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    Chancen und Risiken: Wasser als Wettbewerbsfaktor

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    Lange Zeit fokussierten sich Nachhaltigkeitsinitiativen vor allem auf Energieverbräuche und CO₂-Emissionen. Doch inzwischen steht eine weitere Ressource im Fokus: Wasser. Warum sich eine scheinbare Selbstverständlichkeit zum kostbaren Gut entwickelt.

    Das Thema Wasser gewinnt zunehmend Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen und entwickelt sich zu einem relevanten Wettbewerbsfaktor. Klimawandel, steigender Wasserbedarf, regulatorische Vorgaben und wachsende Anforderungen an die Wasserqualität erhöhen den Handlungsdruck auf Unternehmen. 

    Mit genau dieser Entwicklung hat sich Sophie Luedecke, Trainee im Bereich Corporate Sustainability Management, in den vergangenen Monaten intensiv auseinandergesetzt. Ein Vortrag zum BayWater-Projekt weckte ihr Interesse an wasserbezogenen Fragestellungen. Als sie ihr Trainee-Programm dann in die Abteilung Sustainable Customer Solutions (SCS) führte, war dies die ideale Chance, sich tiefer mit wasserbezogenen Herausforderungen und den dazugehörigen Anforderungen unserer Kunden auseinanderzusetzen.

    Vom Rohstoff zum Wettbewerbsfaktor

    Bei ihrer Recherche stellte sich heraus: Wasserbezogene Risiken beschränken sich längst nicht mehr auf klassische Trockenregionen, sondern machen sich inzwischen auch in den beiden von ihr untersuchten Märkten Deutschland und dem Vereinigten Königreich bemerkbar. Besonders aufschlussreiche Ergebnisse lieferte die Wasserrisikoanalyse für ausgewählte Kundenstandorte, die mit dem WWF Water Risk Filter erstellt wurde (siehe Grafik). Überraschenderweise stellte sich an vielen Standorten die Qualität der Ressource als größeres Risikofeld heraus als deren Verfügbarkeit. Dies lässt den Schluss zu, dass künftige Investitionen vor allem durch steigende Ansprüche an Aufbereitung und Qualitätsstandards beeinflusst werden könnten.

    Mehr als ein Nachhaltigkeitsthema 

    Längst geht es dabei nicht mehr nur um Umwelt- oder Compliance-Aspekte. Veränderungen der Ressourcenqualität, steigende Ver- und Entsorgungskosten sowie strengere Vorgaben für Aufbereitung und Behandlung können direkte Auswirkungen auf Produktionsprozesse und Betriebskosten haben. Gleichzeitig erhöhen neue gesetzliche Rahmenbedingungen sowie Anforderungen rund um Wassereffizienz und Wasserwiederverwendung den Handlungsdruck auf Unternehmen. 

    Hinzu kommt die gesellschaftliche Perspektive: In Regionen mit zunehmendem Wasserstress geraten industrielle Entnahmen der Ressource stärker in den Fokus von Öffentlichkeit und Politik. Wasser beeinflusst damit nicht nur Produktionssicherheit, Produktqualität und Investitionsentscheidungen, sondern zunehmend auch die Reputation und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

    Neue Anforderungen auf Kundenseite

    Wie dynamisch sich diese Entwicklung vollzieht, spiegelt sich auch in den Strategien vieler Kunden wider. Führende Getränkehersteller verfolgen zunehmend ambitionierte Ziele hinsichtlich Effizienz, Wiederverwendung und Regeneration lokaler Wasserressourcen. Hinzu kommt, dass wasserbezogene Kennzahlen auch bei international anerkannten Rating- und Bewertungssystemen wie CDP (Carbon Disclosure Project) oder EcoVadis stärker ins Gewicht fallen. Im Zuge dessen müssen Unternehmen konkret nachweisen, wie sie mit der Ressource umgehen und welche Fortschritte sie bei der Reduktion von Risiken und Verbräuchen erzielen. Genauso wie Krones und unsere Wettbewerber nehmen auch viele unserer Kunden an diesen Ratings teil. Somit gewinnt nachhaltiges Wassermanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette an Bedeutung.

    Wasser als Zukunftsfeld für Krones

    Für Krones ergeben sich daraus neue Möglichkeiten, denn: Wasser ist ein essenzieller Bestandteil der Getränkeproduktion und eng mit Ressourceneffizienz, Energieverbrauch, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeitszielen verknüpft. Entsprechend wächst der Bedarf an ganzheitlichen Lösungen, die technische, wirtschaftliche und regulatorische Anforderungen gleichermaßen erfüllen.

    Auch technologisch zeichnet sich ein Wandel ab: Während es früher in erster Linie um die Einhaltung von Einleitgrenzwerten ging, stehen heute Wiederverwendungskonzepte und geschlossene Kreislaufsysteme stärker im Mittelpunkt. Ziel ist es, Wasser möglichst lange im Produktionsprozess zu halten und mehrfach zu nutzen. Besonders weitreichende Konzepte wie Zero Liquid Discharge – auf Deutsch: abwasserfreie Produktion – verfolgen sogar den Ansatz, Abwasserströme nahezu vollständig aufzubereiten und wiederzuverwenden, sodass kaum noch Wasser den Standort verlässt.

    Viele Industrieunternehmen investieren mittlerweile in Wasseraufbereitung und Wasser-Recycling. Damit wächst der Bedarf an Partnern, die technische Lösungen, Nachhaltigkeitsanforderungen und betriebliche Praxis zusammenbringen können. Genau hier liegt ein besonderes Potenzial für Krones. Statt nur einzelne Teilaspekte zu betrachten, können wir unsere Kunden entlang des gesamten Wasserkreislaufs begleiten – von der Identifikation standortspezifischer Risiken über die Optimierung von Wasserströmen bis hin zur Entwicklung von Aufbereitungs- und Wiederverwendungskonzepten.

    BayWater: von der Forschung in die Praxis

    Welche Dringlichkeit diese Fragestellungen inzwischen haben, zeigt sich auch am Forschungs- und Industrie­netzwerk BayWater. In diesem arbeitet Krones gemeinsam mit weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie an Lösungen, mit denen sich das Wassermanagement in der Getränke- und Lebensmittelindustrie nachhaltiger gestalten lässt. Ziel ist es, industrielle Prozesswässer stärker im Kreislauf zu führen und den Bedarf an Frischwasser, Chemikalien und Energie zu reduzieren.

    Wir als Abteilung Sustainable Customer Solutions vertreten Krones in diesem übergreifenden BayWater-Projekt. Gemeinsames Ziel ist es, industrielle Prozesswässer weitgehend im Kreislauf zu führen und den Einsatz von Frischwasser, Chemikalien und Energie drastisch zu reduzieren. Erwin HächlMichael RussHead of Sustainable Customer Solutions

    Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse von Wasser- und Abwasserströmen. Gemeinsam mit der Technischen Universität München werden sogenannte Abwasserkataster erstellt, die Transparenz über Verbräuche, Wasserqualitäten und Wiederverwendungspotenziale schaffen. Für die im Projekt beteiligten Brauereien wurden entsprechende Analysen bereits abgeschlossen, für Molkereien befinden sie sich aktuell auf der Zielgeraden. 

    Parallel dazu werden verschiedene Aufbereitungstechnologien untersucht und bewertet. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich ausgewählte Prozesswasserströme gezielt aufbereiten und für eine weitere Nutzung erschließen lassen. Zudem wird deutlich, dass erfolgreiche Lösungen immer die jeweiligen Anforderungen von Wasserqualität und Anwendung berücksichtigen müssen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Beratungs- und Lösungsangebote rund um Wasserwiederverwendung, Kreislaufführung und Ressourceneffizienz.

    Wie es weitergeht

    Wasser wird künftig noch stärker in strategische Unternehmensentscheidungen einfließen. Themen wie Wasserrisikobewertungen, Wasserwiederverwendung und geschlossene Wasserkreisläufe dürften dabei zunehmend an Bedeutung gewinnen. Welche Potenziale und Lösungsansätze sich daraus ergeben, wird schon heute im Rahmen von BayWater untersucht. Im November findet die zweite Zwischenbegutachtung des BayWater-Verbunds bei Krones statt, bei der die bisherigen Erkenntnisse vertieft und die nächsten Projektschritte abgestimmt werden.

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