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    Bangladesch recycelt
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    Bangladesch recycelt

      Ausgerechnet in einem Schwellenland nahm eine der ersten Krones Bottle-to-Bottle-PET-Recyclinganlagen erfolgreich ihren Betrieb auf.

      In Bangladesch erkannte der Softdrink-Seiteneinsteiger Akij Food & Beverage LTD. (AFBL), ein Tochterunternehmen der weit verzweigten Akij Group, die Möglichkeiten, die sich mit dem Recycling von PET-Behältern aus Straßensammlungen ergeben.
      Parallel zur Installation der fünften Krones Abfüllanlage innerhalb von nur vier Jahren investierte Akij Group mutig und visionär wie gewohnt in die Hightech-Anlage mit Waschmodul und Dekontaminationsmodul und kann bereits mindestens 30 Prozent des PET-Rohstoffbedarfs für die eigene PET-Preform- und PET-Behälterproduktion mit recycelten PET-Flakes decken. Eine Kosteneinsparung und zunehmende Unabhängigkeit vom weltweiten PET-Rohstoffmarkt sind die direkten Folgen dieses Investments.

      Die Akij Group ist ein Schwergewicht im dicht besiedelten Bangladesch, wo auf 144.000 Quadratkilometern mehr als 150 Millionen Menschen wohnen. Akij zahlte 2009 160 Millionen Euro Steuern, war damit größter lokaler Steuerzahler und trug so zwei Prozent zum gesamten Haushalt des Landes bei. Benannt nach seinem Gründer Scheich Akij Uddin, setzt die Gruppe mit rund 50.000 Mitarbeitern knapp 400 Millionen Euro um. Scheich Akij Uddin hatte die Gruppe aus kleinsten Anfängen als Händler von Jute, der »goldenen Faser von Bangladesch«, in den 1940ern, damals noch unter britischer Kolonialherrschaft, zu einem Firmenkonglomerat mit 24 Geschäftszweigen ausgebaut, das heute seine zehn Söhne fortführen. Akij Group ist unter anderem stark in der Zement-, Druck-, Spanplatten- und Tabakindustrie und betreibt die größte Jutespinnerei der Welt mit einer tausend Meter langen Fabrik, in der allein 7.000 Beschäftigte tätig sind. Im sozialen Sektor engagiert sich die Akij Group in fünf Non-Profit-Institutionen, unter anderem mit einem Hospital, einem Waisenhaus und einer Hochschule.

      Seiteneinsteiger in den Getränkemarkt

      Erst 2004 wurde mit der Gründung von Akij Food & Beverage der Einstieg in dieses neue Segment besiegelt, »weil wir die Nachfrage nach in Bangladesch auf Weltniveau hergestellten Produkten bedienen wollten und uns enorme Chancen in diesem Markt versprachen«, erläutert Scheich Jamil Uddin, verantwortlich für das Marketing der Gruppe. Akij Food & Beverage konzentrierte sich auf karbonisierte Softdrinks, Trinkwasser, Fruchtsäfte, Milch und Snacks und fasste diese Sparten in einer neuen Fabrik, 50 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Dhaka, in Krishnapura, Dhamrai, zusammen. »Für den Gründer stand Qualität immer im Vordergrund«, betont Scheich Jamil Uddin. Als Maxime hatte der Visionär deshalb formuliert: »Kompromisslose Qualität auch in schwierigen Marktsituationen ist die treibende Kraft hinter unserem Erfolg.«

      Die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie war für die Akij Gruppe völliges Neuland. »Wir informierten uns in Fachzeitschriften und auf Messen und kamen schnell zu der Erkenntnis, dass Krones der Name in der Getränkezulieferindustrie ist«, sagt Scheich Shamim Uddin, der jüngste der zehn Brüder und als Direktor verantwortlich für AFBL mit Ausnahme des Marketings. »Im Gegensatz zu unseren anderen Branchen, wo wir, um Arbeitsplätze zu schaffen, möglichst viele Menschen beschäftigen, wollten wir den Food & Beverage Bereich von Anfang an, so weit es geht, vollautomatisiert auslegen, um so möglichst hohe Hygienestandards und höchste Qualität dieser sensiblen Produkte zu erzielen.«

      Fünf KRONES Abfülllinien seit 2006

      Am 14. April 2006 begann die kommerzielle Produktion mit den ersten beiden Krones Linien, eine für 18.000 Dosen pro Stunde, eine für 24.000 PET-Flaschen pro Stunde. Ein Jahr später folgte eine PET-Asept Anlage für Säfte mit 18.000 Flaschen pro Stunde, 2008 eine weitere PET-Linie mit einem Volumetic Füller für 25.000 Flaschen pro Stunde. Und Mitte 2010 startete die bereits fünfte Krones Linie innerhalb von vier Jahren mit einer Leistung von diesmal 45.000 Flaschen pro Stunde, die ausschließlich das Hauptprodukt CSD in 250-Milliliter-Behältern produziert, um eine möglichst hohe Effizienz zu erreichen. Die gesamte Prozesstechnik für die Saftausmischung und CSD-Herstellung inklusive Zuckersirupherstellung wurde ebenfalls von Krones geliefert. Da AFBL immer bestrebt ist, möglichst autark zu arbeiten, findet sich außerdem eine Wasseraufbereitungsanlage, drei Spritzgussmaschinen für PET-Rohlinge sowie eine Verschlussproduktion in der Fabrik. Auch die Verpackungsfolien und die Folienetiketten produziert und bedruckt AFBL selbst. 

      Erste PET-Recyclinganlage dieser Art in Asien

      Die Überlegung, eine eigene PET-Recyclinganlage zu installieren, entschieden der Taschenrechner und das Verantwortungsbewusstsein für die nationale Umwelt. Und eine visionäre Sicht der Dinge von Scheich Bashir Uddin, dem Managing Director der Akij Group. Der Senior General Manager der Produktionsstätte Akij Food & Beverage, P. B. Barua,  sieht drei Gründe im Vordergrund: »Erstens, es muss sich rechnen. Das tut es. Wir sparen derzeit schon bis zu 30 Prozent am Behälterpreis durch den Einsatz von recycelten Flakes. Zweitens müssen wir weniger Fremddevisen aufbringen für den Import von PET-Granulat. Das ist für ein Land wie Bangladesch ebenfalls ein entscheidender Faktor. Und drittens tragen wir dazu bei, die Verschmutzung der Straßenränder und Gewässer durch weggeworfene PET-Behälter deutlich zu reduzieren.« AFBL installierte deshalb 2009 die erste PET-Recyclinganlage dieser Art in Asien. In einem neuen Hallenschiff im Werk Dhaka baute Krones eine PET-Recyclinganlage, bestehend aus einem Waschmodul mit einer Leistung von 1.000 Kilogramm pro Stunde sowie einem Dekontaminationsmodul für 500 Kilogramm pro Stunde. Das Waschmodul liefert Nonfood-Grade-RPET-Flakes, die in der Faser-, Kunststoff- oder Folienindustrie eingesetzt werden können. Die Nutzung der vollen Kapazität ist immer marktpreisabhängig. Scheich Jamil Uddin, Marketingdirektor der Akij Group, spricht aber bereits davon, die verbleibenden 500 Kilogramm pro Stunde Nonfood-Grade-RPET-Flakes in Polyester-Flakes umzubauen und sie dann in der eigenen Textilmanufaktur als Baumwoll-Polyester-Mischung einzusetzen.

      Ziel ist ein Verhältnis von 50:50

      Das Waschmodul kann beliebig lange oder kurz betrieben werden. Im Gegensatz dazu sollte das daran anschließende Dekontaminationsmodul, das die Hälfte der Nonfood-Grade-Flakes zu Food-Grade-Flakes weiterverarbeitet, aus energetischer Sicht wegen der relativ hohen Prozesstemperaturen möglichst kontinuierlich laufen. Das ist auch der Fall. Die am Ende dieses Prozesses gewonnenen Food-Grade-Flakes setzt AFBL direkt zur Produktion von PET-Rohlingen ein. Die drei Sipa und Husky Spritzgussmaschinen zur eigenen Preformherstellung in einer benachbarten Halle wurden speziell zur Verarbeitung von Flakes eingerichtet. Derzeit arbeitet AFBL mit einem Mischungsverhältnis von 30 bis 40 Prozent RPET-Flakes und 60 bis 70 Prozent Neumaterial als Granulat. Ziel ist ein Verhältnis von 50:50.  Mit der 30:70 bzw. 40:60 Mischung werden weiße PET-Rohlinge für Cola, Säfte und Wasser sowie grüne für die beiden Limonen-Softdrinks hergestellt. Zukünftig will P. B. Barua auch braune Flaschen aus Recycling-Flakes für den Energydrink Speed produzieren lassen.

      »Die Zulassung durch die FDA war besonders wichtig«

      »Die Zulassung durch die FDA war besonders wichtig für uns«, erklärt P. B. Barua. »Selbstverständlich kontrollieren wir die Qualität der Flakes und Flaschen ständig durch Überprüfung des IV-Wertes, der Feuchtigkeit, Dichte, Kristallisation und Farbe. Interessant ist für uns, dass die Anlage vollautomatisch läuft. Beim Krones Verfahren muss die intrinsische Viskosität nicht so hoch sein wie bei anderen Technologien, das hat Vorteile. Die Recyclinganlage ist eine Hightech-Maschine, deshalb müssen wir uns auf den Hersteller verlassen können, brauchen schnelles Feedback und guten Service. Das haben wir bei Krones.«

      Und Direktor Sk. Jamil Uddin bringt es auf einen Nenner: »Nach den guten Erfahrungen mit den Abfüllanlagen von Krones als unserem Hauptlieferanten hatten wir vollstes Vertrauen in diese neue Recyclingtechnologie. Wir waren sicher, dass es funktioniert.« Akij recycelt. Bangladesch profitiert.


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