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    Backstage

    Der bunte Alltag eines Servicetechnikers

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    12. April 2022
    5:05 Min.

    Kilian Richter ist seit Oktober 2015 bei Krones als Servicetechniker tätig. Als ich mich mit ihm unterhalte, ist er gerade im Auto unterwegs, zu seinem nächsten Einsatz in Frankreich – und er hat Zeit, uns ein bisschen auf seine persönliche Reise als Servicetechniker bei Krones mitzunehmen.

    Kilian startete zunächst mit einer Ausbildung zum Industriemechaniker bei einem Regensburger Unternehmen, in dem auch schon sein Vater, Onkel und Bruder tätig waren. Schnell folgte neben dem Beruf die Weiterbildung zum Maschinenbau-Techniker und damit der Drang, sich beruflich weiterzuentwickeln. Als er die Facebook-Stellenanzeige „Tüftler mit Reisepass gesucht“ sah, kam diese daher genau zum richtigen Moment – und sie ebnete für Kilian den Weg für seine Servicetechniker-Karriere bei Krones. Für den gebürtigen Neutraublinger war der Konzern schon immer präsent. „Auch wenn ich jetzt nicht direkt in Neutraubling arbeite, sondern in der ganzen Welt unterwegs bin, ist es trotzdem ein gutes Gefühl, wenn der Hauptstandort in der Heimatstadt ist“, so der 34-Jährige.

    Spezialisiert hat sich Kilian im Laufe der Zeit auf die Fülltechnik, wobei er insbesondere für die Aseptik-Anlagen zuständig ist. Seine Aufgaben sind dabei hauptsächlich die Inbetriebnahmen nach Neuaufstellungen vor Ort bei den Kunden, seltener auch Überholungen.

    Konkret bedeutet dies, dass er eigentlich erst dann auf die Baustelle kommt, wenn die Anlage schon steht. Nachdem ein Kollege aus dem Bereich Elektrik die Maschine erstmals anschaltet und auf elektrische Fehler prüft, wird im nächsten Schritt im Rahmen der Inbetriebnahme kontrolliert, ob sie auch richtig aufgestellt, pneumatisch angeschlossen und mechanisch alles in Ordnung ist.

    Wenn alles passt, fällt der Startschuss für die Produktion – und die ersten Flaschen werden hergestellt und gefüllt. Wichtig ist dabei nicht nur, dass die geforderte hohe Produktqualität bedingungslos erfüllt wird, sondern auch, den geforderten Leistungsgrad der Maschine zu erreichen. Das bedeutet, dass die Anlage natürlich möglichst selten stillstehen sollte.

    Zuletzt wird gemeinsam mit dem Kunden ein Acceptance Test durchgeführt, dessen Inhalte je nach Maschine variieren und im Vorfeld vertraglich geregelt werden. Erfüllt die Anlage die zuvor vereinbarten Qualitäts- und Leistungsparameter, gilt der Assessment-Test als bestanden und wird vom Kunden unterschrieben. Im besten Fall wird die Anlage direkt abgenommen und an das Bedienpersonal vor Ort übergeben. Für Kilian heißt es dann, Abschied von der Baustelle zu nehmen und sich bereit zu machen für die Heimreise – entweder tatsächlich zurück nach Neutraubling oder direkt zum nächsten Einsatz.

    So viel zum spannenden und abwechslungsreichen Arbeitsalltag – aber wie steht es um die Work-Life-Balance und wie stressig ist so ein Leben auf Reisen? Fragen wie diese beantwortet Kilian meiner Kollegin Sabrina Fiedler im folgenden Interview.

    Kilian, das Leben eines Servicetechnikers ist das Gegenteil eines normalen Bürojobs am Schreibtisch. Wie sieht dein Alltag aus in Bezug auf Arbeitsort und Einsatzlängen, sofern man von einem „Alltag“ sprechen kann?

    Innerhalb von Europa ist man in der Regel drei Wochen unterwegs, anschließend hat man ein Wochenende frei. Außerhalb von Europa ist der Rhythmus in der Regel dann sechs Wochen auf Einsatz und zehn Tage zu Hause. Das heißt, ja, ich habe einen Alltag, aber ich habe doch auch keinen Alltag, weil ich nicht weiß, wann und wohin mein nächstes Ziel geht.

    Die meiste Zeit verbringe ich momentan auf Baustellen bei Kunden in Europa, prinzipiell kann es aber überall hingehen. Die Baustellen werden nach Spezialisierung und Erfahrung verteilt. Also je nachdem, wo meine Kompetenz in der Aseptik gebraucht wird, werde ich als Servicetechniker auch eingesetzt. Da waren auch schon einmal ein paar weiter entfernte Ziele wie Israel oder die USA dabei. Im Moment bin ich aber beispielsweise viel in Holland unterwegs.

    Das heißt, du reist immer erst einmal alleine an und triffst dann vor Ort auf die anderen Krones Kolleginnen und Kollegen?

    Ja, in einem festen Team sind wir eigentlich nicht unterwegs. Stattdessen treffen wir bei jedem Einsatz auf neue Kolleginnen und Kollegen. Aber während unserer Zeit auf der Baustelle wachsen wir natürlich zu einem festen Team zusammen. Denn so eine Inbetriebnahme dauert eine gewisse Zeit, da ist man schnell mal einige Wochen bis hin zu einem Jahr in gleicher Konstellation vor Ort.

    Und wie findest du es, dass du so oft ständig auf neue Leute triffst?

    Es gibt immer Kolleginnen und Kollegen, mit denen man sich besonders gut versteht. Da macht die Arbeit gleich doppelt so viel Spaß und man ist noch dazu viel effizienter; dann ist es natürlich schade, wenn das gemeinsame Projekt vorbei ist und man nicht weiß, wann man wieder zusammenarbeitet. Aber andererseits meinte einmal ein Kollege zu mir: „Du musst nicht immer wie im Büro das gleiche Gesicht 20 Jahre anschauen.“ Man hat im Service auf jeden Fall eine sehr große Abwechslung und trifft ständig auf neue Leute und Charaktere. Das kann sehr bereichernd sein.

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    In Pittsburgh, USA bleibt Zeit für einen Besuch bei den Niagara Fällen - pandemiebedingt mit menschenleerer Sicht auf das Spektakel.

    Wie sieht denn konkret die Work-Life-Balance während eines Einsatzes auf der Baustelle aus?

    Natürlich haben wir auch immer die Möglichkeit, das jeweilige Land kennenzulernen – vor allem, wenn man für eine Inbetriebnahme über eine längere Zeit dort ist. Eine Überholung geht beispielsweise viel schneller, weil die Anlage natürlich möglichst schnell wieder produktionsbereit sein muss – und damit hat man auch nicht so viele freie Tage, an denen man etwas unternehmen kann.

    Bei einer länger andauernden Inbetriebnahme hingegen gibt es am Wochenende immer die Möglichkeit, sich interessante Regionen anzusehen und Ausflüge zu machen. Trotzdem gibt es aber auch Orte, an denen es vielleicht in der näheren Umgebung nicht so viel zu entdecken gibt oder Länder, die nicht gerade zum touristischen Reisen einladen. Aber eines ist sicher: Ich war an vielen Orten, an die es mich sonst nie hin verschlagen hätte.

    90 Prozent deiner Arbeitszeit bist du auf Einsätzen unterwegs, da bleibt wenig Zeit zu Hause. Lässt sich dein Beruf gut mit deinem Privatleben vereinen?

    Ich bekomme von meiner Familie und meinen Freunden durchweg positive Rückmeldung. Jeder Mensch muss Geld verdienen – und mein Beruf macht mir sehr viel Spaß. Klar sieht man sich nicht so oft, aber wenn man sich sieht, dann sind diese Momente umso wertvoller und ich genieße die Zeit zu Hause mehr, weil sie einfach was Besonderes ist. Außerdem habe ich auch meine Freundin auf Montage kennengelernt, während einer Überholung in München. Also hat mir die Montage auch jemanden gegeben, den ich sonst nicht kennengelernt hätte – so wie das Glück eben spielt.

    Was gefällt dir am meisten an deinem Beruf?

    Keine eintönige Arbeit zu haben, bei der man jeden Tag die gleichen Aufgaben hat, macht den Job auf jeden Fall interessant. Und warum ich den Beruf auch mag – und das hört sich vielleicht kitschig an – ist das Bewusstsein für Lebensmittel: Normalerweise macht man eine Flasche Saft oder Wasser auf, trinkt sie und legt sie weg, aber man weiß eigentlich nicht, was darin- und dahintersteckt. Seitdem ich in der Branche arbeite, habe ich einen anderen Blick auf Getränke, Lebensmittel und deren aufwendige Herstellung.

    Außerdem gefällt mir, dass man immer wieder mit Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeitet und neue Menschen kennenlernt. Es ist schön, wenn ich irgendwo am anderen Ende der Welt bin und wieder jemanden treffe, den oder die ich vor fünf Jahren mal kennengelernt habe. Dann ist es, wie Freunde nach langer Zeit wieder zu sehen – und das Arbeiten macht dabei noch genauso viel Spaß wie früher.

     

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    Ein Abstecher nach Stonehenge steht in England auf dem Programm.

    Neugierig geworden? Hier erfahren Sie alles rundum den Job als Servicetechniker (m/d/w):

    Job im Krones Service

    12. April 2022
    5:05 Min.

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