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    Craft Beer
    Nicht normal
    Schwerer, düsterer Heavy-Metal-Sound beschallt schon vormittags das Brewpub und die Braustätte.

    Fantasy-, Zombie- und Comic-Bilder prangen als Gemälde an den Wänden der Abfüllhalle. Punkrocker, Nerds, tätowierte Bartträger und Langhaar-Freaks arbeiten hier. Diese Szene ist auch die größte Fangemeinde der Biere von Three Floyds Brewing in Muenster, Indiana. »Es ist nicht normal«: Dieser Slogan der Brauerei ist noch immer Anspruch für die Kreation wilder, geschmacksintensiver Biere und für die außergewöhnliche Gestaltung der Etiketten und Verpackungen. Weil aber auch viele »ganz normale« Bierliebhaber die Biere von Three Floyds Brewing trinken, konnte und musste die Brauerei nun doch in eine neue, größere Abfüllanlage investieren.

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    »Freigeistiges Denken«

    1996 eröffnete Nick Floyd im Alter von 25 Jahren seine eigene Brauerei in einer kleinen knapp 500 Quadratmeter großen Lagerhalle in Hammonds, Indiana – »mit 500 Dollar in der Tasche«, wie er sagt. Im Jahr 2000 war er mit seiner Brauerei ein paar Kilometer weiter gezogen an den jetzigen Standort in einem Gewerbegebiet der Kleinstadt Munster, Indiana, eine knappe Autostunde entfernt vom Zentrum Chicagos. 2006 war Chris Boggess, der ebenfalls am Siebel-Institut seinen Abschluss als Braumeister absolviert hatte, als Headbrewer dazu gestoßen. Damals lag der Ausstoß bei rund 4.600 Hektolitern. »Hier bei Three Floyds herrscht ein freigeistiges Denken», meint Chris Boggess, Chef-Braumeister der Brauerei. »Und die Besucher unserer Brauerei und des Brewpubs kommen hierher, weil sie unsere Biere und die Atmosphäre lieben.« Seit seinem Einstieg in die Brauerei wuchs der Ausstoß rasant und hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verzehnfacht, auf jetzt 58.000 Hektoliter im Jahr 2015. Doch trotzdem ist Three Floyds immer eine regionale Brauerei geblieben. Neben dem Heimat-Bundesstaat Indiana erreicht die Distribution bislang nur die umliegenden Bundesländer Illinois, Wisconsin, Ohio und Kentucky. Der größte Absatzmarkt liegt direkt vor der Haustür in Chicago, Illinois. Diese ist die drittgrößte Stadt der USA mit 2,7 Millionen Einwohnern im Zentrum und rund zehn Millionen Menschen in der Metropolregion. Die Bewohner von Chicago sind bekannt für ihre Bieraffinität – und das kommt Craft Breweries wie Three Floyds natürlich zugute.

    Komplettlinie von Krones

    2012 hatte Three Floyds ein neues und größeres 35-Hektoliter-Sudhaus in Betrieb genommen. Jetzt war die 30 Jahre alte, gebraucht gekaufte Flaschenabfüllung mit einer Leistung von 4.200 Flaschen pro Stunde der Flaschenhals der Produktion. Wegen der explodierenden Nachfrage musste eine neue Lösung her. Die fand sich in einer Komplettlinie von Krones, die auf eine Leistung von 15.000 Flaschen pro Stunde ausgelegt ist. Für deren Installation baute Three Floyds eine neue Halle an die bestehende Braustätte an. Im September 2015 konnte die Krones Linie ihren Betrieb aufnehmen. Sie besteht aus einem Neuglasabschieber Pressant Universal 1N mit niedrigem Auslauf auf ein Massentransportband. Nach dem Vereinzeln laufen die Flaschen direkt in den Rinser-Füller-Block mit Rinser Moduljet und Füller Modulfill ein. »Einen Leerflascheninspektor benötigen wir nicht«, meint Packaging Manager Travis Fasano, »denn wir setzen ausschließlich Neuglas ein und vertrauen auf die Qualität des Rinsers.«

    Der Modulfill HRS ist ohne Vortisch konzipiert, die Flaschen werden hygienisch sicher von freistehenden Sternsäulen mittels Neckhandling weitertransportiert. »Der Füller liefert uns ausgezeichnete Werte bei der Sauerstoffaufnahme von 50 ppb mit sehr konstanten Füllhöhen«, erklärt Travis Fasano. Der bewährte Kurzrohr-Höhenfüller mit Rückgasrohr arbeitet mit doppelter Vorevakuierung und zwischengeschalteter CO₂-Spülung. Die Füllventile sind elektropneumatisch gesteuert. Die Füllhöhe kontrolliert ein Checkmat FM-X, gleich danach erfolgt die Etikettierung durch eine Prontomatic mit Kaltleim-Aggregat für ein Brustetikett. Dessen korrekten Sitz überprüft ein Checkmat E. Die komplette Endverpackung erledigt eine Verpackungsstraße Varioline mit zwei Modulen. Sie stellt Sixpacks von Zwölf-Ounces-Flaschen als Basket her und verpackt diese in 24er-Kartons, oder sie produziert direkt 12er-Kartons mit 22-Ounces-Flaschen. Die abschließende Palettierung nimmt Three Floyds noch manuell vor. Um den bestmöglichen Schutz ihrer Anlagen zu garantieren, bezieht Three Floyds Schmierstoffe von KIC Krones.

    Bewusst überdimensioniert

    Hauptsächlich befüllt Three Floyds die 12-Ounces-Flasche. Ein bis zweimal pro Woche wird umgestellt auf die 22-Ounces-Flasche. Ein solcher Behälterwechsel ist in rund zwei Stunden erledigt. Produktwechsel nimmt die Brauerei dagegen während des Einschichtbetriebs zwei- bis dreimal pro Tag vor. Hierbei müssen dann jeweils nur andere Etiketten, Kronenkorken und Verpackungskartons bereitgestellt und natürlich die Biersorte umgestellt werden.

    Die Linie ist jetzt ausgelegt auf eine Leistung von 15.000 Flaschen pro Stunde. »Theoretisch könnten wir damit im Dreischichtbetrieb 290.000 Hektoliter pro Jahr abfüllen. Das ist natürlich zum jetzigen Zeitpunkt völlig überdimensioniert. Mir war es aber wichtig, dass wir nicht alle paar Jahre eine weitere Anlage installieren müssen und gleichzeitig die beste verfügbare Technologie nutzen können. Anfangs hatten wir die Idee, zunächst eine kleinere Kosme Anlage zu bestellen. Wir haben uns dann aber doch gleich für eine größere Linie von Krones entschieden. Damit sind wir im Flaschenkeller auf Jahre hinaus auf der sicheren Seite«, meint Chris Boggess. Bis zur Inbetriebnahme der neuen Linie im September 2015 lag aufgrund der niedrigen Kapazitäten in der Flaschenabfüllung das Verhältnis von Keg zu Flasche noch bei 50 zu 50. Danach konnte Three Floyds schlagartig mehr Flaschen füllen, wodurch sich das Verhältnis auf 70 Prozent Flasche zu 30 Prozent Keg wandelte.

    Zusätzliche Dosenabfüllung geplant

    Anfang 2016 nahm Three Floyds im gleichen Gebäude zusätzlich eine nagelneue Destillerie in Betrieb, in der unter anderem Whiskey und Gin gebrannt werden sollen. »Wir machen, was wir machen, und können davon nicht genug tun«, erklärt Nick Floyd. Hat sich schon bis jetzt der Ausstoß innerhalb von zehn Jahren mehr als verzehnfacht auf 60.000 Hektoliter, so dürfte auch der nächste Sprung richtig groß werden. Geplant ist zunächst der Einbau eines neuen größeren Sudhauses, dann der einer neuen Keg-Anlage und schließlich die Erweiterung der Glasflaschen-Abfüllanlage um einen Krones Dosenfüller sowie einen vollautomatischen Palettierer. Der Platz für diese beiden zusätzlichen Maschinen ist in der jetzt neu installierten Anlage bereits eingeplant. Ganz normal ist eine solch rasante Entwicklung nicht. Aber, was ist schon normal bei Three Floyds Brewing und in der gesamten amerikanischen Craft-Brewer-Szene?


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