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    Wein und Sekt
    Alle Jahre wieder
    Bei der Georg Fr. Raum GmbH in Hersbruck beginnt jetzt die Hochsaison für Glühwein.

    Ab September füllt Raum im Zweischichtbetrieb hauptsächlich Glühweine, denn bis Ende Dezember, hat die Nachfrage wieder nachgelassen. Dazu und für die Abfüllung verschiedener Weine, Handelsmarken und Lohnabfüllprodukte hat Raum eine komplett neue Abfülllinie von Krones in Betrieb genommen, die eine große Vielzahl an Abfüll- und Verpackungsvarianten zulässt. Raum machte sich damit auch für neue Lohnabfüllaufträge stark. Christbaumschmuck, Kerzen, Spielsachen, Lebkuchen lassen Kinderaugen leuchten und ihre Herzen höher schlagen. Den Erwachsenen weht der Duft frischer Bratwürste um die Nase, während die winterlichen Temperaturen für rote Nasen und kalte Füße sorgen. Wie gut täte jetzt ein heißer Glühwein! Den gibt es glücklicherweise an jeder Ecke auf den Christkindlesmärkten Deutschlands. Alle Jahre wieder von Ende November bis zum Heiligen Abend strömen die Besucher in Scharen in die Innenstädte, um sich von der Atmosphäre der Weihnachtsmärkte verzaubern zu lassen. Vielerorts mit dabei: Raum’s Christkindles Glühwein oder Raum’s Glühwein aus Heidelbeerwein oder Raum’s Kinderpunsch ohne Alkohol.

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    Behälterbau und Weinkellerei

    Die Raum-Firmengruppe sitzt im »Speckgürtel« von Nürnberg in Hersbruck. Hier hatte vor über 150 Jahren alles begonnen, als ein Urahn eine Kolonialwarenhandlung gründete. In der dritten Generation entstand daraus 1923 ein Lebensmittelgroß- und -einzelhandel und später eine Weingroßhandlung. Anfang der 1960er Jahre expandierte die Firma und begann mit der Produktion von Tankanlagen und Behältern für die Getränkeindustrie und stattete auch eine Reihe von Weinkellereien aus. Dieser Zweig, die Raum Inox, hat sich heute auf den Bau von dickwandigen Drucktanks spezialisiert, die vornehmlich in der chemischen Industrie zum Einsatz kommen. Daneben agiert hier ein kleiner Gebrauchtmaschinenhandel. Ende der 60er Jahre entstand im Südtiroler Kurtatsch/Bozen die Raum Italia, die sich ebenfalls mit der Produktion von Tankanlagen aus Edelstahl sowie der Herstellung von Spezialflaschen mit ausgebohrtem Boden für Spirituosen mit innen liegender Frucht beschäftigt und jetzt vom Bruder des heutigen Firmeninhabers in eigener Regie geführt wird.

    Württembergische und österreichische Weine

    Parallel baute die Georg Fr. Raum GmbH in Hersbruck den Weinhandel weiter aus und fing in den 1960er Jahren an, eigene Glühwein- und Punschspezialitäten zu entwickeln und selbst abzufüllen. Der jetzige Inhaber Thomas Raum leitet das Unternehmen nun bereits in der fünften Generation. Die Weinkellerei bedient mit Eigenmarken und Handelsmarken das Preiseinstiegssegment von namhaften deutschen Discountern und Lebensmitteleinzelhandelsketten. Beim Handel mit eigenen Glühweinen, Punschspezialitäten und mazedonischen Qualitätsweinen sowie mit der Lohnabfüllung ist Raum ein bekanntes Unternehmen in der Weinbranche. Ferner füllt Raum auch eine größere Menge für einen südeuropäischen Kunden im Lohnauftrag. Permanent entwickelt Raum diversifizierte Spezialitäten wie Heidelbeerglühwein, Kirschglühwein, Rumpunsch, Caipirinhapunsch, Cappuccinopunsch oder Amarettopunsch. In den letzten Jahren ist es außerdem gelungen, ein weiteres Standbein mit Württemberger Qualitätsweinen aufzubauen. Hier ist Raum inzwischen neben den Baden-Württembergischen Genossenschaften ein großer Abfüller württembergischer Weine. Zudem runden österreichische Weine wie Grüner Veltliner oder Zweigelt das Sortiment ab. Das Glühweinsortiment, das nach eigenen Rezepturen aus spanischen und italienischen Grundweinen selbst ausgemischt wird, ist jedoch das Hauptstandbein mit etwa 60 Prozent Anteil, gefolgt von den mazedonischen Weinen und den Lohnabfüllungen. »Wir haben uns auf den Preiseinstiegsmarkt spezialisiert, decken nur ein bestimmtes Sortiment ab, können in den Bereichen, in denen wir arbeiten, sehr günstig anbieten. Außerdem sind wir zeitlich sehr flexibel in Sachen Lohnabfüllung«, beschreibt Inhaber Thomas Raum das Geschäftsmodell.

    Warm, heiß, kaltsteril und trüb

    Dazu diente bis vor kurzem eine Krones/Kettner Abfüllanlage Baujahr 1991 mit einer Leistung von 10.000 Flaschen pro Stunde. Doch nach achtzehnjähriger Laufzeit machten sich auch hier steigende Reparaturkosten und Stillstandszeiten bemerkbar. Für Thomas Raum und Prokurist Bernhard Schwarz, seines Zeichens Diplom-Ingenieur Weinbau und Önologie, war klar, dass eine neue Linie erforderlich war. Die Planungen dazu hatten sich bereits über die letzten Jahre erstreckt. Im April 2009 machte Raum dann ernst und vergab den Auftrag über den Krones Kooperationspartner Deutsche Leasing AG an Krones.

    »Unser Vorteil durch die lange Planung war, dass wir genau wussten, was wir wollten«, erklärt Bernhard Schwarz. »Die Vorgabe war, dass alle Artikel egal ob heiß, warm, kaltsteril ohne Kohlensäure, kaltsteril mit Kohlensäure sowie trüb auf einem einzigen Füller mit einer Leistung von 10.000 Behältern pro Stunde abgefüllt werden können. Wir wollen eine sehr hohe hygienische Sicherheit bei der Abfüllung erreichen, weil viele unserer Produkte zuckerhaltig und deshalb mikrobiologisch anfällig sind. Die Umstellung auf verschiedene Flaschenformate sollte einfach und schnell vor sich gehen, denn unser Produktportfolio ist sehr groß, die Chargen entsprechend klein. Außerdem war uns eine hohe Flexibilität, weniger bei der Etikettenausstattung, aber vielmehr bei der Endverpackung wichtig.«

    Komplettanbieter präferiert

    Und Thomas Raum ergänzt: »Da wir mit der alten Anlage schon sehr gute Erfahrungen mit Krones gemacht hatten, sowohl was die Verfügbarkeit der Maschinen als auch die zuverlässige und schnelle Ersatzteillieferung anbelangte, unsere beiden Standorte zudem räumlich nicht weit voneinander entfernt sind, lag es nahe, dass wir wieder Krones wählten. Es ist für uns einfach ganz wichtig, dass wir im Zweifelsfall nicht länger als einen Tag Anlagenstillstand haben, weil wir unsere Liefervereinbarungen erfüllen müssen. Klar war auch, dass wir einen Komplettanbieter präferieren würden. Wir sehen das Dilemma doch auch bei einigen Mitbewerbern, die auf die Zusammenstellung von einzelnen Maschinen verschiedener Hersteller gesetzt haben. Wenn da eine neue Flasche ansteht, müssen sie mit fünf Zulieferern konferieren, damit alles passt. Wir geben die neue Flaschenform einfach an Krones und dort kümmert man sich dann um alles.«

    Fünf verschiedene Flaschen

    Ende August 2009 konnte bereits die neue Linie in Betrieb genommen werden. Genauso wie Raum es sich vorgestellt hatte. »Wir wollten unbedingt zum Start der Glühweinsaison Anfang September mit der neuen Linie parat sein«, sagt Thomas Raum. Raum renovierte dazu die vorhandene Abfüllhalle und setzte die neue Linie an den Platz der alten, die inzwischen erfolgreich als Gebrauchtanlage nach Osteuropa verkauft werden konnte.

    Die Anlage erhält ihr Flaschenmaterial über einen Neuglasabschieber Pressant. Verarbeitet werden fünf verschiedene Flaschen, die Ein-Liter-Glühweinflasche, die Ein-Liter-Schlegelflasche, die Ein-Liter-Bordeaux-Flasche, 0,75-Liter-Bordeaux-Flasche und die 0,375-Liter-Bordeaux-Flasche. »Das sind die derzeit gängigsten Flaschen am Markt. Burgunderflaschen und viele Sonderflaschenformen sind nicht mehr so gefragt in unserem Bereich«, kommentiert Thomas Raum. Herz der Anlage ist natürlich der Mecafill VKPV-CF, ein Gegendruckfüller mit Füllhöhenkorrektur. Während Wein in der Regel kaltsteril gefüllt wird, liegt die Temperatur der Glühweinabfüllung bei 60 Grad Celsius und die von alkoholfreien Getränken wie Kinderpunsch sogar bei 79 Grad Celsius. Alles auf dem gleichen Füller. Die warm und heiß abgefüllten Produkte werden auf einem vorhandenen Plattenwärmetauscher erhitzt, der zum Datenaustausch und zur Dokumentation digital angebunden wurde, und kühlen im Lager ab.

    Der Füller ist geblockt mit einem Zwei-Kanal-Rinser Variojet für ozonisiertes Wasser und Sterilwasser sowie einem Schraubverschließer, der 28-Millimeter-MCA-Verschlüsse, 28x45-Millimeter- und 30x60-Millimeter-, also Longcap-Verschlüsse verschrauben kann. Alle drei Aggregate sind in einem gekapselten Reinraum mit Luftfiltertechnik untergebracht. »Die Anforderungen des Lebensmitteleinzelhandels werden immer höher, deswegen war der Reinraum für uns unabdingbar. Wir wollen unseren Kunden größtmögliche Sicherheit bieten. Das wirkt sich im Übrigen auch sehr positiv auf die Zertifizierung durch den IFS (International Food Standard) aus«, meint Bernhard Schwarz.

    Füller mit automatischer Innen- und Außenreinigung

    »Außerdem haben wir den Füller mit automatischer Innen- und Außenreinigung ausgestattet, um die Betriebssicherheit weiter zu erhöhen.« Dazu installierte Raum als erster Abfüller den Prototyp der Krones VarioDos Schaumreinigung. »Wir haben damit bisher nur positive Erfahrung gemacht«, unterstreicht der Prokurist und technische Leiter. Die Innenreinigung erfolgt täglich, die Außenreinigung jeden dritten Tag. Ein Reinigungszyklus erstreckt sich über rund 40 Minuten. »Dies gibt uns eine zusätzliche Sicherheit hinsichtlich der Mikrobiologie. Zum anderen entlastet es die Mitarbeiter deutlich, die in der Zwischenzeit andere Reinigungsmaßnahmen, wie etwa Bodenreinigung vornehmen können«, betont Bernhard Schwarz.

    Ein Checkmat prüft nach dem Reinraum die korrekte Füllhöhe. Im Anschluss daran ist mit einer Sondermaschine die Aufbringung von Schrumpfkapseln auf den Schraubverschluss möglich. Dies wird vor allem bei hochwertigeren Weinen genutzt. Die Etikettierung übernimmt eine Universella Etikettiermaschine mit Kaltleimtechnik. Danach prüft wiederum ein Checkmat, diesmal auf den korrekten Etikettensitz und die richtige Datierung und Kennzeichnung. »Ebenfalls ganz wichtig für uns«, so Bernhard Schwarz.

    Flexibilität und Vielfalt bei der Verpackung

    Vielfalt war auch bei der Verpackung vorrangig. Raum kann Sechser-Kartons bzw. 24er-Kartons für die 0,375-Liter-Flaschen packen sowie Displays mit 33er-Groß-Trays für die 1,0-Liter-Flaschen und 44-er- Großtrays für die 0,75-Liter-Flaschen. Die Besonderheit: Auf einem Tray können bis zu drei verschiedene Sorten einer Flaschengröße untergebracht werden. Die Kartons und Trays können dann auf Viertelpaletten, auf Düsseldorfer oder Chep Halbpaletten und auf Europaletten beladen werden. Dazu steht im Verpackungsteil ein Variocart Kartonaufrichter, ein Smartpac Einpacker mit Wechselköpfen für die unterschiedlichen Aufgaben und ein Großtrayaufrichter zur Verfügung sowie ein Modulpal Palettierer mit vorheriger Kartonausrichtung und abschließend ein Folienwickler, der bereits gewickelte Halbpaletten auf einer Euro-Trägerpalette auch nochmals zu einer Einheit »verheiraten« kann.

    Die Anlage verarbeitet insgesamt rund 350 verschiedene Artikel, zum Teil handelt es sich um das gleiche Produkt mit sehr vielen unterschiedlichen Ausstattungen. Entsprechend variabel sind die Chargengrößen, die etwa von 6.000 Flaschen bis 120.000 Flaschen reichen. »Deshalb ist Flexibilität für uns besonders wichtig. Das bietet uns die neue Anlage«, kann sich Bernhard Schwarz freuen. »Der Handel will häufig bei Produktneueinführungen eine Displaypalette, später stellt er dann auf Kartonware um. Das müssen wir leisten können.«

    Lifecycle-Kosten im Vordergrund

    Insgesamt beschäftigt Raum Wein 20 Mitarbeiter. Die Linie selbst fahren pro Schicht lediglich drei Bediener. »Vorher hatten wir bei bestimmten Ausstattungen und Verpackungen bis zu sieben Mitarbeiter in der Anlage, weil die Displayverpackung und die Palettensicherung noch manuell gehandhabt wurden«, erläutert Bernhard Schwarz. »Hier konnten wir durch die neue Anlage entsprechend automatisieren und rationalisieren.« Von September bis Dezember läuft die Anlage im Zweischichtbetrieb, den Rest des Jahres im Einschichtbetrieb.

    »Mag sein, dass die Krones Anlage auf den ersten Blick etwas teurer erscheint, als wenn wir bei Mitbewerbern gekauft hätten oder eine Anlage aus verschiedenen Maschinen selbst konfiguriert hätten«, meint Bernhard Schwarz. »Man muss aber die Lifecycle-Kosten betrachten. Und unter diesem Gesichtspunkt ist die Linie sicher günstiger. Da gab es für uns gar keine Überlegung.«

    »Es rechnet sich auch betriebswirtschaftlich«, betont Thomas Raum, »weil wir mit dieser Krones Linie eine bessere Kostenstruktur haben, konnten wir unsere Produkte günstiger anbieten und haben dadurch bereits in den ersten Monaten einen weiteren Kunden mit einem Auftrag für vier Millionen Flaschen Glühwein und Randprodukte hinzu gewinnen können.« So soll es sein. Alle Jahre wieder.


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