Wie energie- und medieneffizient sind die Krones Maschinen? Genau das prüfte TÜV SÜD beim enviro Überwachungsaudit in Flensburg.
Ein Fokusthema des Audits: die Reinigungsmaschine Lavasonic HI
Das enviro Programm wird alle drei Jahre im Rahmen einer Rezertifizierung umfassend geprüft. Das letzte Überwachungsaudit fand im Mai 2026 im Werk Flensburg statt. Dort standen insbesondere die Produkte der Reinigungs- und Produktbehandlungstechnik auf dem Prüfstand.
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Lavasonic HI, einer neuentwickelten Reinigungsmaschine für Mehrwegflaschen. Sie wurde speziell darauf ausgelegt, hohe hygienische Anforderungen mit einem möglichst geringen Verbrauch von Energie, Wasser und Chemikalien zu erfüllen.
Ressourcen sparen beim Flaschenwaschen
Die Anlage reduziert die Reinigungszeiten von Flaschen im Vergleich zur Vorgängerversion Lavatec um bis zu 40 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Energiebedarf um bis zu 30 Prozent sowie der Frischwasserverbrauch um bis zu 20 Prozent. Möglich wird dies durch den kombinierten Einsatz von Ultraschall in der Vorbehandlung und einem High-Intensity-Modul, das Rückstände gezielt entfernt (daher auch der Namenszusatz „HI“). Ultraschall löst Etiketten und Schmutz schneller ab und verringert zudem den Eintrag von Farb- und Schmutzpartikeln in die Lauge, wodurch weniger Chemikalien benötigt werden. Eine weitere entscheidende Optimierung: Die Flaschen werden während des Reinigungsprozesses verriegelt, wodurch ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Das ermöglicht eine intensivere Reinigung in kürzerer Behandlungszeit, während sich gleichzeitig die mechanische Belastung der Flaschen reduziert. Letzteres ist besonders für leichte Mehrwegflaschen ein Vorteil, da sich deren Ausschuss damit deutlich verringern lässt.
Verbräuche exakt vorhersagen
Auch eine digitale Lösung wurde im Audit vorgestellt: ein Prognose-Tool, das Anschluss- und Verbrauchsdaten der Lavasonic HI und anderen Reinigungsmaschinen berechnet. Vereinfacht gesagt zeigt die webbasierte Anwendung schon im Vorfeld, welche Mengen an Ressourcen eine Maschine in ihren unterschiedlichen Produktionsprogrammen benötigen wird. Dank des modularen Aufbaus und standardisierter Schnittstellen können Daten automatisiert zwischen verschiedenen Systemen ausgetauscht werden. Das vereinfacht nicht nur die tägliche Arbeit, sondern schafft auch die Grundlage für eine reibungslose Integration in zukünftige Prozesslandschaften. Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Simulationsgenauigkeit: Neben Wasser- und Wärmeverbräuchen können nun auch elektrische Energieverbräuche und weitere Anlagenkomponenten berücksichtigt werden. Darüber hinaus lassen sich verschiedene Maschinenkonfigurationen in einer Ansicht direkt miteinander vergleichen. So zeigt sich schnell, welche Variante für den jeweiligen Anwendungsfall die beste Wahl ist.
Die Berechnung der Daten erfolgt auf Basis eines kompilierten MATLAB-Modells. Bei diesem werden nur die für die Berechnung relevanten Funktionen genutzt. So lassen sich unterschiedliche Produktionsprogramme und Betriebszustände ebenso schnell wie realitätsnah abbilden.
Reibungsloser Behälterfluss
Ein weiteres System, das in Flensburg geprüft wurde, war der LinaFlex eSync. Der Tunnelpasteur verlängert die Haltbarkeit von Getränkeprodukten, indem er sie kontrolliert erhitzt und im Anschluss wieder abkühlt. Dafür werden die bereits abgefüllten und verschlossenen Behälter durch mehrere Temperaturzonen geführt.
Der LinaFlex eSync organisiert den Pasteurisierungsprozess grundlegend neu – und zwar mit einem durchgängig einspurigen Transportkonzept. Dadurch entfallen klassische Massentransporte und externe Pufferflächen, da diese direkt in die Maschine integriert sind. So reduziert sich der Platzbedarf der ganzen Linie um rund 25 Prozent, im Nassteil sogar um bis zu 40 Prozent. Zudem passt sich der Pasteur dynamisch der Füllerleistung an, was mehr Flexibilität und Effizienz in die Linie bringt. Dank intelligenter Steuerung in Kombination mit einer Wärmerückgewinnung, sinkt der Energieverbrauch deutlich, während gleichzeitig eine konstante Produktqualität ohne Mikrostopps gewährleistet wird. Das Ergebnis ist eine kompaktere Linie mit geringerem Energiebedarf und stabileren Prozessen. Kunden, die das Maximum an Energie aus ihren Produkten herausholen möchten, können zusätzlich eine Wärmepumpe einsetzen – und damit ihren CO2-Fußabdruck noch weiter reduzieren.
Fazit und Ausblick
Das Audit bestätigte vor allem eines: enviro ist ein zentraler Hebel, um Energie‑ und Medieneffizienz in den Krones Produkten messbar zu verbessern. Das Managementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert. Die jüngsten Anpassungen im Bereich der Reinigungstechnik und Produktbehandlungstechnik hat TÜV SÜD positiv bewertet. Für Krones gibt enviro einen übergreifenden Rahmen vor, um technische Verbesserungen strukturiert zu bewerten, zu dokumentieren, zu vergleichen und den Kunden verständlich zu erklären.
Mit Blick nach vorn sind die Voraussetzungen insgesamt sehr gut: Es gab positive Rückmeldungen von TÜV SÜD zu diesem Audit. Für das kommende Jahr steht bereits das nächste große Rezertifizierungsaudit an, auf das Krones gut vorbereitet ist.
Das enviro Programm ist unser konkreter Beitrag zur Implementierung nachhaltiger Technologien und zielt darauf ab, Emissionen sowie den Energie‑ und Medienverbrauch systematisch zu reduzieren. Gleichzeitig spielt das Thema Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle: Durch geringeren Ressourceneinsatz lassen sich nicht nur Kosten senken, sondern auch die Resilienz gegenüber steigenden Energiepreisen und regulatorischen Anforderungen stärken.
Das Bestreben von Krones, mehr enviro Maschinen zu verkaufen, ist ein wesentlicher Beitrag zu unseren Nachhaltigkeitszielen und wird weiterverfolgt. Im Rahmen des Rezertifizierungsaudits 2027 wird angestrebt, das enviro Managementsystem schrittweise auf weitere Tochtergesellschaften auszurollen. Die Entwicklung von enviro geht konsequent weiter und wird von der engen Zusammenarbeit der Fachbereiche sowie der klaren Unterstützung durch das Management getragen.