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    Geschäftsbericht Krones AG 2019
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    Geschäftsbericht Krones AG 2019

      Sehr geehrte Aktionäre und Geschäftsfreunde,

      2019 war für Krones sehr herausfordernd. Verschiedene Faktoren führten dazu, dass wir zum Halbjahr unsere Ertragsprognose zurücknehmen mussten. Daraufhin hat der Vorstand weitreichende strukturelle Maßnahmen eingeleitet, um die Ertragskraft zu stärken und das Unternehmen »Entschlossen zum Erfolg« zu führen.

      Krones wächst stabil trotz schwächelnder Konjunktur

      Im Berichtsjahr haben sich die gesamtwirtschaftlichen Prognosen sukzessive eingetrübt. Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie Europa und der über lange Zeit ungeklärte »Brexit« belasteten die Konjunktur. Die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) mussten ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft 2019 mehrmals nach unten anpassen, von anfangs 3,5 % auf 2,9 %. Die teilweise sehr emotional geführte Kunststoffdebatte war für unser Geschäft ebenfalls wenig förderlich.

      Trotz dieser Unsicherheiten war die Nachfrage auf unseren Märkten der internationalen Getränke- und Verpackungsindustrie zufriedenstellend. Krones konnte die relativ stabile Nachfrage nutzen und steigerte den Umsatz im Berichtsjahr um 2,7 % auf 3,96 Mrd. €. Damit haben wir unsere Wachstumsprognose von 3 % erfüllt. Auch der Auftragseingang entwickelte sich ähnlich positiv und verbesserte sich um 3,2 % auf 4,08 Mrd. €.

      Ertragskraft liegt 2019 erheblich unter Plan

      Im Gegensatz zu Umsatz und Auftragseingang hat sich die Ertragskraft deutlich schwächer entwickelt als zu Jahresanfang 2019 prognostiziert. Erheblich gestiegene Personalkosten belasteten im Berichtsjahr unerwartet stark die Profitabilität von Krones. Darüber hinaus wirkten sich hauptsächlich im zweiten Quartal ein ungünstiger Produktmix und eine damit einhergehende Unterauslastung in der Kunststofftechnik sowie eine temporäre Nachfrageschwäche in Teilbereichen des After-Sales-Geschäfts negativ aus. Insgesamt verringerte sich die EBT-Marge im Berichtsjahr von 5,3 % auf 1,1 %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir 2019 rund 70 Mio. € Aufwand für Rückstellungen und Wertberichtungen verbucht haben. Bereinigt um diese Aufwendungen für strukturelle Maßnahmen lag die EBT-Marge bei 2,8 %. Damit hat Krones die im Rahmen der zum Halbjahr verringerte Prognose von rund 3 % erreicht (ursprüngliche Prognose: rund 6 %).

      Strukturelle Maßnahmen eingeleitet – erste Erfolge sichtbar

      Um nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben und die dafür notwendige Ertragskraft zu erreichen, haben wir im zweiten Halbjahr 2019 kurz- und mittelfristige Maßnahmen eingeleitet. Ziel der Anstrengungen ist es, dass wir unsere Kostenstrukturen verbessern, die Effizienz erhöhen, unser Portfolio auf den Prüfstand stellen und neue Wachstumsimpulse setzen. Viele der Einzelmaßnahmen, die 2020 und 2021 umgesetzt werden, sind auf den Seiten 5 bis 24 detailliert dargestellt.

      Krones kann bereits erste Erfolge verzeichnen. So kommen wir bei den Kosteneinsparungen gut voran. Die Absatzpreise haben sich stabilisiert und gehen in die richtige Richtung. Auch der Ausbau des Global Footprint schreitet gut voran. Hier ist unser neues Werk in Ungarn das wichtigste Projekt. Nach Verzögerungen wird die Fabrik in der zweiten Jahreshälfte 2020 voll in Betrieb gehen und dann rund 20 Mio. € jährlich einsparen. Auch in China haben wir nach der Erweiterung der Produktion und dem Aufbau komplett regionaler Beschaffungsstrukturen unsere Präsenz deutlich gestärkt.

      Noch viel zu tun gibt es hingegen in der Prozesstechnik, hauptsächlich im Geschäft mit Brauereien. Hier haben wir uns klare Ziele gesetzt und diese auch mit einem Zeitfenster versehen. Sollte der Bereich Getränkeherstellung bis 2021 das geforderte Ertragsziel nicht erreichen, werden wir klare Entscheidungen zur weiteren Zukunft dieses Geschäfts treffen.

      Investitionen in Innovationen bleiben hoch

      Ein Teil des Maßnahmenpakets ist, dass wir die zuletzt sehr hohen Investitionen wieder auf ein normales Maß zurückfahren. Betroffen hiervon sind vor allem Ausgaben für Sachanlagen sowie für Unternehmenszukäufe. Bei den Akquisitionen werden wir uns auf die Integration der in den Vorjahren erworbenen Unternehmen konzentrieren. Größere Zukäufe sind vorerst nicht geplant.

      Technologisch führende Produkte und Dienstleistungen sind der Anspruch und die Zukunft des Unternehmens. Daher werden wir die Investitionen in Innovationen auf hohem Niveau halten und die Etats für Forschung und Entwicklung sowie die Investitionen in unsere Digitalsparte keineswegs kürzen.

      Für die globalen Herausforderungen wie die Verringerung von CO2-Emission und nachhaltige Konzepte für Verpackungen aus Kunststoff hat Krones innovative Produkte. Wir werden in den kommenden Jahren mit weiteren Innovationen unsere Technologieführerschaft sichern. Einige unsere Innovationen aus dem Berichtsjahr stellen wir auf den Seiten 58 bis 63 vor.

      Internationale Mitarbeiterzahl steigt – Abbau in Deutschland

      Die Mitarbeiterzahl im Konzern ist im Berichtsjahr um rund 800 auf 17.353 gestiegen. Im Inland ist die Zahl der Beschäftigten um rund 150 gesunken. Der Stellenabbau in Deutschland ist sehr schmerzlich, aber leider unausweichlich. Um auf unseren internationalen Märkten bestehen zu können, müssen wir als stark exportorientiertes Unternehmen Teile der Wertschöpfung ins Ausland verlagern – so schwer uns die Stellenstreichungen in Deutschland auch gefallen sind. Gerade in der herausfordernden und für das Unternehmen ungewohnten Situation bedanke ich mich im Namen des kompletten Vorstands herzlich beim gesamten Krones Team für den engagierten und qualifizierten Einsatz.

      Ziele für 2020 – nachhaltige Wende im Ertrag einleiten

      Nach dem schwierigen Jahr 2019 will Krones schnell eine nachhaltige Wende bei der Ertragskraft des Unternehmens schaffen, damit wir unsere Mittelfristziele so früh wie möglich erreichen. Obwohl wir uns für 2020 ehrgeizige Ziele gesetzt haben, rechnen wir in Anbetracht der derzeitigen unsicheren Situation in den Märkten mit keinem Umsatzwachstum. Die EBITDA-Marge soll sich auf rund 6,7 – 7,2 % verbessern. Bei unserer dritten Zielgröße, dem Working Capital im Verhältnis zum Umsatz, wollen wir im laufenden Jahr 26 % erreichen und dadurch in Verbindung mit geringeren Investitionen auch den Free Cashflow steigern.

      Wir sind der Markt- und Technologieführer in einem weltweit wachsenden Markt. Jetzt geht es darum, die strukturellen Themen und beschlossenen Maßnahmen gemeinsam mit unserem motivierten Team auf der ganzen Welt weiter umzusetzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam Krones wieder in die Erfolgsspur zurückbringen.

       

      Christoph Klenk
      CEO

      * Alle Angaben innerhalb des »Brief des Vorstands« beziehen sich auf den Krones Konzern.

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