure-Produkt in dem Chlordioxid-Erzeuger zusammengeführt. Über je eine Einrichtung zur Verteilung und Überwachung von Menge, pH-Wert und Redox-Potenzial der beiden Komponenten gelangt das Chlordioxid in den Pasteur. Damit ergibt sich eine optimale Verteilung und Dosierung für jede Anwendung und alle Fabrikate.
Ihre Meinung ist gefragt!
Diskutieren Sie mit uns auf LinkedIn
Sie haben noch Fragen oder möchten Ihre Gedanken zu diesem Thema mit uns teilen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare und Anmerkungen!
Hier geht's zum LinkedIn-Post(öffnet externen Link in neuem Tab)
Manfred Kaiser