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    Wunderbare Wunderbeere
      Für die Verantwortlichen von Ocean Spray Cranberries war es keine leichte Entscheidung

      Sollte das in die Jahre gekommene Werk zur Saftabfüllung in Bordentown, New Jersey, gründlich erneuert oder diese Kapazität besser in einem Neubau auf der grünen Wiese abgefangen werden? Ocean Spray, der weltweit führende Hersteller von Cranberry-Produkten, entschied sich vor mittlerweile fünf Jahren für die Neubaulösung.

      Doch das Neugestalten der Abfüllung in Bordentown, die einen Großteil der Ostküste Nordamerikas versorgt, war nicht alles: Zeitgleich galt es auch, jeweils eine PET-Anlage in den Werken in Henderson und Kenosha zu ersetzen und somit die Saftabfüllung bei Ocean Spray auf eine moderne, zukunftsfähige Basis zu stellen.

      Das Unternehmen ging strategisch vor. Zunächst stellte es einen Anforderungskatalog mit fünfzehn Kriterien auf, an deren erster Stelle die Punkte Zuverlässigkeit, Qualität der Konstruktion sowie Maschinen- und Anlagendesign standen. Mit diesem Katalog prüfte Ocean Spray intensiv alle großen Hersteller von Abfüllanlagen weltweit und schaute sich Referenzprojekte an. »Es war unser mit Abstand größtes technisches Projekt bislang«, erklärt Erich A. Fritz, Vice President Research & Development, Quality and Technology. Die Entscheidung fiel zugunsten von Krones – aus mehreren Gründen, wie Erich Fritz erläutert: »Nach der eingehenden Analyse des Markts bot Krones die beste Plattform für unsere Zukunft. Wie Krones seine Anlagen zusammenbaut, ist einzigartig auf der Welt. Der Vorstand persönlich garantierte uns außerdem einen sehr hohen Wirkungsgrad von 92,5 Prozent bei der Abnahme. Und wir entwickelten gemeinsam einen Master-Plan, der alle vier PET-Linien umfasst und stufenweise realisiert werden sollte.«

      Zunächst integrierte Krones im Werk Henderson im Jahr 2011 Neumaschinen für eine PET-Anlage, ein Jahr später auch im Betrieb in Kenosha. Ab Ende 2012 begann dann der Bau der neuen Betriebsstätte im Lehigh Valley bei Allentown, 150 Kilometer westlich von New York City. Auf 44 Hektar Grundfläche errichtete Ocean Spray hier sein neues Werk, in dem zwei Anlagen für Kartonverpackungen sowie die zwei Krones PET-Hotfill-Linien arbeiten.

      Heißwasser als Energieträger

      Entgegen der ursprünglichen Planung traf Ocean Spray mitten in der Neubauphase eine weitreichende, zukunftsorientierte Entscheidung zum Redesign des Energiesystems. Nicht Dampf, sondern Heißwasser sollte als Energieträger eingesetzt werden. »Dampf verhält sich chaotisch, wie verrückt versucht er, seine Energie loszuwerden und wieder in den flüssigen Aggregatzustand zurückzukehren. Dieser Phasenwechsel bei der Kondensation ist uneffektiv«, erläutert Erich Fritz. Oberstes Ziel dieser Entscheidung war natürlich eine möglichst hohe Einsparung an energetischen Ressourcen.

      Mehr als 30 Prozent Energieeinsparung

      Um dies realisieren zu können, musste Krones aber noch während der heißen Maschinenbauphase sein Okay geben, dass sowohl die eingesetzten Kurzzeiterhitzer VarioFlash H als auch die Behälterrückkühler LinaCool anstelle von Dampf mit Heißwasser betrieben werden könnten. Krones erhöhte dazu die Kapazitäten der VarioFlash H. In den Röhrenwärmetauschern wird das Produkt jetzt direkt im Gegenstrom mit Heißwasser erhitzt. »Dadurch haben wir einen stabileren Pasteurisationsprozess ohne den wechselnden Ein-Aus-Betrieb beim Dampfeinsatz«, meint Erich Fritz. Auch das Redesign der Rückkühler gelang vortrefflich. Als einer der ersten Betriebe nutzt Ocean Spray ein neu entwickeltes System zur Wärmerückgewinnung von Krones. Dabei recycelt ein Wärmetauscher über 50 Prozent der thermischen Energie der heißen Behälter und nutzt diese zur Vorerwärmung der Saftprodukte. »Die Bereitschaft und das Vermögen von Krones zum Redesign der Anlagen war beeindruckend«, resümiert Erich Fritz.

      Im Vergleich zum alten Werk in Bordentown konnte Ocean Spray insgesamt eine Energieeinsparung von mehr als 30 Prozent erzielen:

      • Durch die Umstellung von Dampf auf Heißwasser
      • Durch den Einsatz des Rückgewinnungsaggregats in den Flaschenkühlern
      • Durch die Nutzung des Heißwasser-Kreislaufs für die Raumheizung, ohne zusätzliche Energie einzusetzen

      »Krones hat dabei eine wesentliche Rolle gespielt«, sagt Erich Fritz. »Bei jeder der beiden PET-Linien sparen wir 1.500 Kilowattstunden, also fünf Millionen BTU, Energie ein.«

      Zwei unterschiedlich ausgelegte Abfülllinien

      Um die benötigten Mengen bei gleichzeitiger Vielfalt in den Behältergrößen möglichst effizient abfüllen zu können, entschied sich Ocean Spray in Zusammenarbeit mit Krones für zwei unterschiedliche Abfülllinien. Die sogenannte Linie 21 wurde als »dedicated line« ausgelegt, die nur festgelegte Behältergrößen, nämlich die 64- beziehungsweise 60-Ounces-Flasche (entspricht 1,89 bzw. 1,77 Liter) verarbeitet. Die zweite Linie 22 dagegen ist als flexible Anlage konzipiert, die Behälter von zehn Ounces (295 Milliliter) bis eine Gallone (3,785 Liter) abfüllt.

      In der Linie 21 mit einer Leistung von 24.000 Behältern pro Stunde setzt Ocean Spray erstmalig eine eigene Blasmaschine ein. »Wir haben uns gut auf die erstmalige Nutzung einer Blasmaschine vorbereitet. Deshalb ist die Contiform auch sehr gut angelaufen«, erklärt Plant Director Tim Haggerty. »Wir haben unsere Mitarbeiter zusammen mit der Krones Akademie intensiv geschult. Eine Streckblasmaschine ist eine Wissenschaft für sich – das war eine Herausforderung für uns. Wir mussten das Wissen um diese Technologie erst mal verinnerlichen. Dazu war die gelebte Partnerschaft mit Krones sehr wichtig.«

      Doppelt gesichert

      Per Lufttransport gelangen die Behälter zum Rinser-Füller-Block im Reinraum, bestehend aus einem Rinser Moduljet und einem Wägefüller Modulfill NWJ für die Heißabfüllung. In diesem werden die Flaschen per Neckhandling transportiert. Im Anschluss kontrolliert ein Checkmat die exakte Füllhöhe. Im Prozessbereich stellt ein Hygienecenter VarioDos die mikrobiologische Hygiene des Blocks sicher, eine Kurzzeiterhitzungsanlage VarioFlash H mit Röhrenwärmetauscher und Entgaser sorgt mit einer Leistung von 45 Kubikmetern pro Stunde für die sichere und schonende Haltbarmachung der Produkte. Nach dem Heißabfüllen werden die Behälter im Rückkühler LinaCool auf Umgebungstemperatur gebracht.

      Um eine zuverlässige Produktion rund um die Uhr zu gewährleisten, hat sich Ocean Spray entschlossen, sowohl die Etikettierung als auch die Endverpackung jeweils doppelt zu belegen. Zwei parallel aufgestellte Etikettiermaschinen Topmodul mit je einem Canmatic und zwei Autocol Aggregaten laufen im Normalbetrieb mit halber Geschwindigkeit, können bei Bedarf aber auf volle Leistung hochgefahren werden. Das Gleiche gilt auch für den vorgeschalteten Trockner Linadry und die nachgeschalteten Etiketten-Kontrollsysteme Checkmat EM+L. Auch die Verpackungsmaschine Variopac Pro TFS besetzte Ocean Spray doppelt. Das Ende der Linie bildet ein Palettierer Modulpal 2A mit einem Gruppiersystem Robobox.

      Flexible Linie für viele Behältergrößen

      Etwas anders ist die flexible Linie 22 mit einer Leistung von 21.000 Behältern pro Stunde aufgebaut. Weil hier ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Behältergrößen verarbeitet wird, produziert Ocean Spray diese nicht selbst vor Ort, sondern bringt die vorgefertigten PET-Flaschen mittels eines Hochleistungsabschiebers Pressant Universal 1A in die Linie ein. Von hier aus kommen sie zum Rinser-Füller-Block, ebenfalls ausgestattet mit einem Rinser Moduljet sowie Wägefüller Modulfill NWJ. Allerdings ist hier statt des Neckhandlings eine Bodenführung vorgesehen, um auch die schweren Ein-Gallonen-Behälter sicher transportieren zu können. Im Prozessteil arbeiten zwei Kurzzeiterhitzer VarioFlash H in verschiedenen Größen. Damit wird die Anlage noch flexibler für die unterschiedlichen Behältergrößen. Eine CIP-Anlage VarioClean übernimmt die automatische Reinigung des Füllers. Nach Füllhöhen-Kontrolle im Checkmat S+L durchlaufen die Behälter den Rückkühler LinaCool, werden im Linadry getrocknet und von einer Etikettiermaschine Topmodul mit zwei Autocol Selbstklebe- und einem Canmatic Rundum-Etikettieraggregat ausgestattet.

      Erfolgreiche Ramp-up-Phase

      Der Abnahmetest der Linien brachte nicht nur die garantierten 92,5 Prozent Wirkungsgrad, sondern sogar beeindruckende 94 Prozent. Allerdings ist das für Paul DaRosa, Director Beverage Operations, nur die eine Seite der Medaille. »Es ist nicht ungewöhnlich in der Getränkeindustrie, dass die Leistung einer Abfüllanlage nach dem Abnahmetest, wenn das Inbetriebnahme-Personal des Anlagenlieferanten das Werk verlassen hat, um bis zu 30 Prozent absinkt.« Tatsächlich kam es nach der Abnahme der Linie 21 im Februar 2015 in der folgenden Ramp-up-Phase nur zu einem leichten Rückgang der Linieneffizienz, der bereits nach wenigen Monaten wieder ausgeglichen werden konnte. »Das ist auf der einen Seite unserem hohen Eigenengagement zuzuschreiben. Wir konnten auf der anderen Seite natürlich nur so gut sein wie das Werkzeug, das uns Krones zur Verfügung gestellt hat«, betont Paul DaRosa.

      Auch nach einem erfolgreichen Abnahmetest, da sind sich alle einig, müssen die Anlagen weiterhin hervorragend laufen. Ocean Spray hat deshalb Wartungsverträge mit Krones für die neuen Linien in den drei Werken abgeschlossen. »Wenn man auf dieser Ebene die Performance erhalten möchte, dann erfordert das eine intensive Partnerschaft«, glaubt Paul DaRosa.

      Ansprechpartner

      Hector Takahashi

      T: +1 414 6142447
      E-Mail


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