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    Der Stolz des Löwen
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    Der Stolz des Löwen

      Im Vergleich zu diesem Projekt erscheint ein Brauerei-Neubau auf der grünen Wiese nahezu einfach.

      Doch bei dem Multi-Getränkebetrieb »The Pride« des neuseeländischen Getränke- und Lebensmittelkonzerns Lion war vieles anders. Neben der Erstellung einer Multi-Getränkefabrik und einer Lagerhalle mit einer Brau-Kapazität von 1,8 Millionen Hektolitern war gleichzeitig auch die Installation von Anlagen für die Herstellung und Abfüllung von Wein, Spirituosen, Cider und Ready-to-Drink-Getränken gefordert. Damit nicht genug, galt es zwei bestehende Produktionsstätten aufzulösen, große Teile der dort vorhandenen Anlagen umzuziehen und mit den neuen Maschinen und Anlagen zu kombinieren.

      Auckland ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern, einem Drittel der gesamten Landesbevölkerung, der größte städtische Ballungsraum Neuseelands.

      Hier betrieb Lion die Khyber Pass Brauerei, die auf eine rund 150-jährige Geschichte zurückblicken kann. Parallel unterhielt Lion in Auckland die Contract Bottling Company (CBC), sowie ein Distributionslager. Lion selbst ging aus einer Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Handelsfirma hervor. Im Biermarkt Neuseelands ist Lion der absolute Marktführer und gleichzeitig eine nationale Ikone.

      Deshalb verfolgte die Öffentlichkeit mit großem emotionalem Interesse Lion´s Entscheidung, die traditionelle Khyber Pass Brauerei stillzulegen und eine neue Braustätte auf der grünen Wiese zu errichten.

      Aber zunächst einmal musste ein Name für den neuen Multi-Getränkebetrieb gefunden werden. In einem internen Wettbewerb kristallisierte sich »The Pride« heraus, und verdeutlichte, wie stolz die Mitarbeiter auf das neue Werk waren.

      Drittes Steinecker Sudhaus in Folge

      Schon die Khyber Pass Brauerei hatte mit einem Steinecker Sudhaus gebraut, seit 1975 mit einem Kupfer-Sudwerk, das 1976 durch ein neues Edelstahl-Sudwerk ersetzt worden war. Dies sollte in »The Pride« seine Fortsetzung finden. Krones installierte ein Vier-Geräte-Sudhaus mit Maischebottich, Läuterbottich, Würzepfanne und Whirlpool sowie Pfannendunstkondensator und Energiespeichertank mit einer Leistung von 600 Hektolitern pro Sud.

      »Wir wollten zwar von Anfang an ein klassisches Industriesudhaus, aber auch ein tolles Ambiente mit einer ansprechenden Architektur«, erzählt Duncan Field. Das komplette Sudhaus, das zur Straße hin zeigt und quasi als Aushängeschild dient, erhielt deshalb eine Glasfassade. Darauf ist das Symbol von Lion, der Löwe, in einem rund zehn Meter hohen transparenten Digitaldruck angebracht, der nachts in verschiedenen Farben leuchtet.

      Der erste Sud war auf Anhieb perfekt

      »Der erste Sud, Steinlager, wurde im September 2009 eingebraut und übertraf mit seinem sehr produktnahen Ergebnis unsere Erwartungen«, sagt Duncan Field. Die erste Abfüllung konnte einen Monat nach dem ersten Sud im Oktober 2009 auf Linie 2 vorgenommen werden. »Die größte Herausforderung begann aber ab Januar 2010, als drei Werke parallel liefen, die neue Braustätte »The Pride«, die alte Khyber Pass Brauerei und CBC, der Contract Bottler für die alkoholhaltigen Getränke. Die Produktion bei Khyber Pass musste dann bis Mitte 2010, die Abfüllung bei CBC bis Mitte 2011 eingestellt werden. In dieser Zeit galt es auch, die Bierqualität in beiden Braustätten auf gleichbleibend hohem Niveau zu halten und die Mitarbeiter nach und nach in den neuen Betrieb zu integrieren«, erläutert Duncan Field die schwierige Aufgabe.

      Erdbeben mischt die Karten neu

      Doch damit nicht genug. Am 22. Februar 2011 um 12:51 Uhr änderte sich für Lion noch einmal alles. Das schwere Erdbeben auf der Südinsel Neuseelands, das weltweit die Schlagzeilen beherrschte, hatte die Canterbury Brauerei in Christchurch so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass mit einem Schlag eine Produktionskapazität von 210.000 Hektolitern Bier und 6.000 Tonnen (entsprechend 135.000 Hektolitern) Malz-Extrakt wegfiel.

      »Der Verlust der Braustätte Canterbury kam völlig unerwartet. Wir waren geschockt«, erklärt Duncan Field. Es blieb nichts anderes übrig, als schnellstmöglich umzustrukturieren. Speight‘s im Süden wurde ausgebaut. Die über 200.000 Hektoliter Bierproduktion verlagerte Lion schnell nach Auckland in die »The Pride« Braustätte.

      Ein gelungenes Projekt

      »Natürlich kommt es bei einem solch komplexen Projekt mit der schwierigen Zusammenführung von vorhandenen und neuen Maschinen und Anlagen mitunter auch zu unterschiedlichen Auffassungen. Generell können wir die Qualität der Maschinen und Anlagen sowohl im Brauprozess als auch in der Abfüllung als sehr gut bezeichnen, ebenso wie die Schnelligkeit und termingerechte Installation. So wie ich das sehe, hat Krones einen Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern, indem das Unternehmen in der Lage ist, komplette Turnkey-Lösungen zu liefern«, erklärt Capital Project Director Duncan Field. »Wir haben mit ‚The Pride’ einen großartigen Arbeitsplatz.« Und ein gelungenes Projekt, das alle Beteiligten mit großem Stolz erfüllt.


      Ausgewählte Maschinen und Lösungen
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