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    Bier
    Radikalkur
    Mit einer radikalen Änderung des Sortiments und der Einführung neuer Verpackungsformen schaffte es die älteste Privatbrauerei Schwedens, die Åbro Bryggeri, vor wenigen Jahren, das Ruder herumzureißen.

    Es gelang ihr, den Betrieb vor einer drohenden Insolvenz zu bewahren und wieder in die Spur einer florierenden Vorzeigebrauerei mit einer Million Hektoliter Ausstoß zu bringen. Die rettende Idee war vor allem die Einführung des Ciders »Rekorderlig«, die weltweit auf starke Resonanz stieß. Inzwischen steht Åbro mit einer neuen Krones Dosenlinie und der jüngst installierten Krones Einweg-Glasanlage modernste Abfülltechnologie zur Verfügung.

    Ausgezeichnete Bierqualitäten

    »Rekorderlig« gibt es inzwischen in 17 Geschmacksrichtungen, vom normalen Apfel-Cider bis hin zum Orangen-Ingwer- oder Erdbeer-Limonen-Geschmack mit Alkoholgehalten von 4,0 bis 4,5 Volumen-Prozent. Der Cider nach altem schwedischem Hausrezept und mit hausgemachtem, schön gezeichnetem Etikett wird hypermodern, jugendlich und stylish in den Medien mit Protagonisten wie Surfern und Snowboardern beworben.

    Parallel zum Cider investierte Åbro in die Qualität und Vielfalt der Biere. »Wir haben den Charakter der Biere geändert«, erklärt Chef-Braumeister Lennarth Anemyr. »Im Brauprozess setzen wir beispielsweise neben dem Infusionsmaischverfahren auch wieder die Dekoktion ein. Wir brauen Lagerbier nach deutschem, bayerischem oder tschechischem Vorbild, versuchen interessantere Biere zu schaffen. Im Vordergrund steht dabei immer die Bekömmlichkeit und Trinkbarkeit der Biere.«

    Dieses Engagement in die Bierqualität wurde durch mehrfache internationale Auszeichnungen belohnt, zuletzt mit der höchsten Auszeichnung als Champion-Beer der Lagerbier-Kategorie im Biertest der International Brewing Awards 2013 für Bryggmasterens Premium Gold. Auf Qualität setzt Åbro auch beim Import von Biersorten. Knapp 40 Weltmarken stehen auf der Liste der von Åbro eingeführten Biere, vom belgischen Duvel bis zum deutschen Weihenstephaner. Im eigenen Brauerei-Ausschank finden sich sogar 101 verschiedene Biere auf der Getränkekarte: leben und leben lassen. Selbst braut Åbro mittlerweile etwa 20 verschiedene Biere ein.

    Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga

    Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga

    Hartnäckigkeit, Eigensinnigkeit und Sparsamkeit bis hin zum Geiz sagt man den Bewohnern der südschwedischen Provinz Småland nach, in der die Åbro Brauerei ihre Heimat hat.

    Aus Småland stammt beispielsweise der IKEA-Gründer und Multimilliardär Ingvar Kamprad, der ja für seine Sparsamkeit durchaus bekannt ist. Genauer gesagt ist es der kleine Ort Vimmerby, in dem die Brauerei 1856 gegründet und 1889 vom Urgroßvater der heutigen Inhaberfamilie Dunge übernommen wurde. Sie ist damit die älteste schwedische Familienbrauerei.

    Bei dem Namen Vimmerby klingeln aber nicht nur die Ohren der Åbro-Bier-Liebhaber, sondern auch aller Freunde von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Kalle Blomquist oder den Kindern von Bullerbü. Deren geistige Mutter Astrid Lindgren wurde 1907 hier geboren und verbrachte auch die ersten Jahre ihrer Kindheit in Vimmerby.

    Krones Dosenlinie als erste Komplettanlage

    Die grundlegend geänderte Sortiments- und Vertriebsstruktur hatte natürlich auch Folgen für die Auslegung der Abfüllanlagen. Im Jahr 2000 betrieb Åbro vier Linien: eine Glas-, eine PET-, eine Dosen- und eine Keg-Anlage. Zu dieser Zeit betrug der Anteil der Glasabfüllung noch rund 60 Prozent. Wegen der fast vollständigen Aufgabe des Limonaden-Sortiments wurde die PET-Linie gestoppt und verkauft, Bier und Cider wurden nur noch in Dosen, Glas und Kegs gefüllt. 2007 installierte Åbro erneut eine PET-Anlage, was sich als Fehlinvestition entpuppte. Zwei Jahre später verkaufte die Brauerei die Linie wieder – mit nur 200 Betriebsstunden. »Es ist besser, einen Fehler schnell zu revidieren, als einer Fehlentscheidung jahrelang nachzutrauern«, meint Mats Sköldestig. »Danach wussten wir jedenfalls, dass wir erst wieder investieren, wenn wir auch die Nachfrage-Kapazitäten dazu haben und nicht schon spekulativ vorher.«

    Das war 2010 der Fall. Åbro installierte zusätzlich zu einer vorhandenen älteren Dosenlinie eine komplette Dosenanlage von Krones mit einer Leistung von 70.000 Dosen pro Stunde für 330- und 500-Milliliter-Dosen zur Abfüllung von Bier und Cider. Es war dies gleichzeitig die erste Komplettanlage eines Herstellers, die Åbro je eingebaut hatte. 2011 investierte Åbro erneut, diesmal in eine kombinierte Einweg-/Mehrweg-Glasanlage für 45.000 Flaschen pro Stunde mit Einzelmaschinen verschiedener Hersteller. 2011 war auch das Jahr des großen internationalen Durchbruchs von »Rekorderlig«, speziell in England. Die parallel vorgenommenen Investitionen in schwedische Restaurants und Pubs erforderten es nur ein Jahr später, auch die Keg-Anlage durch eine neue zu ersetzen. Jetzt war insgesamt der Anteil der Dosenabfüllung von Bier und Cider auf 60 bis 70 Prozent angewachsen.

    »Wir wollten das perfekte Design.«

    Doch der immer weiter steigende Erfolg im Cider-Export brachte bald erneut die Glasflaschen-Abfüllung an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Deshalb beschloss Åbro, eine vollständig neue Abfüll- und Lagerhalle mit 8.000 Quadratmetern Grundfläche an das Brauereigebäude anzubauen und dort eine zweite Glaslinie zu installieren. Diesmal entschied sich die Familienbrauerei wieder für eine Komplettanlage und erneut für Krones. »Der Wettbewerb um diese Anlage war hart, aber es ging nicht in erster Linie um Preisverhandlungen«, stellt Mats Sköldestig klar. »Vielmehr war es die Gesamtlösung, die uns überzeugte. Wir wollten das perfekte Design und das haben wir letzten Endes von Krones erhalten. Beispielsweise war ursprünglich ein Tunnelpasteur geplant, jetzt können wir eine vorhandene KZE für alle Biere nutzen. Durch die Möglichkeit der Warmabfüllung von Cider bei etwa 18 bis 19 Grad Celsius können wir auf einen Wärmer vor der Etikettierung verzichten. Krones passte das Layout auch ideal an unsere räumliche Vorstellung der Linienintegration in die kombinierte Lager- und Abfüllhalle an.«


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