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    Kräuterbitter on tour
      Die schnellste PET-Spirituosen-Abfüllanlage, die Krones jemals aufgestellt hat, läuft – im westafrikanischen Ghana. Das Privatunternehmen Kasapreko nahm sie im Dezember 2012 in Betrieb.

      Abgefüllt wird darauf hauptsächlich ein Kräuterbitter, dem eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. Kasapreko kann sich der Nachfrage nach dem afrikanischen Magenbitter kaum erwehren.

      Fast täglich steht im Hof des Geländes von Kasapreko in Ghanas Hauptstadt Accra ein schwerer Lkw aus Nigeria mit einem offenen, überlangen Auflieger. Früh morgens beginnen drei Mann, den Lkw zu beladen. Karton für Karton wird gestapelt, jeder bepackt mit 24 PET-Flachbehältern à 0,2 Liter, gefüllt mit dem Kräuterbitter Alomo Bitters, jeder Karton 5,2 Kilogramm schwer. Dann macht sich der Lkw auf den Weg – nach Nigeria, ins 500 Kilometer entfernte Lagos.

      Nigeria ist inzwischen der zweitgrößte Markt für Kasapreko, fast 40 Prozent des Absatzes finden ihren Weg über die Grenzen.

      Gutes muss nicht teuer sein

      Dr. Kwabena Adjei brachte sich und seine Familie als kleiner Händler durch, als gegen Ende der 80er Jahre die Zeit der Revolutionen in Ghana endlich vorüber war und sich das Wirtschaftsleben langsam normalisierte. Natürlich gab es damals schon eine ganze Reihe von Spirituosen-Herstellern. Doch fast jeder kaufte die Flavours beim selben Lieferanten ein, mit dem Ergebnis, dass alles irgendwie gleich schmeckte. Dr. Adjei hatte die Idee, dem Land etwas mehr Vielfalt zu bieten. Er fand einen Hersteller, dessen Gin-Flavour den Wacholder-Geschmack etwas prägnanter zum Ausdruck brachte. In seiner Garage in Accras Vorort Nungua startete er mit vier Mitarbeitern eine kleine Abfüllung. Mit seinem alten Volvo fuhr er von Bar zu Bar und bot den Gastwirten seinen »Kasapreko Dry Gin« auf Kommission an.

      Er löste damit einen Nachfrageboom aus. Die hohen Erwartungen an Geschmack, Qualität, Sicherheit und Verpackung hatten sich die Ghanaer bis dahin mit teurer Importware erfüllt. Kasapreko war der erste lokale Produzent, der eine moderne Qualitätskontrolle und ein Produktentwicklungslabor einschaltete sowie eine individuelle Flasche einführte. Mit dieser Philosophie besetzte er die berühmte Marktnische. Heute ist Kasapreko Dry Gin Marktführer im ghanaischen Gin-Segment.

      Großer Erfolg

      In den Anfängen verwendete Dr. Adjei noch alle möglichen Flaschen und nutzte sogar gebrauchte Kartons anderer Hersteller, die er nach links wenden ließ, um deren Aufdruck zu verdecken. Ab 1997 begann die professionelle Abfüllung. Alomo Bitters war damit der erste ghanaische Kräuterbitter im industriellen Maßstab und wurde ein großer Erfolg.

      Kasapreko bleibt der Spitzenreiter im Spirituosen-Markt mit fast 50 Prozent Marktanteil, viermal so viel wie der nächstgrößere Hersteller. »2013 wollen wir den Ausstoß auf zehn Millionen Kartons verdoppeln«, zeigt sich Dr. Kwabena Adjei zuversichtlich.

      Schnellste Krones PET-Spirituosenlinie der Welt

      Um dieses Ziel zu erreichen, nahm Kasapreko im Dezember 2012 zwei neue Krones Abfüllanlagen in Betrieb. Das Unternehmen ließ zunächst eine neue, frei tragende Halle mit einer Dimension von 100 mal 44 Metern bauen. Hier installierte Krones eine Glas-Mehrweganlage mit einer Leistung von 30.000 Flaschen pro Stunde und eine Einweg-PET-Linie für 40.000 Behälter pro Stunde – die schnellste jemals von Krones installierte PET-Spirituosenlinie.

      Behälter: vorne konvex, hinten konkav

      Der PET-Behälter ist an der Brust konkav, am Rücken konvex gestaltet und lässt sich so besonders platzsparend verpacken. Das Design hatte im Vorfeld auch schon eine Auszeichnung für gelungene Verpackung erhalten. Da Vorder- und Rückseite unterschiedlich gestaltet sind, müssen die Flaschen so ausgerichtet werden, dass auch tatsächlich nur ihre Vorderseite etikettiert wird. »Es war ziemlich knifflig, den Technologie-Ansprüchen bei dieser hohen Leistung zu genügen. Aber das Krones Layout-Team machte einen tollen Job«, lobt Dr. Kwabena Adjei.

      Wissenstransfer hat sich ausgezahlt

      Anfang Dezember 2012 konnten beide Anlagen ihren Betrieb aufnehmen. »Das war möglich dank der guten Zusammenarbeit zwischen den Krones Mitarbeitern, den Unterlieferanten und unserem eigenen Team«, meint Dr. Kwabena Adjei.

      Bezahlbare Produkte

      »Im afrikanischen Konsum-Markt gelten die drei A‘s: availability, affordability, accessibility«, so Dr. Adjei. Die Verbraucherpreise für Alomo Bitters liegen bei etwa zwei US-Dollar für die 200-Milliliter- und etwa fünf US-Dollar für die 0,75-Liter-Flasche. »Das ist sehr preisgünstig. Deshalb ist auch die Effizienz der Abfüllanlagen so wichtig, damit das Produkt bezahlbar bleibt und wir dennoch Gewinn erwirtschaften. Dazu ist die beste Technologie nötig. Und bei den PET-Behältern geht es um jedes Gramm Gewicht, das wir weniger verbrauchen.«

      Sprung auf den Weltmarkt

      Mit der Inbetriebnahme der beiden Linien startet Kasapreko eine weitere Exportoffensive. »In fünf Jahren wollen wir ein international geachteter Spirituosen-Hersteller auf dem Weltmarkt sein.« Der erste Schritt ist getan.


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