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    Corona-Alltag bei Krones Teil 9: Dienstreisen und Serviceeinsätze
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    11. November 2021
    7:05 Min.

    Michael Müller ist bei Krones im Bereich Global Safety and Security tätig. Was sich auf den ersten Blick abstrakt anhört, erweist sich als spannendes, oft die Nerven strapazierendes, aber definitiv immer abwechslungsreiches Themengebiet. Denn Michael hat weltweit ein Auge auf alle (potenziellen) Krisenherde – zum Schutz unserer Beschäftigten, die sich gerade auf Reisen befinden. Im Gespräch erzählt er uns von seiner täglichen Arbeit und welche Herausforderungen besonders in der Covid-19-Pandemie warten.

    Michael, du bist bei Krones in der Abteilung Global Safety and Security. Was sind deine Aufgaben?

    Wir leben mittlerweile in einer stark globalisierten Welt. Dies sieht man schon am persönlichen Alltag, wenn man sich anschaut, wo Autos, Elektronikartikel oder Früchte herkommen. Auch Krones ist mit einem Exportanteil von über 90 Prozent und Niederlassungen in mehr als 100 Ländern ein Teil dieser Globalisierung. Die Welt ist mittlerweile aber nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten beziehungsweise im Warenverkehr zusammengewachsen, sondern generell auf vielen Ebenen – so auch in politischer und kultureller Hinsicht. 

    So viele Vorteile diese Entwicklung mit sich bringt, birgt sie aber auch Risiken. Durch die Verflechtung von Ländern haben Krisen, Naturkatastrophen und Pandemien starke Auswirkungen auf alle anderen Staaten. Und in diesem Bereich kommen mein Team und ich ins Spiel. Bei den täglichen Aufgaben monitoren wir die Entwicklungen in unterschiedlichen Ländern – zum Beispiel Krisenherde, politische Unsicherheiten oder auch die starke Verbreitung einer Krankheit – und stellen Sicherheitsinformationen bedarfsgerecht zur Verfügung. Für den Fall, dass sich die Situation vor Ort noch weiter verschärft, erstellen wir Sicherheitskonzepte, stoßen Warnketten an oder leiten Notfallpläne ein. Hinzu kommen theoretische Risikospiele, also „Was wäre wenn“-Szenarien. 

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    Michael Müller hat weltweit ein Auge auf alle (potenziellen) Krisenherde – zum Schutz unserer Beschäftigten.

    Wir sind in Krisenzeiten der zentrale Ansprechpartner und das Bindeglied zwischen externen und internen Ansprechpartnern. Uns können die Beschäftigten auf Dienstreisen bei Notfällen kontaktieren und wir setzen alles daran, dass sie gesund und schnell aus einem Krisengebiet herauskommen. Erwin HächlMichael MüllerGlobal Safety and Security bei Krones

    Seit März 2020 wird unser Leben stark von der Covid-19-Pandemie bestimmt …

    Die Covid-19-Pandemie ist eine in dieser Form noch nie dagewesene Situation. Natürlich gab es auch vorher Epidemien und Pandemien, beispielsweise die Spanische Grippe, die eine weitaus höhere Letalität aufwies, insbesondere aufgrund des damals geringeren medizinischen Fortschritts. Aber dieses Ausmaß in Verbindung mit der deutlich ausgeprägteren Globalisierung war für alle Neuland – sowohl im Wirtschafts- als auch im Privatleben. 

    Wie hat Krones auf die Pandemie reagiert?

    Wenn man die Entwicklung der Pandemie betrachtet, kann man die notwendige Reaktionsgeschwindigkeit und die Herausforderungen sehen: Ende Januar 2020 ist Covid-19 in Bayern angekommen. Im Februar tagte dann bei uns das erste Mal der nationale Corona-Krisenstab: Ab dem Zeitpunkt wurde sieben Tage pro Woche die Lage beobachtet und beurteilt. Ende Februar hat Krones dann die 14-tägige Isolation für alle Rückreisenden aus vom RKI definierten Risikogebieten beschlossen. 

    Selbstverständlich haben wir dazu auch die Auswirkungen auf unsere Kundenprojekte betrachtet – sowohl für das Neumaschinengeschäft als auch im Lifecycle Service. Im Neumaschinengeschäft waren die großen Fragen, wann die Auslieferungen der bestellten Maschinen und Anlagen geplant sind und wann der Kunde mit der Produktion beginnen möchte. Kann es durch Covid-19 zu Verzögerungen bei der Auslieferung und Montage kommen? Wenn ja, in welchem Umfang? Und natürlich müssen Maschinen, die bereits in Betrieb sind, am Laufen gehalten werden – Instandhaltung und Überholung sind hier zwei Schlagworte.

    Für die Durchführung sämtlicher dieser Arbeiten benötigt man Krones Servicepersonal. Und hier warteten die nächsten Herausforderungen der Pandemie: Wie lauten die unterschiedlichen Quarantäneregelungen weltweit? Sind Reisen in die Gebiete überhaupt möglich und notwendig? Wenn ein Land erst nach Ankunft eines Technikers zu einem Risikogebiet wird, wie verfährt man dann? Welche Schutzmaßnahmen können wir für unsere Beschäftigten leisten? Welche Hygienevorgaben gibt es in den jeweiligen Ländern? 

    Es waren viele und insbesondere vielschichtige Themen, die berücksichtigt und gelöst werden mussten – und sie sind im Übrigen heute noch genauso relevant wie zu Beginn der Pandemie. Aus diesem Grund tagen sowohl unser nationaler als auch unser internationaler Krisenstab weiterhin mehrmals pro Woche und leiten je nach Entwicklung entsprechende Maßnahmen ab.  

    Bleiben wir bei unserem Beschäftigten im Service – was hat Krones hier unternommen?

    Der Schutz unserer Mitarbeiter und natürlich auch des Kundenpersonals hatte und hat oberste Priorität bei allen Entscheidungen. Und die Maßnahmen haben sich bei unseren Servicetechnikern nicht von denen für Vertriebsmitarbeiter unterschieden. 

    Bei Serviceaufträgen hat unsere Disposition zunächst den Monteur gefragt, ob er den Einsatz machen möchte. Also die erste Entscheidung lag da beim Beschäftigten selbst. Zusätzlich musste dann jede Dienstreise von unserem Vorstand abgesegnet werden. 

    Vor einem konkreten Serviceeinsatz haben wir in Zusammenarbeit mit dem Kunden auf Basis der jeweiligen Regierungsbeschlüsse ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Dieses hat größtenteils die staatlichen Vorgaben überschritten oder noch strenger gefasst. Das Ausarbeiten musste schnellstmöglich, im besten Fall innerhalb weniger Stunden, geschehen. 

    Sobald das Konzept aufgestellt war, wurde der Mitarbeiter über sämtliche Vorgaben informiert. Hier muss man aber ganz klar sagen: Die Schutzmaßnahmen waren so ausgeprägt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung im Ausland nicht höher war als in Deutschland. Und weil sich diese Maßnahmen echt bewährt haben, besitzen sie auch heute immer noch Gültigkeit.

    Von welchen Schutzmaßnahmen sprechen wir konkret?

    Die Maßnahmen erstrecken sich von Antritt der Dienstreise bis hin zur Rückkehr nach Deutschland. Und sie berücksichtigen alle relevanten Details, beispielsweise Reisemittel oder Aufenthaltsort. Unsere daraus abgeleiteten Vorgaben beinhalten sowohl Grundlegendes, wie zum Beispiel Maskenpflicht und regelmäßige Tests, als auch kunden- und länderspezifische Vorgaben, die sich manchmal sogar je nach Region unterschieden haben. Da brauchte man nur einen Blick nach Deutschland werfen, wo ja zwischenzeitlich jedes Bundesland mal seine eigenen Regeln hatte. Und oft haben sich die Vorgaben eines Landes auch über Nacht geändert. Denn manche Regierungen mussten beispielsweise schnell auf einen plötzlichen Covid-19-Ausbruch in einer bestimmten Region reagieren. 

    Darüber hinaus entsenden wir bei einem Großteil der Baustellen nun Mitarbeiter, die sich nur um die Einhaltung der Sicherheits- und Hygienekonzepte kümmern und auch als direkte Ansprechpartner für unsere Servicetechniker bei Fragen zu Covid-19 zur Verfügung stehen.

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    Die Schutzmaßnahmen auf Baustellen waren so ausgeprägt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung im Ausland nicht höher war als in Deutschland.

    Bei allen Schutzvorkehrungen – sind dennoch Mitarbeiter im Außeneinsatz an Covid-19 erkrankt?

    Natürlich hat es Erkrankungen gegeben. Damit mussten wir aber auch rechnen. Denn alle Schutzmaßnahmen konnten nur die Wahrscheinlichkeit einer Infektion drastisch verringern. Ein unachtsamer Moment reicht, beispielsweise am Flughafen, um sich anzustecken. Das hat sich bei rund 2.400 eingesetzten Servicetechnikern und zahlreichen anderen Beschäftigten mit Dienstreisen einfach nicht vermeiden lassen. 

    Eine Erleichterung war auf alle Fälle die Verfügbarkeit von Impfstoffen. Natürlich muss man offen sagen, dass es trotz Impfung zu einer Ansteckung oder Verbreitung der Infektion kommen kann. Aber sollte sich eine geimpfte Person anstecken, ist der Verlauf beim Großteil bedeutend weniger gravierend. 

    Wenn ein Servicetechniker aus Deutschland im Ausland an Covid-19 erkrankt: Was unternimmt Krones in dem Fall?

    Für Krones ist klar, dass wir gerade in Regionen mit hohen Inzidenzen und einem Gesundheitssystem, das bereits am Kollabieren ist, keine Krankenhaus-Betten belegen wollen. Und in manchen Ländern wäre eine entsprechend medizinische Versorgung nach deutschem Standard auch einfach nicht möglich. 

    Aus diesen Gründen haben wir beispielsweise eigene Rückholaktionen gestartet und die Mitarbeiter mit einem Privatflugzeug, natürlich unter Einhaltung sämtlicher Sicherheitsvorkehrungen und der Beobachtung durch Ärzte, wieder nach Deutschland gebracht. Eine der Sicherheitsmaßnahmen war zum Beispiel bei schweren Verläufen der Privattransport in einer mit speziellen Luftfiltern ausgestatteten, transparenten Transportkapsel. 

    Kürzlich erst, im September und Oktober 2021, war dies zum Beispiel in Afrika der Fall. Die Fallzahlen waren stark angestiegen, das Gesundheitssystem war kurz vor dem Zusammenbrechen und uns war schnell klar, dass wir reagieren mussten. So haben wir innerhalb kurzer Zeit infizierte Mitarbeiter unter Berücksichtigung sämtlicher Schutzmaßnahmen ausfliegen können – beispielsweise aus Namibia oder Südafrika. 

    In solchen Fällen zählt üblicherweise jede Minute …

    Ja, es muss tatsächlich schnell gehen. Insbesondere bei schwerwiegenden Fällen. Deswegen haben wir auf alle Möglichkeiten zurückgegriffen – auch auf Helikopter oder sogar private Learjets. Doch auch wenn wir schnell einen Privatjet chartern konnten, waren zeitliche Verzögerungen möglich. Denn es mussten zusätzlich auch die Überflugrechte der auf der Route liegenden Länder eingeholt werden. Und wenn zwar alles geklärt schien, konnten wir uns trotzdem nicht darauf verlassen, dass wir den zugesicherten Slot zum Abflug auch wirklich bekommen würden oder ob nicht einem anderen Flug Vorrang seitens der Behörden eingeräumt würde.

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    Bei Rückholaktionen hat Krones haben auf alle Möglichkeiten zurückgegriffen – auch auf Helikopter oder sogar private Learjets.

    In einigen Ländern der Welt wurden die strikten Covid-19-Schutzvorgaben mittlerweile gelockert, teilweise sogar abgeschafft. Was bedeutet dies für künftige Reisen und welche Empfehlung gibt Krones seinen Reisenden in diesen Fällen mit auf den Weg?

    In manchen Ländern hat sich die Situation mittlerweile etwas beruhigt und die Zahlen sinken. Aber man darf sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Auch wenn die Fallzahlen in einem Land sinken: Sie können schnell wieder ansteigen. Deswegen halten wir an unserem Sicherheits- und Hygienekonzept weiterhin fest. 

    Und das ist auch der Punkt, den Krones seinen Mitarbeitern mit auf den Weg gibt: Haltet euch an die Vorgaben, nur so kommen wir gemeinsam durch die Pandemie. Haltet Abstand, beachtet die Hygieneregeln. Und: Installiert euch die Corona-Warn-Apps der jeweiligen Länder, damit ihr auch immer gut informiert bleibt.

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