schließen
Suche
Suche...
Keine Ergebnisse
    Referenz
    Mit Vollgas in die virtuelle Welt: Videokonferenzen, Remote-Services, Webinare
    Sie müssen Cookies akzeptieren, um diese Funktionalität nutzen zu können.
    31. Oktober 2020
    8:55 Min.

    Lockdowns, Reiseverbote, Kontaktbeschränkungen – noch vor einem Jahr hätte sich wohl niemand vorstellen können, was 2020 etwas wie der neue Alltag geworden ist: Die Corona-Pandemie hält die ganze Welt in Atem. Doch es bleibt keine Zeit für Stillstand, vor allem nicht in einem systemrelevanten Bereich wie der Getränke- und Lebensmittel-Branche. Und so rief die Krise statt einer Schockstarre einen beispiellosen Tatendrang hervor, um neue Wege der Zusammenarbeit zu finden.

    So ist es Krones gelungen, einen Großteil der Kommunikation mit seinen Kunden in die virtuelle Welt zu verlagern: Videokonferenzen statt Besprechungszimmer, Remote-Service-Unterstützung statt Handgriffe an der Maschine und Webinare statt Präsenzschulungen. Natürlich wurde das Rad hierbei nicht neu erfunden. Denn die dafür benötigten Kommunikationskanäle und technischen Mittel waren bereits vorhanden, doch schlummerte in ihnen noch viel ungenutztes Potenzial, das nun zur Anwendung kam. Und obwohl sich das Wie verändert hat, ist das Wer immer noch gleich: Denn diejenigen, die über Vertragsdetails diskutieren, technische Fragen klären oder gemeinsam Feinjustierungen an Maschinen vornehmen, sind immer noch die gleichen. Im Folgenden lesen Sie mehr über fünf erfolgreiche Praxisbeispiele, die beweisen, wie Projekte trotz Ausnahmesituation gemeinsam gemeistert werden können.

    1. Angebot, Vertragsabschluss und Auftragsklärung

    1. Angebot, Vertragsabschluss und Auftragsklärung
    Olaf Drewelowsky, International Sales bei Milkron Bildnachweis:

    »Die russische Sady-Pridonia-Gruppe produziert neben Fruchtsäften und Babynahrung auch Milchersatz-Produkte. Abgefüllt werden diese bisher zwar fast ausschließlich in Kartonverpackungen, für eine neue Hafermilch-Linie nahm Sady Pridonia jedoch im Januar erstmals Kontakt mit Krones auf – und wurde dabei auch auf Milkron aufmerksam. So erhielten wir die Chance, ein Angebot für den kompletten Processing-Part abzugeben. Bei den technischen Gesprächen mussten wir wegen der Reisebeschränkungen und des strengen Lockdowns in Russland auf Microsoft Teams als zentrales Kommunikations-Tool zurückgreifen: In zahlreichen Videokonferenzen saßen wir von Milkron virtuell mit den Verantwortlichen von Sady Pridonia sowie Kollegen des Krones Vertriebs in Deutschland und Russland zusammen.

    Für mich persönlich war dies das erste Mal, dass es vom Erstkontakt bis hin zur Vertragsunterzeichnung keinen direkten Face-to-face-Kontakt gab. Umso mehr freue ich mich darüber, wie gut dies funktioniert hat! Natürlich: Wir hatten viele intensive Abstimmungsrunden, im März waren es bis zu vier pro Woche. Im Unterschied zu persönlichen Verhandlungsrunden dauerten diese aber immer nur ein bis zwei Stunden statt wie sonst einen ganzen Tag. Sady Pridonia hatte dabei natürlich klare Vorstellungen – und wir konnten durch die hohe Frequenz an kurzen, aber intensiven Meetings die offenen Punkte bis zum nächsten Termin intern abstimmen und so schnell aufzeigen, was tatsächlich machbar ist. In dieser Zeit haben wir uns gut kennengelernt – und sind letztlich zum gleichen Ergebnis gekommen wie sonst, wenn wir für die Gespräche alle am gleichen Tisch sitzen.

    Ich denke, dieses gute Verhältnis bescherte uns einen Vertrauensvorschuss: Denn Sady Pridonia beauftragte Milkron im April mit der kompletten Prozesstechnik. Aktuell sind wir voll mit dem Detail-Engineering und dem Erstellen der Software beschäftigt: Ende November sollen dann alle Komponenten, darunter auch Ventile von Evoguard sowie ein Homogenisator von HST, nach Russland geliefert werden. Die Installation läuft über den Kunden selbst – aber natürlich werden wir Milkron Supervisor vor Ort haben.«

    2. Der Factory Acceptance Test

    2. Der Factory Acceptance Test
    Benedikt Brunner, Projektmanager für die Region Nordamerika Bildnachweis:

    »Im vergangenen Jahr platzierte Refresco bei Krones vier Aufträge für verschiedene Standorte in Nordamerika – bei einem davon stand diesen Sommer der Factory Acceptance Test, kurz FAT, für einen Blasmaschinen-Füller-Block an. Doch aufgrund der Reisebeschränkungen war es den Verantwortlichen von Refresco nicht möglich, dafür von Florida nach Neutraubling zu reisen. Schon früh feilten wir deshalb an einem Plan B: einem Remote-FAT. Schnell war uns aber klar, dass dieser kein Eins-zu-eins-Ersatz eines Live-Tests mit allen Beteiligten im Krones Werk werden kann. Deshalb erarbeiteten wir auf Basis der Agenda des eigentlichen Live-FAT ein Programm für die Online-Variante. Dabei priorisierte Refresco die für sich wichtigsten Themen und wir prüften, ob sich die geforderten Punkte auch im Rahmen einer Videokonferenz abdecken ließen. Am Ende setzten wir zwei Tage und jeweils drei Stunden pro Maschine für den Remote-FAT an.

    Als Hauptwerkzeug diente – natürlich neben Blasmaschine und Füller – Microsoft Teams. In einen Videotermin wählten sich neben dem Krones Vertrieb und unseren Produktspezialisten auch verschiedene Vertreter des Kunden ein. Je nach Thema waren mal mehr, mal weniger online, doch insgesamt nahm eine deutlich größere Anzahl an Verantwortlichen teil als üblicherweise nach Neutraubling gereist wäre. Um einen Live-Einblick von Neutraubling nach Tampa, Florida, zu senden, waren jeweils der entsprechende Produktspezialist und ich als Projektleiter mit Handy, Gimbal und Mikrofon ausgestattet. So konnten wir die Verantwortlichen von Refresco mitnehmen an ›ihre‹ Maschinen, Testläufe mit verschiedenen Behältergrößen und Leistungen vorführen und technische Fragen beantworten. Weil Vorgänge wie der Blasformenwechsel jedoch den vorhandenen Zeitrahmen überstiegen hätten, haben wir diesen vorab durchgeführt, mit einer GoPro gefilmt und das Video Refresco zur Verfügung gestellt.

    Mittlerweile können wir bei Krones pro Woche mehrere Remote Factory Acceptance Tests für alle unsere Maschinen durchführen – und das Feedback ist durchweg positiv. Essenziell sind für mich dabei eine enge Abstimmung und gute Vorbereitung: Erwartungshaltung und Themenschwerpunkte müssen vorab unbedingt geklärt sein, damit wir ein Programm aufstellen können, das den Vorstellungen des Kunden entspricht und sich gleichzeitig in diesem Online-Format sinnvoll abdecken lässt. Gleichzeitig bedeutet ein solcher Remote-FAT aber auch einen Vertrauensvorschuss seitens des Kunden: Denn statt wie sonst vielleicht zwei oder drei Tage an der Maschine zu verbringen, erhält dieser lediglich einen kurzen Einblick via Videochat – aber hat das Vertrauen, dass wir die Maschine in der Qualität ausliefern, wie er sie von Krones erwartet.«

    3. Die Inbetriebnahme

    3. Die Inbetriebnahme
    Michael Röder, Projektmanager Plants Bildnachweis:

    »Die Balter Brewing Company ist eine australische Craft Brewery, die in der jüngsten Vergangenheit enorme Wachstumssprünge verzeichnen konnte. Um genügend Bier-Nachschub produzieren zu können, orderte die Brauerei bei Krones ein 50-Hektoliter-Sudhaus für bis zu zehn Sude am Tag, außerdem den kompletten Keller sowie eine CIP-Anlage, die auch den bereits 2018 installierten Craftmate mitreinigt. Die Montage wurde von einer lokalen Firma übernommen, ab April stand dann die Inbetriebnahme an. Eigentlich schicken wir dafür ja immer ein Team aus Europa vor Ort, doch wegen der Einreisesperre war dies jetzt nicht möglich.

    Zunächst haben wir versucht, per Ausnahmegenehmigung doch noch Kollegen ins Land zu bringen, jedoch vergeblich. Doch allen war klar: Damit Balter seine für dieses Jahr gesetzten Ausstoßziele erreichen kann, mussten wir schnell handeln. Und so entschieden wir gemeinsam, die Inbetriebnahme remote von Freising aus zu steuern. Natürlich benötigten wir hierfür trotzdem Hilfe vor Ort. Hier spielte uns zum einen die Stärke unserer weltweiten Krones Familie in die Karten: So konnten wir auf einen australischen Service-Kollegen zurückgreifen, der als Elektriker eigentlich auf Abfüll- und Verpackungsmaschinen spezialisiert ist. Nach einem Crash-Kurs zum Thema Botec F1 konnte er aber als verlängerter Arm die Freisinger Kollegen unterstützen. Zum anderen stellte Balter selbst auch zwei erfahrene Mitarbeiter: den eigenen Braumeister sowie einen weiteren Braumeister aus der australischen CUB-Gruppe, zu der Balter gehört. Dieser hatte bereits Ende 2018 während der Inbetriebnahme eines Steinecker CombiCube in Adelaide gute Erfahrungen mit der Krones Technik gesammelt. Die drei bildeten den Kern des Teams in der Brauerei. Angeleitet wurden sie online durch die beiden Freisinger Kollegen – einen Technologen und einen Software-Ingenieur –, die eigentlich für die Inbetriebnahme in Australien eingeplant gewesen wären.

    Und dieses bunt zusammengewürfelte Team hat wirklich ganze Arbeit geleistet! Alle haben sich ohne Wenn und Aber auf diese Herausforderung eingelassen und die Inbetriebnahme unter den außergewöhnlichen Voraussetzungen gemeistert. Diese besonderen Zeiten erfordern dabei auch besondere Mittel. So starteten die Freisinger Kollegen ihren Tag wegen der achtstündigen Zeitverschiebung quasi mitten in der Nacht. Aber dank der Videokonferenz-Funktion bei Microsoft Teams, einer VPN-Verbindung und viel Kaffee klappte das Projekt der Remote-Inbetriebnahme hervorragend. Die Zusammenarbeit funktionierte so gut, dass der eigentlich anvisierte Termin für die Remote-Inbetriebnahme Anfang August sogar unterboten wurde: Denn vom Start bis zum ersten Sud vergingen weniger als vier Wochen! Zu verdanken war diese Leistung einer unglaublichen Flexibilität und Bereitschaft aller, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Sowohl auf Seiten Balters als auch bei Krones haben alle an einem Strang gezogen, sodass wir allen Widrigkeiten trotzen und Balter die so dringend benötigten neuen Sudkapazitäten zur Verfügung stellen konnten.«

    4. Webinare

    4. Webinare
    ​Timo Frankl, Vertrieb Digitalisierung Bildnachweis:

    »Da wir dieses Jahr nicht wie sonst die Möglichkeit hatten, zu unseren Kunden zu reisen oder uns mit diesen auf Messen auszutauschen, haben wir beschlossen, diese auf virtuellem Weg über aktuelle Themen aus der Krones Digitalisierungswelt zu informieren. Deshalb haben wir eine Webinar-Reihe ins Leben gerufen und dazu unsere Kunden aus der ganzen Welt eingeladen. Diese konnten sich ganz einfach über die Syskron Website für ihren Wunschtermin anmelden – und die Nachfrage war enorm: Mehr als 400 Anmeldungen bewiesen nicht nur ein großes Interesse, sondern zeigten auch, dass die Notwendigkeit für solche Lösungen sehr groß ist.

    Die erste Runde startete im Juli mit dem Thema Share2Act Assistance. Um möglichst vielen Interessierten die Möglichkeit zu geben, am Webinar teilzunehmen, boten wir fünf verschiedene Termine an: zwei für deutschsprachige Teilnehmer und drei auf Englisch. Bei jedem erhielten die Kunden einen einstündigen Einblick in das Thema digitale Wartung und Instandhaltung sowie natürlich das Assistance System selbst. Präsentiert wurden die Inhalte zum einen von mir oder einem meiner Vertriebskollegen, zum anderen durch einen Experten von Syskron. Natürlich konnten die Teilnehmer direkt im Termin Fragen stellen oder die Chance nutzen, in individuellen Folge-Meetings tiefer ins Thema einzusteigen.

    Weiter ging es dann im September mit dem Thema ›Schutz vor Cyber-Attacken‹; beim Oktober-Webinar stand die Performance in der Linie im Mittelpunkt und im November dreht sich jetzt alles um gute Produktionsplanung – und wie sich so der Abfüllplan optimieren, Umrüstzeiten verkürzen und Materialverfügbarkeiten sicherstellen lassen. Auch in Zukunft soll die Webinar-Reihe fortgeführt werden. Mögliche weitere Themen sind ein effektives Auftrags-Handling mithilfe von Line Management oder wie durch Line Diagnostics Störverursacher analysiert und Kennzahlen berechnet werden können. Aber auch die exakte Nachverfolgbarkeit von Produkt-Chargen mittels Serialisierungslösungen planen wir im Rahmen eines Webinars noch genauer zu beleuchten.

    Ich persönlich bin von diesem Format begeistert – genauso wie unsere Kunden. Denn es gibt für diese wohl keinen einfacheren und unkomplizierteren Weg, als sich über eine einstündige Online-Session vom eigenen Schreibtisch aus über Fachthemen auszutauschen und gleichzeitig auf dem aktuellsten Stand hinsichtlich neuer Lösungen sowie Technologie-Updates zu bleiben.«

    5. Schulungen

    5. Schulungen
    Werner Schmid, Trainer an der Krones Akademie Bildnachweis:

    »Eigentlich haben wir Trainer der Krones Akademie immer ganz schön was zu tun: Fast jede Woche schulen wir Gruppen aus aller Welt in Neutraubling oder direkt vor Ort bei unseren Kunden. Aber Corona und die Reisebeschränkungen haben auch uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb hat sich das Akademie-Team sofort daran gemacht, Alternativen zu den Präsenzveranstaltungen zu entwickeln. Seit Juni bieten wir nun Online-Trainings an.

    Zwei Elektrotechniker unseres Kunden Irish Distillers zählten zu meinen ersten ›Online-Schulungsteilnehmern‹. Eigentlich hätten diese im Frühjahr an einem Kurs in Neutraubling teilgenommen, bei dem die Behälterausrichtung in der Etikettiermaschine im Mittelpunkt steht. Doch stattdessen nahmen die beiden nun zwei Tage lang vor ihrem Laptop in Irland Platz – und waren dank Microsoft Teams trotzdem ›live‹ vor Ort. Um Behälter und Flaschenteller aus verschiedenen Positionen zu zeigen, hatte ich Kameras an der Schulungsmaschine platziert. Zusätzlich nutzte ich einen sogenannten Ausrichtbock, um auch das Einrichten der originalen Kundenbehälter zu üben.

    Zuerst wurden die theoretischen Hintergründe erklärt, dann das Einrichten eines Behälters an der Schulungsmaschine demonstriert. Anschließend hieß es für die beiden Schulungsteilnehmer: Ran an die Maschine – zumindest im übertragenen Sinne. Denn ich war sozusagen deren verlängerter Arm und machte genau die Handgriffe, zu denen sie mich anleiteten. Die Einstellungen am Touchscreen konnten die Teilnehmer sogar selbst vornehmen, da ich die Steuerung via Teams an die beiden übertragen hatte. So ist es uns gelungen, das zweitägige Online-Training mit so viel Praxisanteil wie möglich durchzuführen. Auch Irish Distillers war begeistert von dieser Lösung – und zwar gleich so sehr, dass im Juli eine zweite, identische Schulung für drei andere Mitarbeiter in unserer ›virtuellen Akademie‹ stattfand.

    Zugegeben: Für mich als Trainer ist ein Online-Training herausfordernder, da ich jeden einzelnen Schritt und Handgriff sehr detailliert beschreiben muss. Aber ich finde, unter den Gegebenheiten und mit den vorhandenen Möglichkeiten funktioniert es ziemlich gut. Gerade Themen, bei denen viele Einstellarbeiten am Touchscreen vorgenommen werden, lassen sich so toll abdecken. Natürlich kann keine Online-Variante ein Präsenztraining direkt an und mit der Maschine ersetzen! Aber um den Reisebeschränkungen zu trotzen und unseren Kunden dennoch Schulungsmöglichkeiten zu bieten, haben wir – wenn es angesichts der Kursinhalte auch Sinn macht – solche Online-Varianten mittlerweile als festes Element in unser Trainingsangebot aufgenommen.«

    31. Oktober 2020
    8:55 Min.

    Konfigurieren Sie sich jetzt ein unverbindliches Angebot in unserem Krones.shop.

    Angebot konfigurieren
    krones
    krones
    0
    10
    1