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    O-I und Dekron machen Glas zur Leinwand
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    O-I und Dekron machen Glas zur Leinwand

      Ein traditionelles Verpackungsmaterial immer wieder neu erfinden: Dieses Kunststück vollführt O-I mit beeindruckender Regelmäßigkeit. Neuster Wurf des größten Glasbehälterherstellers der Welt: die Produktlinie O-I : Expressions. »Unsere Kunden bringen in immer schnellerer Abfolge neue Produkte und Verpackungsvarianten auf den Markt«, erläutert Melianthe Leeman, Global Innovation Platform Leader bei O-I. »Die Kampagnen werden immer kürzer und kürzer – und damit auch der Lifecycle unserer Produkte. Dazu kommt noch der Trend der Individualisierung, der spürbar wächst und auf den wir entsprechend reagieren müssen.«

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      Als sich das O-I-Innovationsteam nach neuen Dekorationstechnologien umgesehen hatte, kristallisierte sich der digitale Direktdruck bald als aussichtsreicher Kandidat heraus, diesen Herausforderungen zu begegnen. Insbesondere, weil er es ermöglicht, die Flaschendekoration auf Knopfdruck zu wechseln und damit auch Kleinstauflagen wirtschaftlich umzusetzen. »Wir haben uns mehrere Alternativen angesehen und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass die Technologie von Till für das Bedrucken von Glas die vielversprechendste war«, sagt Melianthe Leeman. Dass das Unternehmen wenig später unter dem Namen Dekron als hundertprozentige Tochter in den Krones Konzern einging, bestätigte O-I darin, auf das richtige Pferd gesetzt zu haben. »Für uns war das letztlich die Garantie, dass das Projekt eine langfristige Zukunft haben wird. Denn statt eines Start-ups hatten wir jetzt einen Konzern an unserer Seite«, erläutert Leeman. »Außerdem kannten wir die Krones AG natürlich schon lange und wussten um deren guten Ruf auf dem Markt.«

      Auf Herz und Nieren getestet

      Im ersten Schritt ließ O-I eine Labormaschine im französischen Chazelles sur Lyon installieren. Dort betreibt das Unternehmen eines von insgesamt drei europäischen Werken, die auf die Dekoration von Glasbehältern spezialisiert sind. Das Leistungsspektrum erstreckt sich dabei vom Entwickeln der Designs bis hin zu deren Umsetzung. Für Letzteres verfügte der Standort bereits über Siebdruck- und Sleeve-Anlagen. Um herauszufinden, ob der Direktdruck neben diesen etablierten Verfahren bestehen und sie sinnvoll ergänzen kann, wurde die Technik zunächst einer intensiven Testreihe unterzogen. »Dabei stellte sich heraus, dass alles, was man uns über diese Technologie versprochen hatte, tatsächlich der Wahrheit entsprach«, schildert Melianthe Leeman begeistert. »Vom breiten Farbspektrum über die verschiedenen Designmöglichkeiten bis hin zur exakt definierten Tintenmenge, die auf die Flasche aufgebracht wird – im Praxistest hat sich alles bestätigt.«

       

      Es stellte sich heraus, dass alles, was man uns über diese Technologie versprochen hatte, tatsächlich der Wahrheit entsprach.

      Melianthe Leeman

       

      Entsprechend leicht fiel die Entscheidung, den nächsten Schritt zu gehen. Um die Erkenntnisse aus den Labortests auf das Produktionsumfeld zu übertragen, orderte O-I von Dekron eine Direktdruckmaschine, die ein größeres Leistungsspektrum abdeckt und auf eine industrielle Serienproduktion ausgelegt ist: die DecoType Compact. Sie wurde Anfang 2019 in Chazelles sur Lyon installiert, parallel dazu bereitete Dekron eine zweite Maschine gleichen Typs für einen weiteren O-I-Standort in Kalifornien vor. Im französischen Werk ging die neue Maschine sogleich in Produktion. »Wir waren vom Marktpotenzial der Technik überzeugt«, sagt Leeman. »Deshalb haben wir anstelle eines Entwicklungsprojekts sofort damit begonnen, an Projekten für den Markt zu arbeiten.« Dies lag auch daran, dass O-I während der Labortests eine aufregende Entdeckung gemacht hatte, die bereits im frühen Stadium ein enormes Interesse bei den Kunden hervorrief.

      Designs zum Fühlen

      Einer der bekannten Vorteile der digitalen Dekorationstechnik besteht darin, dass sich mit ihr unter anderem auch hervorgehobene Strukturen auf der Flasche gezielt bedrucken lassen. Doch die Dekorationsexperten bei O-I gingen noch einen Schritt weiter: Sie wollten Flaschenstrukturen nicht einfach nur farblich akzentuieren, sondern gleich selbst aus Farbe erschaffen. Durch das mehrschichtige Auftragen der Tinte ließen sie auf der glatten Glasoberfläche fein detaillierte Reliefs entstehen, die sich beim Darüberstreichen mit den Fingern erfühlen lassen. Transparent ausgeführt, lassen sich auf diese Weise sogar Strukturen erzeugen, die Embossings täuschend ähnlich sehen – mit dem einzigen Unterschied, dass sie eben nicht aus Glas bestehen, sondern aus Tinte.

      Über die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten, die sich daraus ergaben, waren sogar die Maschinenentwickler bei Krones und Dekron verblüfft. Eine Geschichte, die eindrucksvoll beweist: Manchmal braucht es das vereinte Know-how von Erfindern und Anwendern, damit eine neue Technologie ihr Talent voll entfalten kann. »Wir haben uns in diesem Projekt einfach perfekt ergänzt – nicht nur fachlich, sondern auch in unserer Herangehensweise und Motivation«, meint dazu Melianthe Leeman. »In einem Innovationsprojekt ist es enorm wichtig, dass alle Beteiligten optimistisch und offen an die Sache herangehen. Auch wenn es viele Fragen und Hürden zu überwinden gab – wir waren uns immer darin einig, dass wir das schaffen können und gemeinsam zu einem Erfolg machen werden.«

      Personalisierung für kleinere Kunden

      Flaschen, die aussehen als trügen sie bunte Schmuckbänder oder wären in filigrane Spitze eingewickelt – was sich in der O-I-Produktionshalle auf den Paletten stapelt, gleicht eher Kunstwerken aus Glas denn Getränkeverpackungen. »Das ist genau das, was wir auch unseren Kunden sagen«, betont Melianthe Leeman. »Sie können ihre Flaschen als leere Leinwände betrachten – und gemeinsam mit uns etwas völlig Neues daraus machen.«

      Zu den ersten Kunden, die diese Möglichkeit nutzten, gehörten vor allem Hersteller von Roséweinen. »Wir haben generell festgestellt, dass unsere Roséwein-Kunden sehr innovationsfreudig sind, was Verpackung anbelangt. Deshalb zählten sie auch hier zu den Early Adoptern«, so Leeman. »Inzwischen breitet sich die neue Dekorationstechnik aber auch auf andere Segmente aus, beispielsweise auf den Spirituosen- und den Craft-Beer-Markt.« Der Anreiz, sich auf die neue Technik einzulassen, kann dabei sehr unterschiedlich sein. »Kunden, die kleinere Chargen produzieren und daher in Standardflaschen abfüllen, können nun endlich ihr Logo oder andere Markenelemente auf das Glas prägen lassen«, erklärt Leeman. »Mit größeren Kunden dagegen arbeiten wir an zeitlich begrenzten Marketing-Kampagnen und Angeboten, mit denen sie eine größere Bandbreite und andere Funktionalitäten auf den Markt bringen können, als sie es bisher getan haben. Kurzum: an Verpackungen, die aus dem Regal herausstechen und die den Konsumenten begeistern.«


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