schließen
Suche
Suche...
Keine Ergebnisse
    Bier
    Dosen-Premiere für Krombacher
    Zurück zu Bier |
    Dosen-Premiere für Krombacher

      Die Krombacher Brauerei hat erstmals in ihrer Geschichte eine Abfüllanlage für 0,33- und 0,5-Liter-Dosen in Betrieb genommen.

      Bitte aktivieren Sie JavaScript, um dieses Video abspielen zu können.

      Nach intensiven Vorgesprächen und einer detaillierten Planungsphase, die sich über ein Jahr erstreckte, vergab Krombacher die neue Linie an Krones. Mit dem Unternehmen verbindet die Brauerei eine lange Zusammenarbeit: Sieben der acht Mehrwegglas-Abfüllanlagen am Standort Kreuztal-Krombach sind Linien von Krones, auch das Sudhaus ist von dessen Marke Steinecker. »Die Vergabe einer Anlage an einen Komplettanbieter hat sich bewährt und zahlt sich aus«, meint Ulrich Stiebeling, Leiter Betriebs-Engineering. Von der Auftragsvergabe bis zur Inbetriebnahme im März 2018 vergingen dann noch einmal etwa acht Monate für den Aufbau von Infrastruktur, Verfahrenstechnik und der Anlage selbst. Krombacher erkannte aber auch: Eine neue Anlage zu kaufen, ist eine Sache – sie professionell zu betreiben, eine andere. Denn dazu gehören zusätzliche gut ausgebildete und erfahrene Mitarbeiter, die so am Markt nicht zur Verfügung standen.

      00 - Article 17513
      »Die Zusammenarbeit mit dem Projektteam war ausgezeichnet, der Monteureinsatz hat gut funktioniert und die vereinbarten Termine wurden eingehalten«, erklärt Frank Pauli, Hauptabteilungsleiter Abfüllung (links), auf dem Foto gemeinsam mit Rainer Bub, Projektleiter Betriebs-Engineering.

      Ausbildungsplan für neue Mitarbeiter

      Unter Frank Pauli, dem Hauptabteilungsleiter Abfüllung, stand deshalb ein spannender Neuanfang bevor: Gemeinsam mit der Krones Akademie entwickelte er einen Ausbildungsplan für ein Zweischichtenteam, bestehend aus zehn Mitarbeitern, welche Krombacher vom Arbeitsmarkt der Region rekrutierte. Dabei achtete Frank Pauli auf eine gute mechanische, elektronische oder technologische Vorbildung der neuen Kollegen. Das nötige Know-how für die Arbeit in einer Abfüllanlage lernten diese dann während einer fast vier monatigen Ausbildung an den Krones Standorten Neutraubling, Rosenheim und Flensburg sowie beim Hersteller des Verschließers und schließlich im zweiwöchigen Praxiseinsatz bei zwei befreundeten Dosenabfüllern. »Wir sind zwar sehr technikorientiert, aber bei diesem Projekt stand der Mensch im Vordergrund, ohne den eine Anlage einfach nicht läuft. Am Ende zahlt sich diese Investition in die Schulung unserer Mitarbeiter bei der Abfüllleistung aus«, ist sich Frank Pauli sicher. Das unterstreicht auch Rainer Bub, Projektleiter Betriebs-Engineering: »Die Ausbildung hat sich bereits während der Inbetriebnahme bewährt. Die Ramp-up-Phase war extrem kurz.« Die Qualifikation der Mitarbeiter wurde im Rahmen der externen Abnahme auch von den Prüfern der TU München-Weihenstephan lobend erwähnt.

      Die Abnahme ergab im Übrigen einen Ausnutzungsgrad von 96,6 Prozent bei der 0,5-Liter-Dose, »ein hervorragendes Ergebnis«, wie Frank Pauli kommentiert. Die neue Dosenlinie füllt neben Krombacher Pils nun auch Radler, alkoholfreies Bier, Weizen, Vitamalz und das alkoholfreie Getränk Krombacher‘s Fassbrause, das seit der Inbetriebnahme der Linie in zwei Geschmacksrichtungen in der 0,33-Liter-Dose am Markt verfügbar ist.

      Neuer Modul-Dosenfüller

      Für die Installation der neuen Anlage nutzt Krombacher die bereits 2002 errichtete, doppelstöckige Halle. Ab Dezember 2017 wurden hier die Maschinen durch eine Dachöffnung eingebracht. Die komplette Linie befindet sich im ersten Obergeschoss, lediglich Leerdosen-Aufgabe und Palettenabgabe sind im Erdgeschoss untergebracht und über Senkrechtförderer mit dem ersten Stock verbunden. Die neue Linie ist ausgelegt auf eine Leistung von 50.000 Dosen pro Stunde. Krones lieferte für den Nassteil unter anderem einen Füller Modulfill VFS-C und einen Pasteur LinaFlex Pro, im Trockenteil arbeiten zwei Verpackungsmaschinen Variopac Pro sowie ein Palettierer Modulpal Pro mit Gruppiersystem Robobox T-GS.

      Die im März 2018 in Betrieb genommene Anlage ist alles andere als eine Standard-Dosenlinie. Vielmehr setzte Krones eine ganze Reihe von individuellen Vorgaben seitens Krombacher um und plante auch eigene Neuentwicklungen ein. Beim Füller hat Krones so zum Beispiel sein bewährtes Baukastensystem der Flaschenfüller auf die Dose übertragen und setzt nun unter anderem auch auf ein vortischloses Maschinenkonzept mit Monotec Sternsäulen.

      Neue Generation

      Der Dosenfüller Modulfill VFS-C wird nicht mehr über eine mechanische Schnittstelle vom Verschließer angetrieben, vielmehr ist die Maschine selbst mit energieeffizienten Servo-Drive-Motoren ausgestattet. Der Hauptantrieb liegt dabei in einem fettfreien Ölbad, wodurch das Öl zirkuliert und dabei automatisch filtriert wird. Großer Vorteil: Es ist keine Fettschmierung mehr nötig, was zum einen die Hygiene verbessert und zum anderen weniger Wartungsaufwand erfordert.

      Das neue Füllventil wird nicht mehr mechanisch über eine Hubkurve, sondern elektropneumatisch gesteuert. Der Wegfall mechanischer Bauteile macht das Füllventil hygienischer, aber auch flexibler, weil es nun frei programmierbar ist. Beim Füllen kontrolliert ein induktiver Durchflussmesser die einströmende Flüssigkeitsmenge. Eine formatflexible Anpresseinheit im Füller erlaubt außerdem das Handling mehrerer Dosenformate ohne Wechselteile. »Uns überzeugen vor allem die Füllgenauigkeit des Ventils und die geringe Sauerstoffaufnahme beim Füllvorgang«, sagt Frank Pauli.

      Ulrich Stiebeling ergänzt: »Ein extremer Vorteil ist auch die sehr gute Zugänglichkeit. Dies wirkt sich positiv auf die automatische Außenreinigung mit Heißwasser-Schwallung und damit auch auf die Hygiene aus.«

      Eine weitere Besonderheit ist der Einsatz des zur drinktec 2017 vorgestellten Gruppiersystems Robobox T-GS mit Tripod-Technologie vor dem Palettierer. Dank dieser Anlage ließ sich die geforderte Linienleistung von 50.000 Dosen pro Stunde platzsparend mit nur einem Modul erreichen. Beim Vorgängermodell hingegen wären zwei Module nötig gewesen. Weitere Vorteile: Mit seinem vergrößerten Arbeitsbereich und dem beliebigen Drehbereich bildet das Gruppiersystem Robobox T-GS die Lagen noch flexibler. Außerdem arbeitet die leichte und doch robuste Maschine in höchstem Maße produktschonend, »weil sie die Trays führt und nicht schiebt«, wie Rainer Bub erläutert. »Bei dieser Maschine gibt es keinerlei Störungen.«

      Flexibel bleiben

      »Beim Anlagenlayout hat aus unserer Sicht der Betreiber das Sagen. Denn wir sind es, die in den nächsten 15 bis 20 Jahren mit der Linie arbeiten«, ist Ulrich Stiebeling überzeugt und Frank Pauli ergänzt: »Umso wichtiger ist deshalb, die Bedürfnisse im Vorfeld genau zu spezifizieren. Das Wort ‚Vertrag‘ kommt von ‚vertragen‘. Wir haben eine sehr akribische Vorarbeit mit allen Ressorts bei Krones geleistet, jeden Teilbereich besprochen. Wenn man alles genau festhält, lassen sich Schwierigkeiten einfacher vermeiden. So war es dann auch: Die Zusammenarbeit mit dem Projektteam war ausgezeichnet, der Monteureinsatz hat gut funktioniert und die vereinbarten Termine wurden eingehalten. Unser Credo war immer: Wir bauen eine Anlage – mit der Betonung auf ‚wir‘ als gemeinsamen Nenner von Krombacher und Krones.«

      Ansprechpartner

      Günther Baumann
      Krones AG
      T: +49 9401 70-3424
      E-Mail


      Ausgewählte Maschinen und Lösungen
      krones
      krones
      0
      10
      1