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    Für mehr Inklusion: über die Arbeit als Schwerbehinderten-Vertreter
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    03. Dezember 2021
    4:50 Min.

    Milan Majstorovic ist seit Mai 2020 der Schwerbehinderten-Vertreter bei Krones in Neutraubling. Seitdem betreut und unterstützt er Kolleginnen und Kollegen mit Handicap bei sämtlichen Anliegen. Im Interview verrät er uns, was er an der Arbeit mit schwerbehinderten und gleichgestellten Menschen so schätzt und warum eine Schwerbehinderung kein Ausschlusskriterium für die Berufsausübung ist.

    Milan Majstorovic weiß genau, wovon er spricht: „Als ich nach einem Unfall sowie einer darauffolgenden Erkrankung vor einigen Jahren selbst als ‚schwerbehindert‘ galt, hat mir Krones die Möglichkeit gegeben, mich wiederzufinden, mich aufgefangen und mir einen Arbeitsplatz geboten“. Auch deshalb kann er sich gut in die Lage seiner Kolleginnen und Kollegen hineinversetzen und sagt selbst: „Ich weiß, worum es geht, und die Leute merken, dass da etwas von jemandem zurückkommt, der ein Leidensgefährte ist.“ Denn oft sieht man den betroffenen Personen die Krankheit oder das Gebrechen auf den ersten Blick nicht an. Umso wichtiger ist Majstorovic daher mehr Offenheit und die Arbeitsbedingungen von Menschen mit Einschränkungen ständig zu verbessern. Seit 2008 engagiert er sich deshalb als Schwerbehinderten-Vertrauensmann.

    Abschnitt 2
    Milan Majstorovic ist bereits seit 1992 für die Krones AG tätig, zuletzt im Information Management, seit 2006 ist er auch Mitglied im Betriebsrat.

    Herr Majstorovic, wie genau sind Sie zu der Arbeit mit schwerbehinderten Menschen gekommen?

    Das ist eine längere Geschichte. Der Grundstein wurde eigentlich schon gelegt, als ich anfing, bei Krones zu arbeiten. 1994 bin ich das erste Mal in die Jugendvertretung gewählt worden – also schon nach meinem zweiten Ausbildungsjahr. Seit 2006 bin ich Mitglied im Betriebsrat. Mir war es schon immer ein Anliegen, mich für andere einzusetzen, und durch meine eigenen Schicksalsschläge bin ich letztendlich in diesem Amt gelandet. Ich bin hier sehr gut aufgehoben, da ich ja selbst schwerbehindert bin und mich so mit den Leuten auf Augenhöhe unterhalten kann. Denn als Person mit Krankheit oder Gebrechen muss man das Leben anders anpacken. 

    Ich finde es hier bei Krones mit meinen Kolleginnen und Kollegen sehr schön. Es herrscht ein gutes Klima und das macht bei der Arbeit natürlich viel aus. Stefan HüterElektriker bei Krones

    Und wie sieht eine typische Arbeitswoche bei Ihnen aus? Was sind Ihre Hauptaufgaben?

    Meine Arbeit zeichnet sich vor allem durch viele Beratungsgespräche aus. Die Kolleginnen und Kollegen kommen zu mir ins Büro und wir füllen dann gemeinsam Anträge oder Ähnliches aus, geben nötige Informationen an HR weiter oder unterhalten uns über aktuelle Themen, die den Beschäftigten auf den Herzen liegen. Wir Arbeitnehmervertreter haben ja die Aufgabe, die Belange unserer Kolleginnen und Kollegen im Auge zu behalten. Zum Beispiel haben wir Beschäftigte, die auf eine Medikation angewiesen sind und diese nur zu Hause und zu einer bestimmten Uhrzeit einnehmen können. Für die haben wir individuelle Lösungen geschaffen und deren Arbeitszeiten so angepasst, dass die Medikamente rechtzeitig genommen werden können. Aber als Schwerbehinderten-Vertreter bin ich auch Mitglied in verschiedenen Betriebsrats-Ausschüssen, in denen wir uns regelmäßig treffen und beraten – besonders seit Beginn der Pandemie… 

    Wie gestaltet sich denn die Arbeit während der Pandemie? Ihre Kolleginnen und Kollegen gehören bestimmt auch Risikogruppen an.

    Natürlich haben wir besonders schutzbedürftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Krebskranke Beschäftigte oder Menschen mit anderer Immunschwäche – da muss natürlich doppelt so stark darauf geachtet werden, dass ihre Gesundheit auch während der Arbeit keinen Risiken ausgesetzt ist. Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, haben aber versucht, für alle die bestmögliche Lösung zu finden. Daher haben wir, wo es notwendig und möglich war, mobiles Arbeiten gewährleistet. Manche Kolleginnen und Kollegen mit besonders hohem Risiko, die in den Hallen vor Ort arbeiten, haben selbstverständlich eine Schichtbefreiung bekommen. Die restlichen Gruppen haben wir nochmals in kleinere Gruppen dividiert und die Arbeitszeiten angepasst. So konnten wir die Kontakte unter den vorgegebenen Schutzmaßnahmen auf ein Minimum reduzieren. 

    Schwerbehinderte Menschen bei Krones

    Derzeit beschäftigt die Krones AG deutschlandweit circa 600 schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen, 401 davon im Werk Neutraubling.


    Was bedeutet in diesem Kontext „gleichgestellte Menschen“? 

    Das deutsche Sozialrecht unterscheidet zwischen verschiedenen Graden der Behinderung. Ab einem Grad von 50 hat man Anspruch auf den Schwerbehindertenstatus. Unter bestimmten Voraussetzungen können sich auch Personen mit einem Grad ab 30 den schwerbehinderten Menschen gleichstellen lassen – und so in erster Linie den Kündigungsschutz aus dem Sozialgesetzbuch IX in Anspruch nehmen.
     

    Wie erleichtert Krones den Kolleginnen und Kollegen mit Behinderung ihren Arbeitsalltag?

    Zum einen helfen unsere ausgewiesenen Behinderten-Parkplätze mitten auf dem Werksgelände den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ihren Arbeitsplatz barrierefrei zu erreichen. Auch Treppenlifte für Rollstuhlfahrer bieten diesen die Möglichkeit, sich auf dem Werksgelände uneingeschränkt zu bewegen. Zum anderen haben wir den externen Dolmetscherdienst TeleSign im Einsatz. Mit diesem Programm wird hörgeschädigten Kolleginnen und Kollegen eine störungsfreie Kommunikation ermöglicht – sei es innerhalb des Teams oder im Kontakt mit Kunden. 
    Aber wir haben auch andere praktische Hilfsmittel: Mit unseren umgebauten Manipulatoren, das sind Maschinen mit angepassten Greifarmen, können Kisten ohne großen Kraftaufwand bewegt werden. Davon profitiert zum Beispiel unser Kollege Stefan Hüter, der seit 1986 als Elektriker bei Krones tätig ist. Er darf nur bis zu zehn Kilogramm heben und ist deshalb auf externe Hilfe angewiesen. 

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft für schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen bei Krones?

    Inklusion und Prävention, um zwei zentrale Begriffe zu nennen. Diese Werte werden bei Krones sowieso bereits seit Jahren großgeschrieben. Seit Herbst dieses Jahres können Beschäftigte in Neutraubling beispielsweise Physiotherapie-Termine direkt vor Ort im Werk buchen und wahrnehmen, was ein großer Schritt ist! 
    Auch Vorträge, die das Gesundheitsmanagement anbietet, zu Themen wie Resilienz oder Digital Smartness in der Familie, finde ich super, um sich weiterzubilden und neue Inspiration zu bekommen, an welchen Stellen man auch im Unternehmen noch etwas verbessern könnte. Außerdem wollen wir in Zukunft unsere Arbeitsplätze immer mehr anpassen und modernisieren, indem wir beispielsweise mehr Hebehilfen, höhenverstellbare Montagetische und Haltevorrichtungen bereitstellen.
    Es ist wichtig, dass wir am Ball bleiben und hingucken! Wir müssen aktiv für unsere Gesundheit arbeiten und zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen Alternativen finden, um ihnen den Arbeitsalltag zu erleichtern und eventuelle Hindernisse zu beseitigen. Hier heißt es: denken, planen, umsetzen. 
     

    Zitat 2
    Treppenlifte ermöglichen eine barrierefreie Fortbewegung auf dem Werksgelände.

    Wir haben bei Krones ein starkes Team, bei dem alles auf Augenhöhe verhandelt wird. Das ist sehr wichtig – und der Grundstein für Neues! Erwin HächlMilan MajstorovicSchwerbehinderten-Vertreter im Krones Werk Neutraubling

    03. Dezember 2021
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