schließen
Suche
Suche...
Keine Ergebnisse
    Referenz

    Neutraublinger Technologie trifft Regensburger Traditionssenf

    Sie müssen Cookies akzeptieren, um diese Funktionalität nutzen zu können.
    17. Januar 2022
    8:15 Min.
    Händlmaier setzt zur Produktion von Senf, Saucen und Dressings erstmals auf eine komplette Krones Glaslinie.
    • Bei seinem süßen Senf setzt Händlmaier heute immer noch auf das Originalrezept aus den 1910er Jahren.

    Wirft man einen Blick auf Speisekarten von bayerischen Wirtshäusern, dann darf neben Schweinshaxn und Obadzda eines nicht fehlen: Weißwurst mit Breze und süßem Hausmachersenf. Produziert wird diese Senfspezialität mitten in Bayern, bei Händlmaier in Regensburg.

    Aber auch jenseits der bayerischen Landesgrenzen ist Händlmaiers süßer Senf heute ein wahrer „Export“-Schlager – und passt dabei nicht nur zur Weißwurst, wie Inhaber Franz Wunderlich stolz erzählt: „Er ist der perfekte Begleiter zu Weißwurst, aber auch zu Leberkäs, zur Breze oder im Salatdressing. Dabei transportiert er ein Gefühl von Regionalität und vom bayerischen Lebensgefühl, kurzum: Er ist einfach etwas ganz Besonderes.“

    Bitte aktivieren Sie JavaScript, um dieses Video abspielen zu können.

    Der Stolz kommt nicht von ungefähr. Denn Händlmaier ist ein echtes Traditionsunternehmen – und setzt heute immer noch auf das Originalrezept aus den 1910er Jahren: Wunderlichs Ur-Großmutter hat damals den süßen Senf entwickelt und in ihren Metzgereien angeboten, „eigentlich nur als Nebenprodukt zu den Fleisch- und Wurstwaren“, wie er anmerkt. Die Metzgereien wurden in den 60er Jahren verkauft, der Senf – und sein Geheimrezept – aber blieben in der Familie. Dass das die richtige Entscheidung war, zeigt sich bei einem Blick auf den steilen Aufstieg von Händlmaier.

    Bis Anfang der 90er produzierte das Unternehmen ausschließlich diese eine Sorte Senf, „und zwar mitten in der Regensburger Altstadt, in reiner Handarbeit und mit voller Frauenpower“, wie Wunderlich mit einem Schmunzeln erzählt. Eine der damaligen Produktionsmitarbeiterinnen ist Ernestine Flietel. Sie ist die letzte aktive Mitarbeiterin aus dieser Zeit und mittlerweile seit 33 Jahren Teil der Händlmaier-Familie. Gerne erinnert sie sich zurück an ihre Anfänge im Unternehmen: „Wir waren damals etwa zehn oder zwölf Frauen – und wir haben alles selbst gestemmt: vom Anrühren und Kochen des Senfs, über das Abfüllen und Etikettieren der Gläser bis hin zur Verladung in die Auslieferfahrzeuge. Man muss schon sagen, dass das natürlich anstrengend war, vor allem für uns Frauen. Aber es war auch eine schöne Zeit, die Atmosphäre war toll und sehr familiär – und ist es auch heute noch.“ 

    Anfang der 90er Jahre war dann aber Schluss mit der rein manuellen Arbeit. Denn Händlmaier entschied sich, seine Produktion zu modernisieren und automatisieren – und investierte in Anlagen zum Herstellen und Abfüllen. Weil dafür aber mehr Platz benötigt wurde, als in den Räumen in der Innenstadt zur Verfügung stand, folgte 1991 der Umzug an den Stadtrand – und mit diesem nahm die Erfolgsgeschichte von Händlmaier dann erst richtig Fahrt auf.

    Von Beginn an Krones Etikettiermaschinen

    Schon bei dieser ersten Abfülllinie war Krones mit im Boot: „Ich erinnere mich noch gut an die Eröffnung des neuen Standorts. Die allererste Etikettiermaschine war eine Krones Universella mit einer Leistung von 160 Gläsern pro Minute, die heute immer noch zuverlässig ihre Dienste leistet“, so Thomas Weber, der Händlmaier von Seiten Krones in diesem Projekt begleitet und als Gebietsleiter für den Vertrieb in Westdeutschland und der Schweiz verantwortlich ist. „2011 folgte dann der zweite Krones Etikettierer in gleicher Bauweise für Linie 2 mit 80 Behältern pro Minute. Dieser verarbeitet heute hauptsächlich Squeeze-Behälter sowie 1-Liter-Flaschen mit Saucen für die Gastronomie und wird für weitere Spezialitäten eingesetzt.“

    „Die Produktionskapazitäten haben es bisher einfach nicht zugelassen, die erwartete Nachfrage zu erfüllen. Das war einer der Gründe, warum wir dringend eine neue Anlage gebraucht haben.“ Erwin HächlFranz WunderlichInhaber der Luise Händlmaier GmbH

    Wer die Leistungen von Linie 1 und 2 zusammenzählt, dem fällt schnell auf: 240 Glasbehälter pro Minute (und damit 14.400 pro Stunde) sind gar nicht mal so viele – vor allem dann nicht, wenn das Portfolio und auch die Nachfrage ständig wachsen. Denn mit dem Platz und den Abfüllkapazitäten am neuen Standort stieg auch das Angebot, zunächst um mittelscharfen Senf und Meerrettich, später auch um diverse Feinkost- und Senfsaucen. Neuester Zuwachs ist die Salatdressing-Marke Mr. Lowcarb – ganz ohne Zucker, Fett, Gluten und Laktose. „Damit sind wir seit eineinhalb Jahren auf dem Markt, aber zugegebenermaßen bisher sehr verhalten. Die Produktionskapazitäten haben es bisher einfach nicht zugelassen, die erwartete Nachfrage zu erfüllen“, so Franz Wunderlich. „Das war einer der Gründe, warum wir dringend eine neue Anlage gebraucht haben.“

    Abschnitt 7
    Neben süßem und scharfem Senf produziert Händlmaier auch Meerrettich, Saucen und seit kurzem auch Salat-Dressings.

    Premiere für ein Turnkey-Projekt

    Das Jahr 2020 nutzte Händlmaier gemeinsam mit Krones zur Planung der Linie, beauftragte diese schließlich Ende des Jahres und organisierte selbst den Warenausgang, der bisher in diesem Hallenteil untergebracht war, neu. Anfang Februar 2021 wurden dann die Maschinen angeliefert und bereits im April liefen die ersten Gläser vom Band. Seitdem kann Händlmaier pro Stunde zusätzliche 12.000 Glasbehälter produzieren. Gemessen an den bisherigen Linienleistungen entspricht das einer Steigerung von mehr als 80 Prozent. Erstmals entschied sich das Unternehmen dazu, das neue Linienprojekt an einen Turnkey-Partner zu vergeben – und die Wahl fiel auf Krones. „Es macht einfach Sinn, die Verantwortung für eine Gesamtanlage an einen Lieferanten zu übergeben, der sich dann auch um alle Schnittstellen kümmert und die komplette Verantwortung für alle Themen übernimmt. Und Krones hat hier in allen Bereichen einen tollen Job gemacht“, bekennt Franz Wunderlich.

    Das Maschinen-Setup der neuen Einwegglas-Linie ist so gewählt, dass Händlmaier sich beim Abfüllen und Ausstatten alle Möglichkeiten offen hält:

    • Der Füller verarbeitet Senf und Saucen sowohl mit als auch ohne Stückchen, je nach Produktanforderung in Kalt- wie auch in Heißabfüllung. Im Übrigen ist dies die einzige Fremdanlage, da die Füller von Krones in der Regel nur Getränke und Liquid Food verarbeiten, nicht jedoch Produkte mit hoher Viskosität oder Stückchen.
    • Im Falle von heiß abgefüllten Produkten, in der Regel Saucen, kühlt ein Krones LinaCool zuerst die Gläser, im Linadry werden sie anschließend von Kondenswasser befreit. Sämtliche Senfprodukte hingegen werden in Umgebungstemperatur abgefüllt. In diesem Fall werden beide Anlagen dann im Bypass umfahren.
    • Zum Etikettieren sind zwei Maschinen in Reihe geschaltet – je nach Produkt läuft die eine oder die andere Anlage: Die Glasflaschen der Mr.-Lowcarb-Salatdressings beispielsweise werden im Hals- und Rumpfbereich von der Krones Autocol mit Selbstklebe-Etiketten ausgestattet. Diese Anlage bietet auch die Möglichkeit zur Behälterausrichtung, sodass auch Gläser mit Embossing an der gewünschten Stelle mit dem Etikett versehen werden. Alle anderen Gläser und Glasflaschen erhalten ihre Papieretiketten von der Kaltleim-Etikettiermaschine Krones Universella
       

    Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind zwei Checkmat Systeme, die sowohl den Verschluss- als auch den Etikettensitz überprüfen – letzteren in einer 360-Grad-Kontrolle. Verpackt werden die Behälter anschließend im Variopac Pro in Trays mit Folie. Zum Palettieren hat Krones nicht nur einen, sondern gleich zwei Modulpal Pro 1A direkt nebeneinander installiert – einen für die neue Linie, der zweite verarbeitet die Gebinde der Linie 1. So konnten auch die Logistikprozesse vereinfacht werden, indem die Gabelstapler von einem zentralen Ort aus die Vollpaletten aufladen und ins Lager transportieren können.

    Krones Akademie macht Bedienpersonal fit für neue Anlagen-Technologie

    Der größte Unterschied zu den beiden alten Linien ist das Mehr an Leistung; denn die neue Linie ist so ausgelegt, dass das ganze Portfolio an Senf, Saucen und Dressings in größeren Stückzahlen verarbeitet werden kann. Händlmaier hat sich dabei zum Ziel gesetzt, so wenig wie möglich umstellen zu müssen, vor allem was die Behälterformen anbelangt. Am effektivsten ist es, wenn mehrere Tage – oder sogar die gesamte Woche – die gleiche Glasart gefahren wird. So lässt sich der bestmögliche Wirkungsgrad erzielen. 
    Um sein Personal fit für die neue Anlagentechnologie zu machen, entschied sich Händlmaier für Trainingseinheiten in der Krones Akademie. Die ersten fanden im Schulungszentrum bei Krones in Neutraubling statt, die Detailtrainings dann direkt vor Ort an den eigenen Anlagen. „Da ist es natürlich ein Riesen-Pluspunkt, dass Krones mit nur zehn Kilometern Entfernung quasi in der Nachbarschaft ist – nicht nur für die Schulungen, sondern auch im gesamten Projektverlauf und auch jetzt bei Servicethemen“, erklärt Franz Wunderlich.

    Abschnitt 10
    Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind zwei Checkmat Systeme, die sowohl den Verschluss- als auch den Etikettensitz überprüfen – letzteren in einer 360-Grad-Kontrolle.

    Eher ein großer Mittelständler statt ein Großkonzern

    Aber nicht nur die unmittelbare Nähe sieht er als großen Vorteil für die Zusammenarbeit. „Krones agiert immer höchst professionell – und zwar auf allen Ebenen. Das ist wirklich eine große Stärke. Man hat nicht das Gefühl, dass man mit einem Konzern zusammenarbeitet; von der Mentalität und Entscheidungsfreudigkeit her erinnert mich Krones eher an einen großen Mittelständler“, so Wunderlich und erklärt, was er damit meint: „Gerade im Anlagenbau gibt es immer viele Themen, über die man sich Gedanken machen muss und die es zu besprechen gilt. Müsste jede Entscheidung, die es zu treffen gilt, immer erst hoch bis zum Vorstand kommuniziert werden, dann würde man Gefahr laufen, über viele Dinge wohl eher gar nicht oder zu spät zu sprechen. Bei Krones war dies wirklich angenehm. Wir haben ganz unbürokratisch alle wichtigen Entscheidungen direkt innerhalb des Projektteams gefällt. Das ist eine der großen Stärken von Krones und ich bin mir sicher, dass wir aus diesem Grund zu einem so guten Ergebnis gekommen sind.“

    „Krones agiert immer höchst professionell. Man hat nicht das Gefühl, dass man mit einem Konzern zusammenarbeitet; von der Mentalität und Entscheidungsfreudigkeit her erinnert mich Krones eher an einen großen Mittelständler.“ Erwin HächlFranz WunderlichInhaber der Luise Händlmaier GmbH

    Zwischen bayerischer Kulinarik und internationalen Trends

    Obwohl die neue Linie ein deutliches Plus an Abfüllkapazitäten bietet, läuft diese jetzt schon im Zweischichtbetrieb an fünf Tagen pro Woche. Denn die Nachfrage nach Händlmaier-Produkten ist hoch – und das Unternehmen hat ehrgeizige Pläne für die Zukunft:
    Ein starker Fokus liegt auf neuen Produkten wie den Mr.-Lowcarb-Dressings. Diese möchte Wunderlich großflächig am Markt einführen und etablieren, und zwar nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in ganz Europa. „Saucen haben ein unglaubliches Wachstumspotenzial – und mit unserem Low-Carb-Ansatz treffen wir meiner Meinung nach genau den Zahn der Zeit“, erklärt Franz Wunderlich.

    Abschnitt 12
    Händlmaier produziert seine Produkte fast ausschließlich in Glasbehälter jeglicher Formen und Größen.

    Doch auch sein Flaggschiff, den süßen Senf, verliert er selbstverständlich nicht aus den Augen, auch wenn er sich bewusst ist, dass das Wachstumspotenzial hier deutlich geringer ist. „Im deutschsprachigen Raum sind wir schon heute eine starke Marke. Die Verbraucher schätzen unsere Authentizität, sie identifizieren Händlmaier mit Bayern und sie haben großes Vertrauen in uns und unsere Produkte“, so der Firmen-Chef. Exportiert wird der süße Senf zwar auch, „aber bei weitem nicht in diesen Mengen, weil international einfach der Bezug zum Produkt fehlt. Hier ist der süße Senf eher eine Spezialität, ein Synonym für bayerische Kulinarik.“ Obwohl das Grundrezept – ganz wie es die Tradition will – selbstverständlich nicht verändert wird, überlegt sich Wunderlich trotzdem neue Varianten, um noch mehr Verbraucher anzusprechen. Neuester Coup ist eine zuckerreduzierte Variante: „Geschmacklich ist da kein Unterschied zum Original“, versichert er. „Aber die Menschen legen heute immer mehr Wert auf gesunde Ernährung. Und dieser Nachfrage wollen wir nicht nur mit unseren Dressings, sondern auch unserem süßen Senf gerecht werden.“

    17. Januar 2022
    8:15 Min.

    In unserem Krones.shop können Sie ganz einfach ein unverbindliches Angebot anfragen.

    Neumaschine anfragen
    krones
    krones
    0
    10
    1