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      Das neue Diageo-Sudhaus bricht Rekorde. An erster Stelle steht die unglaubliche Größe der Gefäße mit einer Sudgröße von bis zu 1.000 Hektolitern.

      Nachhaltiges Bierbrauen stand ganz wesentlich im Vordergrund: Enorm hohe Energieeinsparungen im Brauprozess für die Weltmarke Guinness erreicht die Diageo Gruppe im neuen Sudhaus der Braustätte St. James‘s Gate in Dublin mit dem Steinecker EquiTherm. Mit einer Kapazität von jetzt über acht Millionen Hektolitern ist St. James`s Gate die größte Stout-Braustätte der Welt. Krones lieferte für diesen, »Projekt Phoenix« genannten Neubau drei Sudlinien, unter anderem mit dem größten Läuterbottich Europas im Sudhaus Nr. 4.

      Das neue Diageo-Sudhaus bricht Rekorde. An erster Stelle steht die unglaubliche Größe der Gefäße mit einer Sudgröße von bis zu 1.000 Hektolitern. Eine Milliarde Pint Guinness pro Jahr (1 Pint = 568 Milliliter) stellt das Sudhaus Nr. 4 der Braustätte St. James‘s Gate her. Dazu kommt die extrem hohe Energieeinsparung von bis zu 45 Prozent Dampf und 33 Prozent Strom im Sudprozess durch die Energieschaukel EquiTherm. Weiterer Meilenstein ist die hohe Produktvielfalt von bis zu 20 verschiedenen Sorten, die hier eingebraut werden. Auch die Bauzeit war mit nur 14 Monaten, von der Projektvergabe im April 2012 bis zum ersten Sud im Sommer 2013, für diese Leistungsklasse rekordverdächtig. Im Frühjahr 2014 wurden die Sudlinien dann vom Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität erfolgreich abgenommen. Für Diageo war der Bau auch eine Frage der Technologie: Dieses Sudhaus ist erst das vierte Sudhaus von Guinness in der 256 Jahre alten Geschichte, das in der traditionsreichen Braustätte St. James‘s Gate errichtet wurde, und es wird für Diageo die Zukunft des Bierbrauens in Irland sicherstellen. Es soll die Tradition des Brauprozesses weiterführen, aber gleichzeitig die Nachhaltigkeit, den Umweltschutz und die Technologie erneuern und verbessern.

      Drei Sudlinien von beachtlicher Größe

      Um die Vielfalt an verschiedenen Suden für Stout-, Ale- und Lager-Biere zu handhaben, gab Diageo bei Steinecker drei Sudlinien in Auftrag, die alle in ein gemeinsames Sudhaus integriert wurden. In Sudlinie Nummer eins wird ausschließlich Guinness eingebraut. Sie ist ausgelegt für eine Sudgröße von 1.000 Hektoliter kalter Aufschlagwürze im High-Gravity-Verfahren mit einer Stammwürze von 18 Grad Plato. Dazu kann die Linie 24 Tonnen Schüttung pro Sud aufnehmen und zwölf Sude pro Tag brauen. Verdampft wird traditionell relativ hoch mit sechs Prozent. Die Jahresleistung dieser Sudlinie beträgt 3,3 Millionen Hektoliter High-Gravity-Würze, was einer Verkaufsmenge von fünf Millionen Hektolitern Guinness mit elf Grad Plato entspricht. Sudlinie zwei ist für das Einbrauen verschiedener Ale- und Lager-Biere vorgesehen mit einer Sudgröße von 640 Hektolitern kalter Aufschlagwürze bei durchschnittlich 16 Grad Plato und bis zu 14 Tonnen Schüttung. Elf Sude pro Tage schafft diese sehr komplexe Sudlinie, die für mindestens 15 verschiedene Rezepturen eingerichtet ist. Die Kapazität beträgt rund 2,5 Millionen Hektoliter pro Jahr, bezogen auf Verkaufsbier. Die dritte Sudlinie schließlich ist einzig zur Stout-Herstellung in einer Größenordnung von einer Million Jahreshektoliter eingerichtet.

      Mit Heißwasser aus EquiTherm beheizte Maischbottiche

      In den Sudlinien eins und zwei für Guinness beziehungsweise für Ale- und Lager-Biere stehen jeweils zwei Maischgefäße ShakesBeer EcoPlus am Anfang der Prozesskette. Sie werden mit 97 Grad heißem Wasser aus dem EquiTherm Speicher beheizt. Dazu sind im Freien zwei Energiespeicher-Puffertanks mit jeweils 350 Kubikmeter Kapazität aufgestellt. Im Wartungsfall kann das System temporär auch mit nur einem Tank betrieben werden. Um die Energie aus dem Speichertank zum Maischbottich zu transferieren, sind aufgrund der sehr geringen Temperaturdifferenz große Volumenströme mit bis zu 3.000 Hektolitern pro Stunde nötig.

      Gespeist werden die Puffertanks zum einen von den beiden Pfannendunstkondensatoren der Linien eins und zwei. Zweite, neue Energieschaukel ist das EquiTherm Verfahren. Hierzu ist ein zweistufiger Würzekühler eingesetzt. Dessen erste Stufe, in der eine Temperaturdifferenz von 14 Grad Celsius (von 99 auf 85 Grad Celsius) genutzt wird, lädt ebenfalls die Energiespeicher auf. Bei der zweiten, niedrigeren Stufe wird der Würzekühler klassisch zur Brauwasser-Vorwärmung genutzt. In den rund 20 Meter hohen Energiespeichertanks, die durch eine Schichtladelanze gezielt mit Heißwasser verschiedener Temperaturen beladen werden, liegen Temperaturschichten von 80 bis 97 Grad Celsius vor. Diese Temperaturschichten können wiederum gezielt von den vier Maischbottichen, von zwei Läuterwürzeerhitzern in den Sudlinien eins und zwei sowie von einem Maischwassererhitzer der dritten Linie abgenommen und genutzt werden. Das EquiTherm Heißwassersystem ist für den Notfall, falls beispielsweise einer der beiden Pfannendunstkondensatoren ausfällt, mit einer Dampfstufe nachheizbar, die als Booster ausgelegt ist.

      In der Guinness Linie eins arbeitet dann ein Läuterbottich mit einem Durchmesser von 14 Metern, der größte, den Steinecker je gebaut hat, und wahrscheinlich der größte überhaupt in Europa. Die Kombination der Parameter High Gravity mit 18 Grad Plato bei zwölf Suden pro Tag in einem 14-Meter-Läuterbottich ist ohnehin einmalig. Steinecker nahm die Herausforderung an und konnte mit dem Pegasus C, einer neuen Läuterbottich-Generation als Weiterentwicklung des Pegasus Systems, überzeugen.

      Ein exzellenter Job

      »Krones hat einen exzellenten Job gemacht. Wir haben hier in Dublin jetzt das effizienteste Sudhaus Europas – bezogen auf Hektoliter pro Quadratmeter. Die schnelle Konstruktionszeit von nur 14 Monaten bis zum ersten Sud brachte uns natürlich ebenfalls Kostenvorteile, da wir früher mit dem Bierbrauen beginnen konnten. Und die Qualität des Bieres ist perfekt«, sagt Tom Joyce, Project Manager des Sudhaus Nr. 4.

      Und Dave O’Leary, Engineering Excellence Director, Diageo Global Beer, und damit verantwortlich für die gesamte Technik der weltweiten Diageo-Bierproduktion, erklärt: »Die Qualität von Krones ist außergewöhnlich, wir haben eine erstklassige Ausrüstung erhalten. Das Sudhaus sieht sehr wertig und wertvoll aus. Die neue Technologie des Steinecker EquiTherm bringt uns eine enorm hohe Energieeinsparung. Wir erzielen bei den Betriebsmedien eine Reduzierung von 45 Prozent Dampfverbrauch, 33 Prozent Stromverbrauch und 35 Prozent Wasserverbrauch.«


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