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    Von guten Aseptik-Anlagen und dem Land der aufgehenden Sonne
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    12. April 2021
    4:55 Min.

    „Woran erkenne ich eine gute Aseptik-Anlage?“ – diese recht offene Frage stellte man mir auf meiner ersten Japan-Reise vor etwa neun Jahren. Es war der Anfang einer Reihe von Dienstreisen in das Land der aufgehenden Sonne. Damals ahnte ich noch nicht, dass ich bald darauf für mehrere Jahre nach Asien gehen würde, um die Aseptik-Lösungen aus Neutraubling in dieser sehr heterogenen Region anzupreisen. 

    Zwar liegen einige Wurzeln der aseptischen Füllung von Getränken in PET-Flaschen in Japan, trotzdem trat ich die Reise mit großem Respekt vor dem neuen Umfeld an wegen:

    • den bekannt hohen Erwartungen, die sich schon im Mail-Wechsel mit den Kunden in Form von sehr langen und sehr detaillierten Excel-Fragenlisten gezeigt haben
    • und der ebenso bekannten Sprachbarriere, die es ohne lokale Unterstützung nahezu unmöglich macht, mit den Kunden in einen Austausch zu kommen.

    Dem Sprachthema nahmen sich meine sehr gewissenhaft arbeitenden Kollegen der Krones Japan Niederlassung (intern genannt KJ) an. Vor den ersten Kundenterminen wurde ich sehr höflich im Büro empfangen und alle Sales-Kollegen haben sich die Zeit genommen, an einem kleinen Aseptik-Training teilzunehmen. Für die Kollegen war es natürlich auch eine Möglichkeit, den eigenen Kenntnisstand aufzufrischen und einen Überblick zu dem von mir genutzten Fachvokabular zu bekommen. Schließlich mussten sie ja wissen, was ich meine, wenn sie in den kommenden Tagen mit mir und darüber hinaus auch ohne mich Kunden der lokalen Getränkeindustrie von der Aseptik – made in Germany überzeugen sollten. 

    Für die Erwartungen und Fragen mit höchstem Zoomfaktor in die Details hatte ich mich mit angepassten Slides gerüstet. Diese fanden bei den Kollegen im Training Anklang und ich lernte noch vor dem ersten Kundentermin den Unterschied zwischen den zwei Ausdrücken, die gesprochen etwa so klingen „So des ka?“ (Sou desu ka) und „So des ne!“ (Sou desu ne). Bis zu Deinem nächsten Japantrip solltest du dir das mal anschauen.

    Es ging also gut los: Die Slides fanden bei meinen lokalen Kollegen Anklang und im Gegenzug zu meinen technischen Ausführungen konnte ich zumindest schon mal ein paar einfache umgangssprachliche japanische Ausdrücke aufschnappen. Das Zusammenspiel mit den Kollegen verbesserte sich immer weiter und schon im zweiten Termin konnte ich meinen deutschen Reflex zum Händeschütteln unterdrücken und begann, mich ortsüblich dezent zu verbeugen. 

    Aller guten Dinge sind drei?

    „Mal sehen …“  dachte ich mir dann zu Beginn des dritten Termins. In einem kleinen, schlicht eingerichteten Besprechungszimmer in Tokyo stellte sich schnell heraus: Dies sollte eine andere Art von Termin werden. Schon auf dem Weg dorthin, als wir gemeinsam durch die U-Bahn-Röhren sausten, kündigten meine Kollegen an, dass nun ein eher traditioneller japanischer Termin vor uns läge. Nach dem zelebrierten Austausch der Visitenkarten samt kurzer Verbeugung war klar, dass wir heute lediglich mit Zettel und Stift, nicht aber mit meinen akribisch zusammengestellten Slides arbeiten würden. 

    Dann ging es los: Die Eingangsfrage des Kunden wurde mir von meinem Kollegen ins Englische übersetzt. Doch bis mir klar wurde, dass der sehr frische Geist im Körper eines Herren in den frühen 60ern nun keine lange Liste an korrekten Antworten von mir hören wollte, brauchte es noch einige Minuten und Antwort-Ansätze von meiner Seite. Mein Interesse und mein Geist waren geweckt. 

    Schließlich habe ich verstanden, dass ich – anders als vielleicht in anderen Kulturkreisen – nicht damit punkten würde, wenn ich gebetsmühlenartig runterbetete, inwiefern unsere Lösung dem Wettbewerb überlegen ist, was die sogenannten USPs sind. Welche das gewesen wären, findet ihr am Ende des Artikels. Statt dieses Feuerwerks an Argumenten brauchte es wohl eine etwas kompaktere Wahrheit. Und das bedeutete wiederum für mich: meine Comfort Zone, also die mir so vertrauten technischen Details mal zu verlassen, um mich voll und ganz auf mein Gegenüber und die Situation einzustellen. 

    Gerade als ich gedanklich schon damit anfing, philosophische Fragen auszuprobieren à la „Macht ein Baum, der im Wald umfällt, auch dann ein Geräusch, wenn ihn niemand hört?“, kam mir im Land von aufwändigst hergestellten Produkten wie beispielsweise Speisen (man denke nur an Kobe Beef, Teppanyaki Sushi oder Sashimi Kunstwerke), feinsten Whiskies, mühevoll handgefertigten Katana-Schwertern oder Elektronik (wie die Spielekonsolen unserer Jugend) der passende Blickwinkel.  
     

    Article 24576
    Japanisches Sushi

    Woran du eine gute Aseptik-Anlage erkennst: Als Anwender spürst Du den nötigen Aufwand, der hinter der Lösung steht, nicht. Sie funktioniert genauso einfach und zuverlässig wie andere Linienkonzepte – nur dass sie eben eine deutlich größere Vielfalt an sensiblen Produkten abfüllt. Für uns als Hersteller ist es also die Kunst, eine gewisse Leichtigkeit und Zugänglichkeit zu dem teilweise komplexen Thema der aseptischen Füllung zu geben. Damit das klappt, müssen wir natürlich unsere Hausaufgaben machen. Aber eine elegante Lösung lässt sich davon bei der Anwendung nichts anmerken. Im Gegenteil: dem Anwender gegenüber legt sie Bescheidenheit an den Tag und besticht durch einfache Bedienung. Es ist also nicht die Komplexität der Prozesse oder die Einfachheit im Aufbau der Anlage, sondern die Einfachheit im Umgang mit der Anlage. (Und dies unabhängig von der Komplexität der Probleme, die sie löst.)

    Article 24577
    Zur Feier des Tages – japanischer Tee

    Nachdem meine Kollegen diese Antwort übersetzt hatten, lächelte der Kunde und richtete die ersten englischen Worte an mich: „you might be right, Paul-san“. Zur Feier des Tages habe ich meine fleißig übersetzenden Kollegen, ohne die ich diese Bewährungsprobe niemals bestanden hätte, anlassgerecht eingeladen: auf einen edlen japanischen Yasmin-Tee in der Kirschblüten Sonderedition – natürlich aseptisch abgefüllt. 

    Weitere Argumente, die mir an dem Tag ebenfalls durch den Kopf sausten, weil sie schon seit jeher die Aseptik bei Krones definieren, kamen an diesem Tage nicht mehr zur Entfaltung, aber sollen diesen Artikel abrunden:

    • Schnelle Produkt- und Formatwechsel machen das Equipment superflexibel. Das ist gerade in Japan von Vorteil, wo von den kleinsten Fläschchen mit einem intensiv sauren Vitamin-C-Shot bis hin zur 2-Liter-Rechteck-Formflasche eines mild-aromatischen, ungezuckerten Tees alles auf einer Linie gefahren wird.
    • Lange Produktionszeiten mit höchstem Wirkungsgrad kombiniert die Anlage mit schnellsten Reinigungs- und Sterilisationszeiten.
    • Breite Prozessfenster für die Sterilisation der Packmittel eröffnet Flexibilität im „magischen Dreieck“ der Behandlungsparameter Zeit, Temperatur und Konzentration, sodass sich zum Beispiel leichte Flaschengewichte und hohe Entkeimungsraten nicht mehr ausschließen. 
    • Reproduzierbarkeit und Stabilität bei den teilweise automatisierten Formatwechseln sorgenfür „Peace of Mind“, weil: weniger Abhängigkeit vom Trainingslevel des Operators
    • Alles aus einer Hand: Ohne Schnittstellen gibt es auch kein Fingerpointing, kein Verstecken; Krones hat es gebaut, Krones bringt die ganze Linie zuverlässig zum Laufen. 
    • Geringer Medienverbrauch und damit Nachhaltigkeit im Dauerbetrieb. 
    • Das alles garniert mit diversen Features und Kontrollen im System, die die grundlegenden Funktionen ständig überwachen. Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass die getrackten Informationen auf Jahre vorgehalten werden, um im Fall der Fälle belegen zu können, welchen Bedingungen die einzelne Flasche und deren mikroskopisch kleinen ursprünglichen Bewohner ausgesetzt waren. 
    • Und nicht zuletzt gilt es noch, die Ausbildungsoptionen für Operator und Management über die Krones Akademie zu erwähnen sowie den Lifecycle Service vor Ort – und zwar so lange, bis die Anlage nach vielen, vielen Dekaden irgendwann einmal in den verdienten Ruhestand geht. 
       
    12. April 2021
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