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    Craft Beer
    Der Geschmack des Südens
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    Der Geschmack des Südens

      Craft-Bier in Dosen? Ja, das funktioniert.

      Die Abita Brauerei ist eine der ersten Craft-Brauereien der USA, die damit den Markt bedient. Mit einer komplett neuen Abfüllanlage sowohl für Glasflaschen als auch für Dosen hat sich die Privatbrauerei den Weg in die vielversprechende Zukunft ihrer Craft-Biere geebnet, die Abfüllkapazität auf ein Mehrfaches erhöht, die Abfüllqualität deutlich gesteigert und vor allem die Flexibilität enorm ausgebaut. Speziell die Varioline Verpackungsstraße bringt der größten und ältesten Craft-Brauerei im Südosten der USA ungeahnte Möglichkeiten der so wichtigen situationsgerechten Vermarktung ihrer Biere. Die Marktaussichten für Abita sind großartig, ebenso wie für das gesamte Marktsegment der amerikanischen Craft Breweries.

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      David Blossman war 17 Jahre alt, als die Abita Brewing Company 1986 gegründet wurde. Schon als Jugendlicher hatte er sich für das Homebrewing begeistert. »Ich liebte die Idee, Bier selbst zu brauen und zwar möglichst in meinem engeren Umfeld.« Also investierte er seine Ersparnisse, 2.500 Dollar, in Abita und war dadurch mit einem Prozent beteiligt. David war der zweitjüngste von sechs Brüdern, die anderen fünf standen bereits im Berufsleben. Er überzeugte sie mit seiner Begeisterung und ein Jahr später übernahmen die sechs Geschwister die Mehrheit der Abita Brauerei. Es sollte aber noch zehn Jahre dauern, bis David Blossman als Geschäftsführer einstieg. Bis dahin hatte er sein CPA-Examen zum Wirtschaftsprüfer abgelegt und mehrere Jahre im Finanzmanagement gearbeitet.

      New Orleans war einst die Brau-Hauptstadt des amerikanischen Südens. Die erste Brauerei eröffnete der Schweizer Emigrant Louis Fasnacht im Jahr 1852. Unter dem Einfluss deutscher Einwanderer gab es eine regelrechte Gründungswelle, bis 1890 brauten 30 Brauereien in der Stadt. Durch die Einführung von Kühlung, Pasteurisation und verbesserten Transportmöglichkeiten sowie durch den sich wandelnden Verbrauchergeschmack kam es zu Schließungen und Fusionen. Bis 1949 dominierte die New Orleans Brewing Company, die aus dem Zusammenschluss von sechs kleineren Brauereien entstanden war, den Markt, in den 50er und 60er Jahren übernahm die Brauerei Fallstaff diese Rolle. Die Brauereien Fallstaff, Dixie, Jax und Regal hielten in jenen Jahren 80 Prozent des Biermarktes. Alle mussten im Laufe der Jahre schließen, ihre Gebäude wurden zu Hotels oder Einkaufszentren umgebaut. Als letzte alteingesessene Brauerei verlor Dixie den Standort New Orleans: Der Hurrican Katrina überflutete 2005 die Brauerei, die dann von Plünderern zerstört wurde. Dixie wird heute in Wisconsin gebraut. Aber die Brau-Szene kam nach Louisiana zurück, mit Micro-Brauereien einer neuen Generation wie Abita, Nola, Tin Roof Brewing Company, Gordon Biersch Brewery, Parrish, Covington Brewhouse, Crescent City oder Heiner Brau.

      Weizenbier mit frischem Himbeerpürree

      Insgesamt produziert Abita sieben ganzjährig verfügbare Hauptmarken: Abita Amber, Golden, Light, Turbodog, Purple Haze, Jockamo I.P.A. und Restoration Pale Ale. Purple Haze beispielsweise ist ein Weizenbier, dem nach der Filtration frisches Himbeerpürree zur Unterstützung des fruchtigen Geschmacks zugesetzt wird. Jockamo I.P.A. bringt es auf 6,5 Volumenprozent Alkohol bei 52 Bittereinheiten. Das Restoration Pale Ale mit 5,1 Volumenprozent Alkohol und 20 Bittereinheiten kreierte Abita direkt nach den verheerenden Hurricans Katrina und Rita. Die Brauerei selbst war von größeren Zerstörungen verschont geblieben, deshalb entschlossen sich die Eigentümer, den Betroffenen der Katastrophe zu helfen. Zwei Jahre lang floss pro verkauftes Sixpack von Restoration ein Dollar in die Hurrikanhilfe, insgesamt 550.000 Dollar.

      Überhaupt lebt die Brauerei gerne die Philosophie des »giving back«, des Zurückgebens an die Gesellschaft. Als die Bohrplattform »Deepwater Horizon« im Golf von Mexiko explodierte, braute Abita SOS (Save our Shore) ein und spendet seitdem 75 Cent pro Flasche, bis jetzt über 400.000 Dollar, an eine Stiftung für betroffene Fischer und ihre Familien sowie zur Restaurierung der Feuchtbiotope an der Küste. Und Abita Abbey honoriert die jahrhundertealte Brautradition von Mönchen, führt 25 Cent pro Flasche an ein Kloster in der Nähe ab.

      Bierbrauen mit Steinecker Technologie

      Beim Bierbrauen verlässt sich Abita auf Steinecker Technologie. Die Brauerei war im Jahr 2000 die erste außerhalb Europas, die das revolutionär neue Würzekochsystem Merlin nutzte, das die Kochzeit von 90 auf 35 Minuten und damit den Energieverbrauch um 70 Prozent reduziert. Ein Pfannendunstkondensator gewinnt zusätzlich Prozessdampf zurück. Das Vier-Gefäße-Sudhaus mit 120 Hektolitern Sudgröße ermöglicht bei 4,5 Stunden Suddauer eine Jahreskapazität von 150.000 Hektolitern. Durch eine Verkürzung der Sudzeit auf drei Stunden durch zusätzlichen Wärmetauscher und Vorlaufgefäß sowie schnellere Treberentsorgung kann Abita nun sogar acht Sude pro Tag einbrauen. Für eine feine Aroma- und Geschmacksabstimmung der Biere legt Abita Wert auf eine dreifache Hopfengabe mit Bitter-, Geschmacks- und Aromahopfen. Einige Biere erfahren zusätzlich eine Trockenhopfung im Lagertank wie zum Beispiel Jockamo I.P.A. und Restoration Ale. Vor der Abfüllung werden die Biere kalt filtriert, dabei zunächst in einer Zentrifuge separiert und dann in einem Plattenfilter entfiltriert. Auf eine Stabilisierung verzichtet die Brauerei.

      Abfüllqualität deutlich verbessert

      Mit der immer weiter steigenden Nachfrage war es höchste Zeit, an die Installation einer neuen Abfüllanlage zu denken. Die vorhandene italienische Linie aus dem Jahr 1999 war mit einer Leistung von 9.000 Flaschen pro Stunde längst an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. »Je mehr wir sie beanspruchten, um so niedriger wurde ihr Wirkungsgrad«, erklärt David Blossman. »Die Füllhöhengenauigkeit passte nicht mehr, die Pasteurisierung war nicht zuverlässig genug, Etikettierung und Endverpackung ließen zu wünschen übrig, der Wirkungsgrad sank gegen 80 Prozent. Die neue Linie sollte mehr Kapazität bringen, eine höhere Effizienz bieten, eine bessere Abfüllqualität abliefern und viel flexibler sein.« Mit der neuen Krones Anlage, die im November 2011 ihren Betrieb aufnahm, setzte David Blossman alle seine Vorstellungen um. Die Leistung ist mit 24.000 Flaschen pro Stunde mehr als doppelt so hoch, der vorgesehene Wirkungsgrad liegt bei über 90 Prozent, der Sauerstoffgehalt der Glasflaschen beträgt 0,1 Milligramm oder weniger pro Liter, die Füllhöhen sind korrekt, dank exakter Füllung und sofortiger Kontrolle durch Checkmat FM-X, der zusätzlich den Verschlusssitz prüft. Abita verwendet noch die traditionellen 355-Milliliter-»Heritage«-Flaschen mit kurzem Flaschenhals, bei denen der Kopfraum deutlich kleiner ist als bei den modernen Long-Neck-Flaschen und so der Platz für Luft im Flaschenhals minimiert wird. »Der LinaFlex Tunnelpasteur arbeitet äußerst zuverlässig«, betont David Blossman. »Durch die Einteilung in Zonen mit jeweils separater Kühlung und Erwärmung kommt es weder zu Unter- noch zu Überpasteurisation. Die gewünschten 15 PE (Pasteurisiereinheiten) werden exakt eingehalten. Eine intelligente Maschine.«

      Wie verträgt sich Craft-Bier mit Dosen?

      Verträgt sich das Image von handwerklich gebrautem Bier mit der Abfüllung in Dosen? Abita tat sich lange schwer mit dieser Entscheidung. Wie würde Dosenbier bei den Konsumenten ankommen, wie würde Abita aus Dosen schmecken? Zwei Punkte sprachen dann letztendlich doch dafür. Zum einen sind Glasflaschen auf vielen öffentlichen Veranstaltungen wegen der Verletzungsgefahr nicht zugelassen, speziell auch bei den Umzügen des Mardi Gras, des wörtlich übersetzt »fetten Dienstags«. Dieser weltberühmte Karneval von New Orleans zieht alljährlich im Frühjahr Hunderttausende Einheimische und Besucher aus aller Welt in seinen Bann, die natürlich beim Feiern und während der Paraden auch gerne ein lokales Bier trinken. Bier in Dosen ist aber auch praktisch beim Angeln, beim Golf spielen, am Strand, auf Partys. Konsumgelegenheiten, die sich Abita nicht entgehen lassen wollte. »Louisiana ist ein Paradies für Sportler, das Zentrum des Mardi Gras, hat ein riesiges Freizeitangebot, man denke nur an die 3.000 Meilen Küstenlinie, über 400 jährliche Festivals, fast 200 Golfplätze und 22 Nationalparks«, meint David Blossman. »Alles gute Gründe für unser Abita-Bier in Dosen.«

      Eine zweite wichtige Überlegung war die Frage des Geschmacks der Abita-Biere aus Dosen. »Jahrelang assoziierten Verbraucher Craft-Bier ausschließlich mit Glasflaschen. Bier aus Dosen war immer mit dem Geschmack nach Metall verbunden. Aber die Akzeptanz und die Technologie von Aluminiumdosen haben sich wirklich gewandelt. Wir vertrauen darauf, dass die heutigen Dosen eine Qualitätslösung zum Schutz des Geschmacks unserer Biere bieten«, glaubt David Blossman. Die neuen Abita-Dosen sind in der Innenseite mit einer wasserbasierten Schicht versehen, die den direkten Kontakt des Füllguts mit der Aluminium-Oberfläche verhindert und damit den reinen Biergeschmack erhält. Zusätzlich schützt die Dose das Bier vor UV-Strahlen, die eine schnellere Alterung der frischen Biere bewirken.

      Zu guter Letzt wird der negative Einfluss von Sauerstoff auf die Frische durch die moderne Krones Abfülltechnologie minimiert. Abita installierte parallel zur neuen Flaschenabfüllung einen volumetrischen Dosenfüller Volumetic VOC mit 36 Füllventilen und einer Leistung von 24.000 Dosen pro Stunde. Verpackt werden die Dosen in Sechser-Packs und Zwölfer-Packs sowie in 24er-Kartons mit einer Leistung von 1.000 Kartons pro Stunde. Pünktlich zum Start des diesjährigen Mardi Gras Festivals stellte Abita drei Biere in Dosen vor: »Amber« und »Purple Haze« in Zwölfer-Packs sowie »Jockamo« in Sechser-Packs.

      »Die beiden großen Craft-Brauereien New Belgium und Sierra Nevada waren Vorreiter und erlebten dadurch keinerlei Imageschaden. Wir füllen Dosen erst seit Anfang des Jahres, mit bislang guter Resonanz. Wir pushen die Dose aber auch nicht in den Markt.«

      Abita legt ebenfalls Wert auf umweltfreundliche und energiesparende Arbeitsweise. Jüngste Installation in dieser Richtung war eine anaerobe Abwasseraufbereitungsanlage, verbunden mit Biogasgewinnung. Die Anlage reduziert den biologischen Sauerstoffbedarf (BOD) des Abwassers von 5.000 Milligramm pro Liter auf 50 Milligramm pro Liter. Gleichzeitig ersetzt das gewonnene Biogas 30 Prozent des Gesamtgasverbrauchs für die zwei Dampfkessel.

      Den echten Geschmack von Bier entdecken

      Für die Zukunft der eigenen Brauerei und die der gesamten Craft-Brewers-Szene zeigt sich David Blossman äußerst zuversichtlich: »Ab 2000 sind wir kontinuierlich gewachsen, die letzten sieben Jahre mit durchschnittlich 15 Prozent pro Jahr, 2012 planen wir 20 Prozent zuzulegen. Craft-Bier setzt sich immer mehr durch, weil Amerikaner den echten Geschmack von vollmundigem Bier entdecken. Wenn den Konsumenten einmal die Augen bzw. die Geschmackspapillen geöffnet sind, bleiben sie bei ihrem guten Geschmack. Durch die Craft-Brewing-Bewegung findet eine regelrechte Geschmacksrevolution im Bierbereich statt, mit viel mehr Auswahl. Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie in den letzten Jahren wächst der Absatz. Einen Sechser-Pack eines der feinsten Biere der Welt können die Verbraucher für etwa acht US-Dollar kaufen, das ist im Vergleich zu einer hochklassigen Flasche Wein oder einem Whiskey erschwinglich. Unsere Konsumenten sind relativ gut ausgebildete Menschen, die gerne gut essen, sich auf Experimente einlassen und auch ein richtig gutes Bier zu schätzen wissen. Qualität durch Verzicht auf Zugaben und hohe Vielfalt – das ist es, was die Craft-Biere auszeichnet.«

      Das schlägt sich in Ausstoßzahlen nieder. 2012 wird Abita 180.000 Hektoliter Bier und 12.000 Hektoliter Root-Beer absetzen. Den Marktanteil von Craft-Bier in den USA sieht David Blossman exorbitant steigen: »Ich erwarte die nächsten drei, vier Jahre einen Anstieg des Marktanteils von jetzt fünf bis sechs Prozent auf zehn Prozent und bis 2020 auf 15 Prozent des amerikanischen Biermarktes.« Großartige Perspektiven.


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