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Bier, Softdrinks, Wasser, Wein und Sekt
Grüner Pasteur

DIS BV sieht grün – und zwar, wenn es um das Pasteurisieren seiner Produkte geht.

Denn der niederländische Lohnabfüller betreibt das erste Exemplar des neuen umweltfreundlichen Krones Dosenpasteurs mit automatischer Innenreinigung: Null Chemieeinsatz, 80 Prozent weniger Wasserverbrauch und 70 bis 80 Prozent geringerer Energiebedarf bei der Reinigung – mit diesen Vorteilen überzeugt die neue CLEAR Technologie des Doppelstockpasteurs LinaFlex Pro.

DIS ist ein alter Hase in der Lohnabfüllung: Bereits seit den 60er Jahren produziert das Unternehmen erfolgreich Getränke, zunächst in Flaschen, seit den 80er Jahren auch in Dosen. Inzwischen konzentriert sich DIS konsequent auf letztere und füllt mit seinem über die Jahrzehnte erworbenen Know-how die unterschiedlichsten Produkte für mehr als 200 Kunden aus aller Welt. Ein hochmoderner, voll automatisierter Sirupraum erlaubt es, auch die neuesten Trends im Getränkemarkt technologisch umzusetzen.

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Der niederländische Lohnabfüller DIS BV betreibt in Sittard insgesamt fünf Dosenabfüllanlagen.

Nachinstallation des Pasteurs

Im Jahr 2013 hatte DIS seine bislang leistungsstärkste Dosenlinie mit einer Leistung von bis zu 90.000 0,33-Liter-Dosen in Betrieb genommen. Diese Anlage war erstmals als Turnkey-Linie von Krones installiert worden – allerdings ohne Pasteur. Vorsichtshalber hatte DIS bei der ursprünglichen Auslegung des Anlagenlayouts aber bereits den Platz für die mögliche Nachrüstung eines Pasteurs gelassen. Das machte sich jetzt bezahlt.

Denn der Bedarf an pasteurisierten Produkten stieg kontinuierlich. Im Dezember 2014 vergab DIS daher an Krones den Auftrag, einen Tunnelpasteur in die bestehende Linie zu integrieren. Dieser sollte bereits im April 2015 in Betrieb genommen werden. Krones stemmte den engen Zeitplan: »Der Einbau des Pasteurs war innerhalb von zwei Wochen erledigt, die komplette Linie musste dazu sogar nur eine Woche außer Betrieb genommen werden«, erinnert sich Marco Vossen, Manager Technik. Neben dem Pasteur installierte Krones auch die dazugehörigen Transportbänder und Dosenwender. Diese drehen die Dosen zum Pasteurisieren auf den Kopf und zum Trocknen und Weiterverarbeiten wieder zurück. Zusätzlich bestellte DIS von Krones drei Abblaser zum Trocknen von allen Seiten sowie einen Inliner zur drucklosen Vereinzelung. Für die optimale Etikettierung der Dosen und den bestmöglichen Hygieneschutz bezieht DIS dabei Kleb- und Schmierstoffe von KIC Krones.

»King of Can«

Wenn schon einen Pasteur, dann einen, der zukunftsorientiert und nachhaltig arbeitet und nur geringste Mengen an Energie und Wasser verbraucht – das dachte sich DIS. »Unser Anspruch ist die Marktführerschaft, wir wollen ‚King of Can‘ sein – und dafür natürlich auch die modernsten Technologien einsetzen«, betont Marco Vossen. Produktionsleiter Sven Breitfeld ergänzt: »Wir sehen einen Trend zu grüner Technologie. Das bedeutet in diesem Fall: keine Chemie, weniger Wasser und einen niedrigeren Energiebedarf.« Da kam dem Lohnabfüller entgegen, dass Krones gerade eine komplett neue Philosophie der Pasteur-Hygiene entwickelt hatte: das CLEAR System im LinaFlex Pro.

Wir sehen einen Trend zu grüner Technologie. Das bedeutet: keine Chemie, weniger Wasser und einen niedrigeren Energiebedarf.

Sven Breitfeld

Der Tunnelpasteur ist im Hygienic Design gestaltet, gebeizter und passivierter Edelstahl sorgt für glatte Oberflächen. Der gesamte Wasserinhalt des Pasteurs befindet sich permanent und mit hohen Geschwindigkeiten im Umlauf. So werden Toträume verhindert, in denen sich Restwasser sammeln könnte. Die so flach wie möglich gehaltenen Wannen sind grundsätzlich schräg angeordnet, damit Partikel und Wasser ablaufen können. Nach dem Entleeren verbleiben dadurch keine Wasserrückstände in den Tanks oder Rohrleitungen.

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»Wir gehen davon aus, dass wir bei der Reinigung 70 bis 80 Prozent Energie und sogar über 80 Prozent Wasser einsparen können. Auf Chemikalien werden wir komplett verzichten können.« – V. l.: Rolf Fath (Technology/Development), Sven Breitfeld (Leiter Produktion), Nancy Meens (Project Management), Marco Vossen (Manager Technik) und Martin Gockel (Direktor Operations).

Spart Wasser und Energie

»Dank der automatischen Innenreinigung arbeitet der Pasteur bei uns jetzt verschleimungsfrei und mit einem neutralen Geruch«, erklärt Sven Breitfeld. »Wir benötigen weniger Zeit für die manuelle Reinigung, müssen nicht auf Stillstandzeiten für das Auskochen Rücksicht nehmen und können die Manpower reduzieren. Ein Pasteur ist in der Regel einer der Haupt-Energieverbraucher in der Abfüllanlage. Wir sind auf einem guten Weg, dies zu ändern.«

Neben dem CLEAR System war für DIS auch der Einsatz eines Marathon Belts ein wichtiges Kriterium, das sich nachhaltig auf die Produktion auswirkt. Marco Vossen erklärt: »Die bei den Transportbändern üblichen Längungen, die über die Jahre hinweg entstehen, sind beim Marathon Belt deutlich geringer. Denn hier werden Edelstahlträger verwendet, in denen Kunststoffeinlagen eingesetzt sind. Dies erhöht die Standzeit von fünf auf ungefähr 20 Jahre. Durch den einfachen Wechsel der Kunststoffteile per Klick-Prinzip ist auch ein schnellerer Austausch einzelner Segmente möglich, ohne dafür die Produktion lange unterbrechen zu müssen.«

Anlagenauslastung stark verbessert

Der Doppelstockpasteur LinaFlex Pro wurde erfolgreich mit über 98 Prozent Wirkungsgrad abgenommen. Er erhielt noch eine Nachrüstung mit dem Automatisierungssystem »Flying Product Changeover« und zwei Sweeper-Schwenkarmen, welche die letzten Dosen einer Charge automatisch einschieben und am Ende automatisch herausfahren. Dadurch wird die Bedienersicherheit deutlich erhöht, da ein manueller Eingriff entfällt.

Auch die Systemsteuerung wurde noch weiter optimiert: Für die gesamte Dosenlinie einschließlich des Pasteurs ist ein Krones Liniendokumentationssystem LDS bestellt. Dieses übernimmt unter anderem die bisherige Temperaturüberwachung. Dafür werden in einzelnen Dosen Temperatur-Logger eingesetzt, um eine sichere Pasteurisation nachweisen zu können.

 »Der Trend zur Dose ist ungebrochen, speziell auch in Deutschland trotz des dortigen Dosenpfands. Die Hersteller verzeichnen in diesem Segment weiter steigende Absätze«, sagt Marco Vossen. Mit der nachträglichen Integration des Pasteurs in die vorhandene Krones Dosenlinie haben sich die Möglichkeiten der Anlagenausnutzung stark verbessert. Für Martin Gockel, Director Operations, steht fest: »Ich bin mit den Schritten, die wir bislang mit dieser Technik gegangen sind, sehr zufrieden.«

Ansprechpartner

Andreas Homeier
Krones AG
T: +49 9401 70-2366
E-Mail


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